Beziehungskiste Beziehungskolumne: Unsicherheit

Gabriele Engel und Ursula Klotmann.
Gabriele Engel und Ursula Klotmann.

Begrenzung und Orientierung durch die Eltern – ein klassisches Thema, gerade in diesen Zeiten.

„Unsere Tochter (9 Jahre) ist viel ängstlicher geworden. Sie will nicht mehr alleine schlafen oder rausgehen. Andererseits ist sie viel fordernder und will ständig alles bestimmen. Wir sind schon sehr entgegenkommend und nachgiebig. Was können wir noch tun?“

Das klingt nach einem klassischen Eskalationsablauf: Je ängstlicher Ihre Tochter sich verhält, desto entgegenkommender werden Sie. Und je nachgiebiger Sie sich verhalten, desto fordernder wird Ihre Tochter. Ist es so? Oder ähnlich?

Wahrscheinlich geht es hier um Sicherheit gebende Begrenzung und Orientierung durch die Eltern. Denn durch Ihre Nachgiebigkeit, mit der Sie es ja sicher gut meinen, übernimmt Ihre Tochter die Führung und Sie als Eltern werden in Ihrem Verhalten reaktiv. Das Irritierende dabei: Man denkt, man hilft den Kindern mit Nachgiebigkeit. Unsere Übersetzung lautet jedoch: Ihr Kind braucht jetzt von Ihnen Sicherheit gebendes Verhalten. Damit meinen wir klare Vorgabe und Einhalten von eindeutigen Regeln, Zuverlässigkeit durch Pünktlichkeit, Vorausschaubarkeit, Einhalten von Versprechungen, verlässliche Absprachen von Abläufen und Ereignissen eingerahmt natürlich von Fürsorge und Präsenz. Übrigens: Wir leben in extrem unsicheren Zeiten und das große Ganze hat immer Auswirkungen auf das Individuum und somit auch auf jede Familie und jedes Kind. Um Ihrer Tochter Sicherheit zu geben, brauchen Sie selbst gute Strategien, mit der eigenen Unsicherheit umzugehen.

Liebe Leser, haben Sie ähnliche Fragen? Dann schicken Sie diese per Post an RHEINPFALZ am SONNTAG, Beziehungskiste; Ostbahnstraße 12, 76829 Landau oder per E-Mail an ras-beziehungskiste@rheinpfalz.de.

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