FCK RHEINPFALZ Plus Artikel Perfekter Derby-Tag für die Roten Teufel zur Premiere

Wie verwandelt: Die Spieler des FCK zeigten sich zum Einstand ihres neuen Trainers wie verwandelt auf dem Rasen. Der Lohn: gemei
Wie verwandelt: Die Spieler des FCK zeigten sich zum Einstand ihres neuen Trainers wie verwandelt auf dem Rasen. Der Lohn: gemeinsamer Torjubel. Auf unserem Bild herzen sich die beiden Torschützen Hendrick Zuck (links) und Marius Kleinsorge.

Zum Einstand von Trainer Marco Antwerpen gewinnt der 1. FC Kaiserslautern das kampfbetonte Derby beim SV Waldhof verdient mit 2:0. Der 49-Jährige hat die Mannschaft vom Kopf auf die Füße gestellt. Zwei zuletzt Ignorierte treffen.

Der Neue-Trainer-Effekt. Und was für einer. Oben auf der Tribüne jubelten Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt und Videoanalyst Niklas Martin. Unten auf dem Rasen klatschten sich die Roten Teufel in der Heimat der Blau-Schwarzen freudig ab: Der 1. FC Kaiserslautern hat sich zum Einstand des an der Seitenlinie extrem aktiven Marco Antwerpen wie verwandelt gezeigt. Im Derby beim SV Waldhof Mannheim gingen die zuvor meist viel zu harmlosen und braven Lauterer aggressiv und energisch zu Werke, attackierten früh. Der Lohn: ein verdienter 2:0 (2:0)-Sieg, der erste dreifache Punktgewinn im neuen Jahr.

Antwerpens Schachzüge nach zweieinhalb Trainingstagen fruchteten: Hendrick Zuck und Marius Kleinsorge, die unter Antwerpens Vorgänger Jeff Saibene zuletzt außen vor waren, standen in der Startelf – und vollbrachten Entscheidendes. Der spielintelligente Zuck traf zum 1:0 (14.). Der herausragende Kleinsorge, mit Hikmet Ciftci der beste Mann auf dem Platz, legte das 2:0 (20.) nach.

Torschütze Zuck: „Wahnsinnsspiel“

„Wir waren im Defensivverbund konsequent und haben sehr gut Fußball gespielt“, sagte FCK-Trainer Antwerpen überglücklich nach seinem gelungenen Einstand. „Ein Wahnsinnsspiel, du hast gespürt, wir wollten das Derby unbedingt gewinnen“, sagte Zuck, der mit seinem 1:0 den Türöffner gab. Waldhofs Trainer Patrick Glöckner reklamierte indes zuvor Stürmerfoul von Marvin Pourié an Marco Schuster – kann man, muss man nicht geben.

Der SV Waldhof, bis dahin die Mannschaft der Stunde in der Dritten Liga, fand gegen die hochkonzentrierten Roten Teufel kein Mittel, war offensiv viel zu harmlos. Die entscheidenden zweiten oder dritten Bälle schnappten sich die wie ausgewechselt auftretenden Lauterer, die nun 15. sind, Mannheim bleibt Siebter.

„In den entscheidenden Szenen waren wir ein Stück zu weit weg. Wir haben wenig Torgefahr ausgestrahlt, der Sieg geht nicht unverdient an Kaiserslautern“, sagte SVW-Trainer Glöckner.

Fünf neue Spieler in der Startelf

Sein Kollege Antwerpen entschied sich nach der blamablen 0:1-Niederlage vor Wochenfrist gegen Wehen Wiesbaden für fünf neue Spieler in der Startelf und für teils radikale Umstellungen, was die Positionen angeht. So spielte Zuck erstmals seit Langem wieder Linksverteidiger, der dort bisher stets gesetzte Adam Hlousek war dafür gar nicht im 18er-Kader. Tim Rieder, ebenfalls zurück in der Anfangsformation, rückte vom defensiven Mittelfeld in die Innenverteidigung. Jean Zimmer rückte von rechts offensiv eine Position nach hinten und hielt seine Seite gegen Rafael Garcia bemerkenswert dicht.

Antwerpen hat sein Team auf Offensive und frühes, konsequentes Anlaufen getrimmt. Der in den vergangenen Monaten immer wieder eingeforderte Mut war diesmal auch wirklich auf dem Rasen zu sehen. Die Lauterer waren von Anfang bis Ende hellwach. Kleinsorge und im defensiven Mittelfeld Hikmet Ciftci machten ihr bisher bestes Spiel im FCK-Dress.

Quirliger Winterzugang

Der quirlige Winterzugang Anas Ouahim belebte die Lauterer Offensive mit seinen Dribblings, riss mit Kleinsorge Löcher in Waldhofs Abwehrverbund. In der 23. Minute indes hätte Ouahim Rot statt Gelb sehen müssen, als er mit beiden Beinen voraus Gerrit Gohlke umgrätschte. Gohlke stand auch beim 2:0 im Mittelpunkt, bekam den Ball nicht weg, den Kleinsorge selbst gegen Marcel Gottschling eroberte und mit Ouahim quasi über Bande spielte. „Das Ding wollten wir unbedingt ziehen“, sagte Antwerpen nach seiner Premiere, „ich denke, das hat man gesehen.“

So spielten sie

SV Waldhof Mannheim: Königsmann - Gottschling, Gohlke, Seegert, Hofrath (75. Roczen) - Schuster, Saghiri (65. Jurcher) - Costly, Gouaida (58. Christiansen), Garcia (58. Jastrzembski) - Martinovic

1. FC Kaiserslautern: Spahic - Zimmer, Rieder, Winkler, Zuck (71. Senger) - Sickinger (82. Ritter), Ciftci - Redondo, Ouahim, Kleinsorge (61. Skarlatidis) - Pourié (82. Hanslik)

Tore: 0:1 Zuck (14.), 0:2 Kleinsorge (20.) - Gelbe Karten: Gottschling (8), Martinovic (3), Gohlke (2) - Winkler (2), Ouahim (2), Rieder (6), Kleinsorge (6), Spahic (2), Ciftci (6), Antwerpen (Trainer) - Beste Spieler: Schuster, Seegert - Kleinsorge, Ciftci, Pourié, Winkler - Schiedsrichter: Siewer (Olpe).

Stimmen und Stimmungen: Der „allergeilste“ Derbysieg und eine „Riesenehre“

Kommentar: Balsam für die FCK-Seele

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