1. FC Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Friedhelm Funkel beim FCK: Ein Hauch Normalität und ein ehrlicher Trainer

Da geht es lang: Friedhelm Funkel gibt die Richtung vor, Kevin Kraus muss ihr folgen.
Da geht es lang: Friedhelm Funkel gibt die Richtung vor, Kevin Kraus muss ihr folgen.

Weniger Zaungäste, aber motivierte Spieler: Der zweite Tag von Friedhelm Funkel verläuft ruhig. Der FCK-Trainer befindet sich im Kennenlernprozess.

„Das war schon intensiv“, sagte Jan Elvedi. Der Verteidiger des 1. FC Kaiserslautern hatte gerade die erste Trainingseinheit hinter sich gebracht, die von Friedhelm Funkel angeleitet worden war. „Da gibt jeder immer 120 Prozent“, fügte der Schweizer an. Der Wechsel auf dem sportlichen Kommandostand beim FCK hatte seine erste Wirkung nicht verfehlt. Die Profis des Zweitligisten wissen um die Besonderheit eines Trainerwechsels: unter dem neuen Mann werden die Plätze in der Startformation neu vergeben.

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Als am Donnerstag, an Tag zwei der „Mission Funkel“, auf dem Nebenplatz des Fritz-Walter-Stadions trainiert wurde, war fast schon wieder Normalität eingekehrt. Nicht auf dem Rasen, wo die Spieler in zwei Einheiten versuchten, Pluspunkte beim neuen Chef zu sammeln – und das Engagement entsprechend groß war. Aber die vielen Kamerateams waren verschwunden, die am Mittwoch die Ankunft von Funkel auf dem Betzenberg begleitet hatten. Zudem waren anstelle von fast 1000 Schaulustigen, die die Neugier am Mittwoch zum Fritz-Walter-Stadion gelockt hatte, nunmehr viele altbekannte Gesichter zugegen, die regelmäßig beim Training der Roten Teufel vorbeischauen.

Nach und nach kennenlernen

Für den Cheftrainer waren die Bedingungen besser, um seiner vordringlichsten Aufgabe nachzukommen. „Ich werde die Jungs nach und nach kennenlernen“, hatte Funkel bei seiner Vorstellung gesagt. Nur mit Jean Zimmer und Marlon Ritter, jeweils in seiner Zeit als Coach bei Fortuna Düsseldorf, hat er schon zusammengearbeitet. Die restlichen Spieler des FCK kennt der neue Chef nur von der einstigen Gegnervorbereitung oder aus dem Fernsehen. Das soll sich schnellstmöglich ändern, weil Funkel als ein Trainer gilt, dessen Stärke das Gespür für seine Spieler ist. „Er ist als Mensch herausragend“, rühmt FCK-Kapitän Zimmer den alten (in Düsseldorf) und neuen Vorgesetzten.

Hat die neuen Spieler im Blick: FCK-Coach Friedhelm Funkel.
Hat die neuen Spieler im Blick: FCK-Coach Friedhelm Funkel.

Mit dieser Qualität muss Funkel seiner Mannschaft die Angst vor dem Scheitern nehmen. In den zurückliegenden Spielen unter seinem Vorgänger Dimitrios Grammozis war offensichtlich geworden, dass die Profis Angst haben, zu verlieren. Gab es Rückschläge innerhalb der 90 Minuten, fanden die Lauterer keinen Weg mehr zurück. Vier Mal führten die Roten Teufel in den sechs Ligaspielen unter Grammozis, nur gegen Schalke resultierten daraus Punkte.

Erst mal überlegen

Friedhelm Funkel soll das ändern, und hat in der Vergangenheit unter Beweis gestellt, dass er schweren Situationen gewachsen ist. Vor knapp drei Jahren hatte er schon einmal aus dem „Ruhestand“ heraus einen Traditionsklub vor dem Absturz bewahrt. Beim 1. FC Köln hatte er dafür weniger Zeit und den Geißblock-Klub auf einem Abstiegsplatz übernommen. Am Ende reichte es über die Relegation gegen Holstein Kiel für den Klassenverbleib. In der Pfalz hoffen die Menschen, dass das Saisonziel ohne Umweg über Entscheidungsspiele gegen einen Drittligisten erreicht werden kann. Der neue Trainer weiß das – und geht die Aufgabe trotzdem mit großer Gelassenheit an.

Den Umgang mit der Ist-Situation kann vielleicht nur entwaffnend ehrlich kommentieren, wer wie Funkel gefühlt schon alles gesehen und erlebt hat, was in der Welt des Profifußballs passieren kann. „Ich werde mir das noch überlegen“, sagte der 70-Jährige mit Blick auf seine Idee, wie er die Lauterer Profis zu neuem Selbstvertrauen verhelfen und wie er die Defensivschwäche des FCK beheben will. An dieser Aufgabe war nicht nur Grammozis, sondern zuvor auch schon Dirk Schuster gescheitert.

Zum dritten Mal gegen den „Club“

Bis Sonntag hat der neue Coach Zeit, um zu Ergebnissen der Denkaufgabe zu gelangen. Mit dem Duell beim 1. FC Nürnberg (13.30 Uhr, Liveblog bei rheinpfalz.de) startet er die Pflichtspiel-Mission mit dem FCK. Mit den „Clubberern“ bekommen es die Roten Teufel in der laufenden Spielzeit zum dritten Mal zu tun – jeweils mit einem anderen Coach auf der Bank. Den 3:1-Sieg im Ligahinspiel leitete Schuster an, beim 2:0 im DFB-Pokal-Achtelfinale feierte Grammozis seine Premiere beim FCK. Nun also steht Friedhelm Funkel in der Verantwortung. Dritter Trainer, dritter Sieg?

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