1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Wie FCK-Sportdirektor Marcel Klos Deutschland 2014 zum WM-Titel verhalf

Der neue FCK-Sportdirektor Marcel Klos hatte auch Anfragen anderer Vereine.
Der neue FCK-Sportdirektor Marcel Klos hatte auch Anfragen anderer Vereine.

Marcel Klos kam über die akademische Schiene in den Profifußball. Der neue Sportdirektor des 1. FC Kaiserslautern hatte einen Anteil am deutschen WM-Titel 2014.

Die Analysegruppe von Marcel Klos macht im Nachhinein von sich reden. Klos studierte 2014 an der Sporthochschule in Köln. Dort analysierten einige Studenten während der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien die deutschen Gegner. Klos war Teamleiter einer Gruppe. Sein Team seziert den deutschen Halbfinalgegner Brasilien. „Die Nationalspieler haben die Analysen auf ihre Handys bekommen und haben sich unsere Ergebnisse angeschaut“, erzählt Klos, seit 1. März Sportdirektor beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern. Zwischendurch wurde auch kurzfristig telefoniert, um vor möglichen Szenarien wie Verlängerung, Elfmeterschießen noch einmal gezielt darauf einzugehen. Deutschland demütigte schließlich Brasilien mit 7:1 und wurde später Weltmeister. Einen Teil dazu beigetragen hat der neue FCK-Sportdirektor. „Danach gab’s ein Treffen mit der Mannschaft und mit Bundestrainer Joachim Löw. Das war natürlich für uns als Studenten damals sensationell, auch Teil dieser Mannschaft zu sein“, sagt Klos.

Elf Jahre später arbeitet der heute 36 Jahre alte gebürtige Rheinländer bei einem Verein, der besonders durch die Weltmeister Fritz Walter, Ottmar Walter, Werner Liebrich, Werner Kohlmeyer und Horst Eckel bis heute eine große Strahlkraft besitzt. Auch wegen der großen Tradition und der Ziele des FCK entschied sich Klos für Kaiserslautern. Dem Vernehmen nach waren auch der VfL Bochum und Legia Warschau an ihm interessiert. Der FCK sei für ihn aber eine Stufe über Bochum und Warschau. „Die Stadt lebt von diesem Verein“, sagt Klos im Gespräch mit dieser Zeitung. Das habe er an seinem ersten Arbeitstag erlebt. Als er am 1. März gegen 8.30 Uhr auf den Betzenberg kam, sah er einige Fans mit Schal und Trikot vor dem Stadion. An jenem Tag spielte der FCK gegen Jahn Regensburg.

Von Hamburg über Arnheim nach Genua

Marcel Klos kam vom CFC Genua. Dort arbeitete er fast drei Jahre lang unter seinem Mentor Johannes Spors, zuletzt als Technischer Direktor. Spors und Klos lernten sich bei RB Leipzig kennen. Sie harmonieren sehr gut miteinander. Beim Hamburger SV, Vitesse Arnheim und schließlich Genua bildeten sie ein starkes Team. „Ich habe ihm Einiges zu verdanken. Er ist in vielen Bereichen ein Profi und hat mir sehr viele Wege und Türen geöffnet, mir immer freie Hand gelassen. Es hat gut gepasst“, sagt Klos.

Elf Jahre arbeiteten beide zusammen. Doch während Spors nach England zu Southampton ging, verschlug es Klos in die Pfalz. „Marcel ist einer, der vorankommen möchte, einer, der klar zu seiner Meinung steht“, sagte Spors im Februar dieser Zeitung. Klos ist demnach kein Ja-Sager. Er ist aber auch kein Quertreiber. Klos ist ein Teamplayer. Er ist kommunikativ, offen, strukturiert, authentisch. Menschen, die mit ihm zusammenarbeiten, beschreiben ihn als einen angenehmen, feinfühligen Menschen. Als jemanden, der seinem Gegenüber zuhört und offen ist für Diskussionen ist.

Die Familie steht über allem

Marcel Klos ist zudem ein Mensch, für den sein privates Umfeld eine große Rolle spielt. „Ich bin ein extremer Familienmensch, das ist mir sehr wichtig und auch meine Freunde sind mir wichtig, weil natürlich dort einiges auf der Strecke bleibt, wenn man viel arbeitet“, sagt Klos. Mit seiner Verlobten hat er einen zehn Monate alten Sohn. Der junge Sprössling, aber auch der neun Jahre alte Mischling aus Australian Shepherd und Spaniel halten die jungen Eltern auf Trab. Seine Familie lebt noch in Düsseldorf, soll aber rasch in die Pfalz kommen, sagt Klos, ein begeisterter Skifahrer.

Klos hat nicht die klassische Fußballer-Laufbahn hinter sich. Er kickte in der Oberliga, studierte an der deutschen Sporthochschule in Köln, machte seinen Bachelor und Master. Er absolvierte seine A-Trainer-Lizenz und coachte die U17 von Fortuna Düsseldorf. Später sichtete er für Vereine Talente. Klos hat sich ein breites Spektrum angeeignet. Er kennt die Branche aus verschiedenen Blickwinkeln. Durch seinen internationalen Werdegang hat sich Klos einen exzellenten Ruf erarbeitet. Er ist anerkannt und bekannt dafür, einen Blick für Talente zu haben. „Durch meine Stationen ist natürlich auch ein gewisses Fundament dahinter, aber auch ein gewisses Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein“, sagt Klos: „So bin ich auch als Typ. Natürlich kommt es auch ein Stück weit darauf an, wie man sich präsentiert, aber am Ende des Tages muss immer Inhalt dahinter sein. Das spüren die Leute schnell, ob da jemand kommt, der wirklich ein Fundament an Wissen hat oder nur daherredet.“

Klos schätzt gute Pasta

Mitreden kann Klos mitunter bei der italienischen Küche. Die südländische Kulinarik und das „Dolce Vita“ lernte er zu schätzen. Besonders eine gute Pasta hat es ihm angetan. Südländisches Flair findet Klos in der Pfalz weniger vor. Das stört ihn nicht. Klos wird sich rasch in der Region zurechtfinden – wie bei seinen vorherigen Stationen. „Marcel ist niemand, der sich im Büro versteckt. Er ist kommunikativ und geht auf die Menschen zu“, sagte Johannes Spors.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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