1. FC Kaiserslautern
Klement-Zwist? FCK-Trainer Schuster verneint
Im vorletzten Heimspiel der Zweitliga-Saison will der 1. FC Kaiserslautern am Samstag (ab 13 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de, Sky) das Publikum beglücken, der anwesenden Meistertruppe des Jahres 1998 beste Unterhaltung bieten und den zwölften Saisonsieg verbuchen. Aus mehreren Gründen dürfte das nicht so einfach werden.
Problem eins: das Personal. Die Roten Teufel werden nicht in Bestbesetzung antreten können. Marlon Ritter fehlt wegen eines beim Spiel in Nürnberg erlittenen Muskelfaserrisses. Hinter Nicolai Rapp (Ziehen im Oberschenkel), Kevin Kraus (Sprunggelenksblessur) und Nicolas de Préville (Faserriss) stehen Fragezeichen. Da auch der Einsatz des etatmäßigen Schlussmannes Andreas Luthe aufgrund eines geschwollenen Handgelenks unklar ist, könnte Julian Krahl zu seinem zweiten Pflichtspiel in Folge kommen.
Der Trend der letzten zehn Spiele
In Nürnberg blieb dem 23-Jährigen keine Möglichkeit, sich auszuzeichnen, dafür musste er drei Bälle aus dem Netz holen. „Wenn er denn spielen sollte, dann wünsche ich ihm ein glücklicheres zweites Spiel und vielleicht eine weiße Weste“, sagt Cheftrainer Dirk Schuster und betont: „Julian hat das Potenzial, ein Zweitliga-Torhüter zu sein.“
Problem zwei: der Trend. Der FCK wurde nach dem 3:3 in Nürnberg abermals und zu Recht für seine große Moral gelobt. In den zurückliegenden zehn Spielen gelangen allerdings nur zwei Siege, bei vier Unentschieden und vier Niederlagen. 18 Punkte hat das Pfälzer Fußball-Ensemble nach Rückständen eingefahren (drei Siege, neun Unentschieden), damit belegt es ligaintern Platz eins vor Darmstadt 98 und Holstein Kiel (je 15). Dirk Schuster wäre es freilich lieber, seine Elf würde gar nicht erst ins Hintertreffen geraten und derlei Kraftanstrengungen nicht benötigen. Beim „Club“ hätte es seiner Elf in jenen Bereichen an der letzten Konsequenz gefehlt, „wo es interessant wird“ – im eigenen und im gegnerischen Strafraum also.
Ein Gegner unter enormem Druck
Problem drei: der Gegner. Arminia Bielefeld wollte nach dem Sturz aus der Bundesliga sofort ins Oberhaus zurückkehren, unterdessen müssen die Ostwestfalen Obacht geben, nicht in Liga drei durchgereicht zu werden. Als Sechzehnter des Klassements hat die Elf von Trainer Uwe Koschinat, der dritte Bielefelder Übungsleiter in dieser Spielzeit, vier Punkte Rückstand auf das rettende Ufer, aber nur zwei Zähler Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz. Drei Spieltage stehen aus, die Luft wird immer dünner.
„Für mich ist die Bielefelder Position überraschend, sie haben einen qualitativ hochwertigen Kader. Sie müssen dieses Spiel bei uns fast schon gewinnen, um den Worst Case zu vermeiden“, sagt Dirk Schuster. Die Arminia wird sich auf dem Betzenberg mit Zähnen und Klauen gegen den nächsten Nackenschlag wehren. Ob in Vorlage oder Rückstand: der FCK wird Hingabe benötigen.
„Die Diskussion verstehe ich nicht“
Angesichts der Personalsorgen gerade im zentralen Mittelfeld scheint es sehr wahrscheinlich, dass der in Nürnberg herausragend agierende Philipp Klement zum ersten Mal seit dem 18. März in die Anfangsformation rückt. Klement ist nicht gerade Schusters Lieblingsthema. Verlässt der 30-Jährige trotz bestehenden Vertrages den FCK etwa schon wieder, weil er und Schuster oder dessen Spielidee nicht kompatibel sind?
Der Trainer hat für derartige Gedanken kein Verständnis: „Diese Diskussion verstehe ich nicht, es ist auch genug dazu gesagt worden. Seine Leistung in Nürnberg hat uns sehr gefreut. Alles andere ist mir absolut zu weit hergeholt, das geht mir eine Spur zu weit. Wir sind im Austausch, ich lasse mir da keine Probleme hineininterpretieren.“ Klement habe sich angeboten für die Startelf, zum Spieltagskader gehöre er sowieso. „Und das lassen wir dann bitte auch so stehen.“
