1. FC Kaiserslautern
Das sagt der Ex-Chef über Sportdirektor Klos: „Der FCK kann sich glücklich schätzen“
Am 1. März geht es offiziell los. Dann tritt Marcel Klos seinen neuen Job an und wird Sportdirektor beim 1. FC Kaiserslautern. Der 36-Jährige hat schon viel erlebt in seiner Laufbahn, und doch bedeutet die Aufgabe in der Pfalz in gewisser Weise Neuland. Schließlich stand Klos bislang nicht in der ersten Reihe, arbeitete bei seinen früheren Klubs im Hintergrund. „Marcel wollte für sich den nächsten Schritt machen, was ich gut nachvollziehen kann, und was auch richtig ist“, sagt Johannes Spors, der Klos so gut kennt wie wohl sonst niemand im Fußballgeschäft.
Beide arbeiteten viele Jahre zusammen, erst in der vergangenen Woche trennten sich die Wege. Spors war bis vor ein paar Tagen als Sportdirektor bei Genua CFC tätig, wo ihm Klos als Technischer Direktor unterstellt war. In einer ähnlichen Konstellation arbeiteten Spors und Klos bereits bei RB Leipzig, dem Hamburger SV und dem niederländischen Traditionsverein Vitesse Arnheim zusammen. „Wir haben uns in Leipzig kennengelernt. Danach hat es immer gepasst, als wir nach Hamburg, nach Arnheim oder nach Genua gegangen sind“, erzählt Spors. Er selbst verließ Genua gerade in Richtung England und heuerte beim Premier-League-Klub FC Southampton an. Klos kehrte nach Deutschland zurück und übernimmt den Aufgabenbereich, der beim FCK seit dem Abgang von Enis Hajri Ende des vergangenen Jahres verwaist war.
Internationale Kontakte, guter Blick für Talente
„Der FCK kann sich glücklich schätzen, so einen Mann mit diesem internationalen Profil für sich gewonnen zu haben“, ist Spors überzeugt. Auch andere, die in den vergangenen Jahren mit Klos eng zusammengearbeitet haben, loben die Fähigkeiten des künftigen FCK-Sportdirektors. Er habe einen guten Blick für Talente nachgewiesen, verfüge über gute internationale Kontakte und werde die sicher auch in Kaiserslautern nutzen. „Er hat ausgezeichnete Fähigkeiten im Bereich der Kaderplanung mit allem, was da dazugehört“, sagt sein früherer Chef Spors.
Klos ist seit dem zurückliegenden Sommer Vater eines Sohnes und genießt seither das familiäre Glück. An seinem Engagement für den Job ändert das aber nichts. Für Spors sind die fachlichen Qualifikationen von Klos wichtig, aber nicht entscheidend für seine hohe Meinung über ihn: „Über allem steht erst mal, dass Marcel ein überragender Typ ist, der hochprofessionell arbeitet und immer loyal zu seiner Aufgabe steht.“ Zudem wird der neue FCK-Sportchef als kollegial, aber durchsetzungsstark in der Sache beschrieben. Einen „Ja-Sager“ hat sich FCK-Geschäftsführer Thomas Hengen nicht an seine Seite geholt. Ein Insider sagt: „Marcel ist einer, der vorankommen möchte, einer, der klar zu seiner Meinung steht.“
„Wechsel passt für beide Seiten“
Klos übernahm in Arnheim, aber auch in Genua, bereits Führungsaufgaben, auch wenn Spors medial in der ersten Reihe stand. Bislang arbeitete der 36-Jährige mehrheitlich abseits der Öffentlichkeit, brachte sein Know-how ein, ohne ins Rampenlicht zu rücken. Das dürfte sich künftig ändern, denn als Sportdirektor steigt nicht nur die Verantwortung, sondern auch das Interesse an seiner Person bei Anhängern und Medien. Spors ist überzeugt, dass der neue starke Mann bei den Roten Teufel bereit für die Aufgabe ist. „Marcel ist niemand, der sich im Büro versteckt, er ist kommunikativ und geht auf die Menschen zu“, sagt Spors. Final hat der langjährige Chef eine klare Meinung: „Ich glaube, dieser Wechsel passt für beide Seiten.“
Revanchegelüste gegen den HSV
Am Freitag wird Klos aus der Entfernung die Daumen drücken, wenn die Profis seines künftigen Arbeitgebers beim Hamburger SV antreten. Im Topspiel der Zweiten Liga (Anpfiff ist um 18.30 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de) geht es für die Lauterer darum, mit einem Sieg ihre Stellung als bestes Team des Jahres 2025 zu verteidigen.
Trainer Markus Anfang freut sich auf das Duell des Zweiten gegen den Dritten der Tabelle. „Wenn man da rausgeht, der Rasen ist etwas feucht und die Kulisse macht Dampf, das ist doch wunderbar“, sagt der Trainer mit Blick auf die Partie im ausverkauften Volksparkstadion. Rund 6000 FCK-Fans werden ihr Team in den Norden begleiten, das offizielle Kontingent an Gästetickets ist vergriffen. In der Hinrunde schrammten die Lauterer knapp an einem Sieg vorbei, kassierten den Ausgleich zum 2:2 erst spät in der Nachspielzeit. Dafür wollen sich die Roten Teufel revanchieren.
Gelingt der Coup beim HSV, würde Marcel Klos seinen Dienst am 1. März bei einem Klub antreten, der in der Zweiten Liga auf einem Aufstiegsplatz steht. Das sind verlockende Aussichten.
