Kolumnen
Wochenendkolumne: Die Bahn sagt: „Pssst ...“
„Nur einer leisen Bahn gehört die Zukunft.“ Mit diesem Satz spricht ein Sprecher der Deutschen Bahn wahre Worte. Leider gilt das oft nur in Bezug auf die Auskunftsfreudigkeit gegenüber Medienvertretern. Auf Schallschutzwände entlang der Bahnstrecke von Kindsbach über Landstuhl Richtung Bruchmühlbach-Miesau warten viele Anwohner jedoch schon lange vergebens.
Genau wie derjenige, der gerne zumindest eine ungefähre Auskunft von der Bahn darüber bekommen möchte, wann die Schallschutzwände endlich aufgestellt werden. Da heißt es dann einfach nur, dass „aufgrund der aktuell laufenden Planfeststellungsverfahren noch keine Angaben zu den spezifischen Kosten und Bauzeiten“ gemacht werden können. Selbst auf die Frage, wo genau Schallschutzwände geplant sind, gibt es nur eine vage Antwort – es werden einfach die Ortschaften aufgezählt. Auch wie viele Züge pro Tag auf der Strecke verkehren, wird nicht beantwortet. Immerhin wird alles in hübsche Phrasen gepackt, die sich anhören, als hätte sie ein Werbetexter verfasst.
Das alles ist mehr als schade. Zumal Presseanfragen offensichtlich immer über die Zentrale laufen müssen. Dabei gibt es durchaus Mitarbeiter der DB, die sich ganz gut in der Region auskennen und mit ziemlicher Sicherheit Auskünfte geben könnten, die etwas mehr Substanz haben, als das immer gleiche Geschwurbel einer zentralen Pressestelle. Die dürfen aber nichts sagen.
Die Bahn täte sicher gut daran, ihre Außendarstellung durch Taten zu verbessern, anstatt Energie damit zu verschwenden, eine Auskunftsvermeidungsstelle – sorry, zentrale Presseabteilung – zu unterhalten, die eigentlich nichts zu bieten hat außer schönen Worten. Aber immerhin: Hier stehen die Schallschutzwände. Im direkten Gespräch wird nämlich schon mal gar nichts gesagt – lediglich: Bitte senden sie ihre Fragen per E-Mail.
Die Vernunft sagt: Ja
Das Thema Klimaschutz ist in aller Munde. Dafür braucht es allerdings auch saubere Energie. Diese können zum Beispiel Windkraftanlagen liefern. Vor acht Jahren war schon angedacht, bei Martinshöhe und Lambsborn Windräder zu errichten. Damals wurde aber festgestellt, dass Rot- und Schwarzmilan in der Nähe brüten. Daher war es dann auch völlig richtig, im Sinne des Tierschutzes das Projekt fallen zu lassen.
Ebenso völlig richtig ist es, jetzt zu prüfen, ob sich die Situation geändert hat und die Standorte nun für Windräder genutzt werden können. Zumal ein Investor bereitstünde, der auch die Kosten für eine Änderung des Flächennutzungsplans übernehmen würde – falls Windräder aufgestellt werden könnten. Der Verbandsgemeinderat Bruchmühlbach-Miesau hat mit seiner grundsätzlichen Entscheidung pro Windkraft genau das Richtige getan. Sowohl für die Umwelt, als auch für die Gemeindekassen von Lambsborn und Martinshöhe.
Denn: Falls saubere Energie ohne Gefährdung bedrohter Arten erzeugt werden kann, sollte das getan werden. Letztendlich wäre es ja lächerlich, sein Elektroauto – und auf ein solches soll bald ja möglichst jeder umsteigen – hauptsächlich mit Energie aus Kohlekraftwerken laden zu müssen. Schon alleine damit das keinesfalls notwendig wird, sollte so viel saubere Energie wie möglich erzeugt werden.