Beziehungskiste
Beziehungskolumne: Was tun, wenn ein Erzieher Kindern zu nahe kommt?
Ein Erzieher kommt Kita-Kindern körperlich nah. Wie geht man damit um, ohne gleich anzuprangern?
„In der Kita meines Sohnes gibt es einen Erzieher. Meine erste Begeisterung („endlich mal ein Mann für die Jungs“) ist weg. Meine Beobachtungen von körperlicher Nähe zu einigen Kindern verursachen bei mir ein komisches Gefühl. Ich bin beunruhigt. Was kann ich tun? Soll ich ihn direkt ansprechen?“
Sie suchen eine gute Herangehensweise an ein heikles Thema. Wenn es Ihnen konkret um Ihren Sohn geht, ist die direkte Ansprache des Erziehers ein guter Weg, etwa: „Ich möchte nicht, dass Sie meinen Sohn auf den Schoß nehmen und ihn kitzeln“ oder „Wie Sie mit meinem Sohn umgehen, ist mir zu nah. Bitte wahren Sie Abstand“.
Parallel dazu ist es wichtig, dass Sie die Leitung von Gruppe und Kita über dieses Gespräch informieren und auch Ihr Unbehagen schildern. Sofern andere Kinder betroffen sind, wären deren Eltern und die Gruppenerzieher die ersten Ansprechpartner. Die Kitaleitung in ihrer Verantwortung für die gesamte Einrichtung muss in jedem Fall informiert werden. Wir raten Ihnen auch, mit anderen Eltern und dem Elternbeirat zu sprechen und zu fragen, ob es ähnliche Beobachtungen und Befürchtungen gibt. Die Erfahrung zeigt, dass schon das Nachfragen sensibilisiert und von daher Wirkung hat. Nehmen Sie Ihre Gefühle ernst, lassen Sie sich nicht abwimmeln, denn es geht um den Schutz der Kinder. Für diesen Schutz braucht man aufmerksame und mutige Erwachsene, die sich trauen, unangenehme Beobachtungen zu benennen, auch wenn es anderen nicht gefällt.
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