1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Lädiertes Offensivgeschwader – das FCK-Problem vor dem Saisonfinale

Totalausfall: Kann diese Jubelnummer in Köln gar nicht stattfinden, weil Daisuke Yokota (rechts) oder Kenny Prince Redondo ausfa
Totalausfall: Kann diese Jubelnummer in Köln gar nicht stattfinden, weil Daisuke Yokota (rechts) oder Kenny Prince Redondo ausfallen – oder gar beide?

Dem 1. FC Kaiserslautern drohen beim 1. FC Köln gleich mehrere Angriffsstützen auszufallen. Wie würde Trainer Torsten Lieberknecht dem begegnen?

Ist’s ein Bluff? Eine List, um Friedhelm Funkel, dem Trainer des gastgebenden 1. FC Köln, das Entwerfen einer Taktik zu erschweren? Handelsübliche Plänkelei, um etwas Aufstellungskitzel zu erzeugen? Mitnichten, betont Torsten Lieberknecht, Funkels Gegenstück in Diensten des 1. FC Kaiserslautern. Glaubt man dem 51-Jährigen, und warum sollte man das nicht, droht ihm mit Blick auf das Saisonfinale an diesem Sonntag (15.30 Uhr, Liveblog) der Ausfall des beinahe kompletten Offensivgeschwaders.

Dass Kenny Prince Redondo aufgrund der beim 2:1 gegen Darmstadt 98 quittierten fünften Gelben Karte fehlen wird, ist unumstößlich; dass Ragnar Ache und Daisuke Yokota ausfallen, nicht unwahrscheinlich. Aufgrund anhaltender Wadenprobleme trainierte Mittelstürmer Ache in dieser Woche nur sehr dosiert, Yokota fehlte wegen Schambeinbeschwerden, die ihn seit Längerem einschränken. Im Falle Aches, sinniert Lieberknecht, befinde man sich gar in einem „Wettlauf mit der Zeit“.

Vorlage für Verschwörungstheoretiker

Die Personalie ist pikant. Zu Beginn der Woche verkündete der TV-Sender „Sky“, der 1. FC Köln mache im Werben um den 26-jährigen Ache „ernst und ernster“. Im Falle eines Aufstiegs in die Bundesliga wolle man den in dieser Spielzeit bis dato 18-mal erfolgreichen Goalgetter verpflichten; konkrete Gespräche seien im Gange.

Dass dies Verschwörungstheoretiker auf den Plan ruft, nimmt nicht wunder. Würde Ache einen potenziellen neuen Arbeitgeber abschießen und sich somit selbst eine Option verbauen? Was, würde er in dem entscheidenden Spiel enttäuschen – würden dann nicht sofort die Rufe laut, er habe für den FCK in dieser Partie nicht sein Bestes gegeben? Manch einer empfahl gar, Ache nicht aufzubieten, um ihn zu schützen.

Das freilich wäre fahrlässig, schließlich ist Ache Profi genug, um sich auf das Hier und Jetzt zu fokussieren, und das offenbart den Roten Teufeln eine – wenn auch verschwindend kleine – Chance, auf der finalen Saisonetappe doch noch den Relegationsrang zu erklimmen. Obendrein dürfte es Ache (aus welchem Grund auch immer) nicht gefallen, in seinem vermutlich letzten Spiel für den 1. FC Kaiserslautern nur zusehen zu können. Gleiches gilt für Yokota, dessen Leihe aus Gent nach der Runde endet. Dass der Betzenberg weiterhin die sportliche Heimat des wendigen Japaners ist, scheint ausgeschlossen.

Alidou? Opoku? Ranos?

Wen also aufbieten, sollte das Trio passen müssen? Redondo gab zuletzt den linken Schienenspieler, dieser Part ließe sich mit Florian Kleinhansl oder Erik Wekesser recht einfach besetzen, obgleich beide nicht Redondos Tempo vorweisen können. Kniffliger ist die Bestückung in der Abteilung Attacke. Erster Yokota-Ersatz wäre vermutlich Faride Alidou, der sich gegen Darmstadt 98 jedoch nicht für weitere Aufgaben empfahl und darüber hinaus den Zorn des Publikums spürte, als er Ball und Gegner nicht hinterherlief, sondern einfach stehen blieb.

Gewährt Torsten Lieberknecht Aaron Opoku in seinem letzten Spiel für den FCK einen Einsatz? Oder beordert er Jean Zimmer eine Position nach vorne auf die rechte Außenbahn, mit Frank Ronstadt dahinter? Aches erster Back-up hieße Grant-Leon Ranos. Seine „Empfehlung“ bislang: 41 Rückrundenminuten, dabei 41 Ballkontakte, eine Flanke, ein Dribbling, ein Torschuss. So oder so dürfte Daniel Hanslik als eine Spitze gesetzt sein.

Machte im Training auf Torsten Lieberknecht mächtig Eindruck: Afeez Aremu (links).
Machte im Training auf Torsten Lieberknecht mächtig Eindruck: Afeez Aremu (links).

Aufhorchen ließ Lieberknecht während der Pressekonferenz am Freitag mit seinen Worten zu dem wieder fitten und einsatzbereiten Afeez Aremu. „Er ist voll belastbar“, sagte der Trainer, „und das ist sehr erfreulich, denn das was ich von ihm in zwei Trainingseinheiten gesehen habe, ist top. Ich weiß nun, warum man ihn vermisst hat.“ Letztmals auf dem Platz stand Abräumer Aremu am 2. Februar. Bietet Lieberknecht ihn dennoch als einen von zwei Sechsern auf? Marlon Ritter könnte weiter nach vorne rücken – und Offensivprobleme beheben.

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