Fußball
FK Pirmasens: Folge drei der Husterhöh-Krimis
Bange Minuten, vergebener Elfer der Gäste, dann doch das Gegentor zum 1:1 in der 87., der erlösende Siegtreffer in Minute 90: Schon die Pilotfolge mit dem 2:1 über Arminia Ludwigshafen war ja nicht ohne. Beim Aufstiegsrunden-Auftakt gegen die TuS Koblenz löste sich die Spannung noch später: Siegtor in der vierten Minute der Nachspielzeit. Und am Karsamstag nun Teil drei: Wieder zeigt die Uhr 90+4, als unbändiger Jubel losbricht. Mit dem 3:2 (1:1) gegen den SV Gonsenheim hat der FK Pirmasens den dritten Sieg im dritten Titelrunden-Spiel und den fünften im Kalenderjahr bejubeln dürfen. Die Bilanz bleibt tadellos.
„Super Abschlussqualität“
Dank Maurice Schnell. „David Becker gewinnt das Kopfballduell, der Ball kommt zu mir, ich nehm’ ihn mit der Brust an und schieß’ direkt“, schilderte der angehende Polizeikommissar die Szene. Ein blitzsauberer Abschluss, der indes Co-Trainer Hagen Burkart so gar nicht verwunderte: „Als ich sehe, dass der Ball bei ihm landet, hatte ich schon ein sehr gutes Gefühl. Er hat super Abschlussqualität. Wenn ich mir einen hätte aussuchen dürfen, der das Siegtor macht, ich hätte heute Maurice gewählt“, zollte Burkart Schnell Lob – auch für starke Trainingsarbeit.
Schnell war eine halbe Stunde zuvor ins Spiel gekommen, hatte anstelle von Niklas Doll auf links agiert, war dann aber ins zentrale offensive Mittelfeld gerückt. Trainer Martin Gries hatte Kristof Scherpf nach links beordert, um „noch mal einen Impuls“ zu setzen. Luca Eichhorn, bis dahin der Beste auf dem Feld, hatte, da „etwas platt“ (Gries), weichen müssen. Wie auch immer: Am Ende hatten Gries, Burkart und Co. alles richtig gemacht.
„Dimis“ Drang in die Mitte
„Ey, mir hänn aach Intritt bezahlt ...“: Lauthals witzelnd „beschwerte“ sich ein Zuschauer auf der Gegentribüne über die gähnende Leere auf dem vor seiner Nase liegenden Wiesenstück. Wie gewohnt spielte der FKP in Halbzeit eins auf das der Stadt abgewandte Tor zu. Gegenüber der Haupttribüne hatten dort in der Koblenz-Partie Tim Hecker und Manuel Grünnagel Wirbel entfacht. Diesmal war die rechte Flanke in Hälfte eins oft verwaist. Auch, weil Jonas Vogt eine tragende Rolle einnahm und das Offensivspiel mit Vordermann Doll über links ankurbelte. „Dimi hat seinen eigenen Kopf. Er ist ein Kreativer, ihn kann man mal eigene Wege gehen lassen“, kommentierte Burkart nachsichtig lächelnd Dimitrijevics Drang in die Mitte. Immerhin war er dort fürs 1:0 zur Stelle (18.). Und ums Haar wäre er es gewesen, der den kniffligen Fall löst. 90+2 war angezeigt, als Dimitrijevic die Latte zittern ließ.
„Da kriegste so ein Ei da hinten“, beschrieb Dennis Krob den Ausgleich (45.). Auch sein 2:1 im Nachschuss bei Grünnagels Elfmeter (56.) hatte keinen Bestand. Wieder Gewimmel nach Ecke, wieder ein Gegentor (64.). Nicht schlimm. Das passte zur Dramaturgie von Folge drei der Husterhöh-Krimis.
SO SPIELTEN SIE
FK Pirmasens: Reitz - Grünnagel, Grieß, Zimmer (33. Kern), Vogt - Bohl, Becker - Dimitrijevic, Eichhorn (81. Scherpf), Doll (68. Schnell) - Krob.