Kommentar
Balsam für die FCK-Seele
Es war eine Szene, die bezeichnend war für dieses Derby: Die 78. Minute lief, der Waldhof hatte die Gelegenheit zum Anschlusstreffer, doch der eingewechselte Marvin Senger machte diese mit einem starken Sprint und einer großartigen Grätsche gegen Gillian Jurcher zunichte. Alles oder nichts. Sieben Gelbe Karten (inklusive Trainer) sammelten die Roten Teufel, hatten das Glück des Tüchtigen bei mehreren zweiten Bällen, aber auch, dass Schiedsrichter Thorben Siewer Anas Ouahim für dessen hartes Einsteigen gegen Gerrit Gohlke nicht die Rote Karte zeigte (23.).
Spalier für den Mannschaftsbus
Der FCK lieferte im Mannheimer Carl-Benz-Stadion am Samstag das ab, was sich die Fans wünschen: Leidenschaft, Aggressivität, Mut. Das wurde belohnt. Belohnt an einem Tag, an dem der Tross der Roten Teufel am Seehotel Gelterswoog von zahlreichen Fans auf den Weg nach Mannheim mit reichlich Pyrotechnik verabschiedet worden ist. Die Anhänger standen Spalier für den Mannschaftsbus. „Das ist extrem motivierend, wenn da 200 Leute mit Bengalos stehen. Das war Gänsehaut pur“, sagte Marius Kleinsorge. Am Betzenberg ist die Mannschaft am Abend euphorisch von Fans empfangen worden. Vor dem Geisterspiel hatten sich 100 Waldhof-Anhänger vor der Arena versammelt.
Trainer drehen an richtigen Stellschrauben
Marco Antwerpen und Frank Döpper haben in ihren ersten Tagen an den richtigen Stellschrauben gedreht. Das mit akribischer Arbeit. So wurde im Training viel Wert auf Details gelegt. Klare Ansagen, viele motivierende Worte. Wer Marius Kleinsorge am Samstag auf dem Rasen sah, der hatte das Gefühl, da rennt, da ackert ein ganz neuer Spieler. Auch Simon Skarlatidis ist zurück, durfte eine halbe Stunde ran.
Die Mannschaft ist gefordert
„Das ist die Leistung, die wir in Zukunft sehen wollen“, meinte Antwerpen. Den Fans spricht er damit aus der Seele. Der FCK steckt weiter im Abstiegskampf, vieles war bislang in dieser Saison schlecht. So mancher hat seit Samstag aber wieder Hoffnung. Die Mannschaft ist nun gefordert, weitere solcher Auftritte folgen zu lassen.
