1. FC Kaiserslautern FCK holt im Winter neue Spieler für den Klassenkampf
Trainer Jeff Strasser hofft, den Klassenerhalt noch erzwingen zu können
Der 1. FC Kaiserslautern verdankt das 1:1 (0:1) gegen den favorisierten 1. FC Nürnberg seinem grandiosen Torhüter Marius Müller, aber auch der großartigen Moral der kampfstarken, blutjungen Mannschaft. In der ersatzgeschwächten FCK-Formation gab Torben Müsel sein Startelfdebüt. Der 18-Jährige stürmte an der Seite von Sebastian Andersson und sah sich mit zwei der besten Innenverteidiger der Liga konfrontiert: Georg Margreitter und der Ex-Lauterer Ewerton ließen bis zur Pause keine Lauterer Torchance zu. Nach einer guten Linksflanke Leon Guwaras traf Müsel den Ball in guter Position nicht richtig – daraus hätte die Stürmerhoffnung mehr machen können (17.). Nach Phillipp Mwenes Einwurf legte Andersson den Ball clever mit der Brust vor, doch Müsel verzog (60.).
Schwächen schonungslos offen gelegt
Der Club setzte auf eine Lockvogel-Taktik, versuchte mit seiner Ballbesitz-Strategie den FCK aus der Deckung zu holen, um dann über die schnellen Außen Edgar Salli und Tobias Werner Kapital zu schlagen. Die erste ernsthafte Torannäherung der Nürnberger wusste Torjäger Mikael Ishak – unbelästigt von Stipe Vucur – nach Valentini-Flanke per Kopf noch nicht zu veredeln (22.). Zwei Minuten später aber führte der Bundesliga-Aspirant. Nach einem Ballverlust Brandon Borrellos rettete Patrick Ziegler zur ersten Ecke, die Enrico Valentini von links servierte, Ishak legte die Schwäche der Lauterer bei Standards schonungslos offen.
Köllner: "Zu sehr versucht zu verwalten"
Per Kopf sorgte er mit seinem zwölften Saisontor für das 0:1. „Wir haben das Spiel am Anfang gut kontrolliert, aber schon in der ersten Halbzeit zu sehr versucht, das Ergebnis zu verwalten“, sagte Club-Coach Michael Köllner. Er trauerte der von Salli nach Nils Seuferts Ballverlust vertanen Riesenchance zum 2:0 nach, als Marius Müller gegen den allein vor ihm auftauchenden Nürnberger rettete (55.). In der 74. Minute parierte Müller famos gegen Hanno Behrens, den Ishak freigespielt hatte. Drei Minuten später hatten die Roten Teufel Dusel, als Behrens den Pfosten traf.
Borello: "Muss endlich Tore schießen"
Die Lauterer Mannschaft steigerte sich nach der Pause. Geführt und gelenkt vom technisch und kämpferisch starken Christoph Moritz, bekam der FCK nun mehr Struktur ins Spiel. Vor allem Borrello entwickelte über den rechten Flügel viel Schwung, Nicklas Shipnoski, vorher vogelwild unterwegs, steigerte sich. Nach Borrello-Flanke verführte Margreitter Torhüter Fabian Bredlow zum Eigentor (61.). Das 1:1 – die fünfte Torvorbereitung Borrellos, der sich nun auf Weihnachten daheim in Australien freut. „Wenn du, wie wir in unserer Situation, gewinnen musst, ist ein Punkt zu wenig. So wie wir gespielt haben, geht es aber aufwärts. Die Torvorbereitungen von mir sind okay, aber ich muss endlich Tore schießen“, sagte der 22-Jährige.
Am langen Eck vorbei
Drei Minuten nach dem Ausgleich erkämpfte er den Ball, lieferte einen Musterpass, Guwara startete durch, lief allein aufs Nürnberger Tor zu und schob den Ball am langen Eck vorbei. „Ein perfekter Pass von Brandon“, sagte Guwara, „ich hab’ mir den Ball am Schluss zu weit vorgelegt, da konnte ich nur noch im Liegen schießen. Das muss ich besser machen.“
Notzon: "sehr tragische" Schiri-Entscheidung
Pech für den FCK, dass Schiedsrichter Christof Günsch in der 68. Minute nach Ewertons Klammergriff gegen Andersson nicht auf Elfmeter entschied. „Das ist für uns sehr tragisch. Das sind spielentscheidende Situationen, in unserer Lage sind sie kriegsentscheidend“, sagte FCK-Sportdirektor Boris Notzon verärgert. Mit Trainer Strasser hat er schon Gespräche mit potenziellen Neuzugängen geführt – drei bis vier sollen helfen.
