1. FC Kaiserslautern
FCK-Kapitän Marlon Ritter geht in schwerer Phase voran
Marlon Ritter klatscht in die Hände. Er scheint zu sagen: „Auf geht’s Männer, den Kopf nicht hängen lassen.“ Wenige Augenblicke zuvor hat der 1. FC Kaiserslautern am Samstag gegen Eintracht Braunschweig in der Zweiten Fußball-Bundesliga das zwischenzeitliche 0:1 (51.) kassiert. Und es ist der Kapitän, der seine Teamkollegen zum Weitermachen antreibt.
Vor allem einer kann die Aufmunterung gut gebrauchen: Tim Breithaupt. Der defensive Mittelfeldspieler ist es, der durch einen Fehlpass die Braunschweiger Chance überhaupt erst ermöglicht hat. Und auch beim 0:2 (53.) spielt wieder Breithaupt im Eintracht-Stadion den Ball in die gegnerischen Füße. „Fehler gehören zum Fußball dazu. Dass Braunschweig das eiskalt ausnutzt, ist umso unglücklicher für uns“, sagt FCK-Sportdirektor Marcel Klos nach dem Abpfiff. „Jeder hat gesehen, dass Tim einen Fehler gemacht hat. Das weiß er auch. Das macht er nicht mit Absicht. Ich fände es schlimmer, wenn er einen Fehler macht und nicht mehr hingeht“, sagt Kapitän Marlon Ritter. „Wenn keiner einen Fehler macht, geht jedes Spiel 0:0 aus. Lieber macht jemand zwei Fehler, als gar nicht den Ball zu fordern.“
„Das gilt auch für Jean Zimmer“
Ritter treibt seine Teamkollegen beim 0:2 in Braunschweig nicht nur verbal an, er geht auch voran. Immer wieder initiiert er – wenn auch nicht alle seine Ideen zu einem Torabschluss führen– Aktionen in der Offensive. In Defensivaktionen zeigt er vollen Einsatz, wirft sich in Bälle. Das merken auch die Teamkollegen auf dem Rasen. Über die Art des Kapitäns, die Spieler nach Rückschlägen wieder anzufeuern, sagt FCK-Abwehrmann Maximilian Bauer nach der Niederlage in Braunschweig: „Das ist schon wichtig. Das gilt aber auch für einen Jean Zimmer, der heute nicht gespielt hat.“
In Braunschweig hat es lange gedauert, ehe die FCK-Offensive in Fahrt kommt. Der erste Torabschluss – unmittelbar vor dem ersten Gegentreffer – gelang erst nach der Halbzeitpause: Ragnar Ache schießt über das Tor der Hausherren (51.). Später vergeben erst Leon Robinson (58.), dann erneut Ache (88.) Großchancen. „Ich habe trotzdem gesehen, dass wir es unbedingt wollten, wir haben alles versucht. Am Ende waren alle vorne, die größer als 1,70 Meter waren“, berichtet Ritter nach dem Abpfiff.
Ritter stemmt sich gegen Niederlage
Schon gegen Nürnberg war er es, der sich mit allen Mitteln gegen die Niederlage wehrte. Er erzielte den einzigen Lauterer Treffer vom Elfmeterpunkt. Zuvor trat er aus Frust über eine vergebene Chance mit Wucht in die Werbebande. Es half nichts, die Roten Teufel unterlagen 1:2. „Wir sind alle in der Pflicht, nicht nur ich“, sagt Ritter in Braunschweig. „Jeder der spielt – oder nicht spielt – muss versuchen, das beste aus der Saison zu machen.“
Am kommenden Sonntag ist der FC Schalke 04 (13.30 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de) auf dem Betzenberg zu Gast. Für den FCK ist es die nächste Gelegenheit, die seit inzwischen drei Spielen andauernde Pleitenserie zu beenden. Für Ritter ist diese knifflige Phase aber noch lange kein Grund, in Selbstmitleid zu versinken. „Es geht weiter“, sagt er.
Gegner spielen für den FCK
Denn: Der FCK steckt noch immer mitten drin im Aufstiegsrennen. Da helfen sicherlich teilweise auch die Ergebnisse der Konkurrenten, die sich wie etwa beim 1:1 zwischen der SV Elversberg und Fortuna Düsseldorf gegenseitig die Punkte abluchsen. Für den FCK ist ohnehin etwas anderes wichtiger, wie Ritter anmerkt: „Wir haben eine sorgenfreie Saison gespielt, die wir uns das gewünscht haben. Wir wollten alle nicht noch einmal eine Spielzeit erleben wie vergangenes Jahr. Da mussten wir bis zum Ende zittern.“
Vom Aufstiegsrennen möchte auch Sportdirektor Klos nichts wissen. Im Umfeld des Vereins sei es ruhig, sagt er. „Es gibt eine positive Grundstimmung, wir wollen Spiele gewinnen. Dass wir das derzeit nicht tun, liegt daran, dass das Momentum nicht auf unserer Seite ist.“ Eine Diskussion um Cheftrainer Markus Anfang sei daher auch nicht angebracht. Doch am Montag sickerte durch, dass Schalke 04 offenbar an Anfang interessiert sei. Das behauptet „Sky“. Anfang hat beim FCK einen Vertrag über die aktuelle Saison hinaus. Somit müsste Schalke 04 eine Ablösesumme bezahlen. Neben Anfang geistert der Name Raul als Trainer-Wunschkandidat bei S04.
„Wir können noch zwölf Punkte holen“
Noch viermal hat der FCK in der laufenden Spielzeit die Gelegenheit, Punkte einzufahren. Nach dem Spiel gegen Schalke müssen die Roten Teufel beim Derby gegen den Karlsruher SC ran. Danach kommt der SV Darmstadt nach Kaiserslautern. Zum Saisonabschluss sind die Roten Teufel beim 1. FC Köln zu Gast. Gegen die „Lilien“ setzte es im Dezember 2024 eine deutliche 1:5-Schlappe. Auch gegen Köln ging der FCK leer aus. Das soll nun besser werden. „Wir können immer noch zwölf Punkte holen“, sagt Ritter. Jedes Spiel gewinnen wollen – der Kapitän treibt weiter an.
