Jungs verschicken auf dem Handy Videos mit gequälten Tieren. Wie sollen Eltern darauf reagieren?
„In der Chat-Gruppe meines 13-jährigen Sohnes werden Videos mit Tierquälerei verschickt. Er sagt, dass er die eklig findet, er sie von anderen Schülern bekommt und dann weiterschickt. Als Grund nannte er, dass alle das machen und er nicht glaubt, dass das tatsächlich passiert. Ich habe es ihm verboten, was kann ich noch tun? “
Gut, dass Sie Ihren Sohn kontrollieren, konfrontieren und Regeln erstellen, in diesem Fall ein Verbot aussprechen. Tierquälerei ist eine Straftat, die durch Versenden der Filme unterstützt wird. Das muss er verstehen. Eine schwierige Aufgabe, denn bei Ihrem pubertierenden Sohn geht es um die Zugehörigkeit zu Gleichaltrigen. Jungs in diesem Alter wollen cool und stark sein, sich etwas trauen, Grenzen überschreiten, sich schrittweise vom Elternhaus lösen. Vielleicht befürchten Sie, dass das Anschauen von Gewalt bei Ihrem Sohn gewalttätiges Verhalten auslöst? Oder sein Bild von Männlichkeit eine Richtung nimmt, die Ihnen nicht gefällt? Wie steht der Vater dazu? Seine Haltung und sein Verhalten sind ein wichtiges Modell für Ihren Sohn.
Deshalb: Ziehen Sie als Eltern an einem Strang und überlegen Sie gemeinsam, was Sie Ihrem Sohn vermitteln möchten. Sie könnten beispielsweise einen Bezug zu realen Tieren herstellen – bei Verwandten, Freunden, Nachbarn. Oder ihm dabei helfen, seine Zugehörigkeit zur Gruppe anders zu finden, indem er zum Beispiel witzige Filme verschickt. Manchmal hilft es auch, die Eltern der Mitschüler zu kontaktieren. Sie haben gute Chancen, denn da Ihr Sohn die Videos eklig findet, zeigt er, dass er Ihre Werte nicht vergessen hat.
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