1. FC Kaiserslautern
Den FCK umweht ein Hauch von Krise
Ein Unheil kommt selten allein. Unheil eins ereilte den 1. FC Kaiserslautern am Freitagabend in Form einer miserablen Leistung, die in eine verdiente 1:2-Niederlage bei der SV Elversberg mündete. Unheil zwei zog quasi in der Verlängerung über den Betzenberg: Tags darauf verkündeten die Roten Teufel, dass Simon Asta sich schwer am rechten Knie verletzt hatte. Teilriss des hinteren Kreuzbandes, Pause bis zum Jahresende, mindestens.
Dass es sich bei dem rechten Schienenspieler um keine in wenigen Tagen zu heilende Blessur handeln würde, erschloss sich dem Zuseher schon in der Frühphase der Partie. Nach fünf Minuten wurde Asta vom Elversberger Tom Zimmerschied frontal am Knie getroffen. Er wurde behandelt, versuchte weiterzuspielen, lag kaum später aber rücklings auf dem Rasen. Nichts ging mehr.
Gestützt auf Kapitän Marlon Ritter und Mannschaftsarzt Nils Veith verließ Asta nach nur elf Minuten den Platz. Später humpelte er an Krücken in den Teambus. Wenigstens um eine Operation kommt der in diesem Sommer aus Fürth nach Kaiserslautern gewechselte Asta herum, er wird konservativ behandelt.
Wie schließt der FCK die Asta-Lücke?
Den FCK trifft der Ausfall des 24-Jährigen hart. Er war auf der rechten Außenbahn einer der gesetzten Spieler der Stammelf. Ein Back-up fehlt. In Elversberg beorderte Trainer Torsten Lieberknecht den offensiven Flügelspieler Faride Alidou auf Astas Position. Eine reine Behelfslösung, obgleich Lieberknecht in der nachfolgenden Pressekonferenz auf RHEINPFALZ-Nachfrage hervorhob, Alidou habe seine Aufgabe nach anfänglichen Problemen ordentlich gelöst. So kurze Zeit nach dem Abpfiff hegte der Trainer zudem die Hoffnung (zumindest sagte er das), dass Asta vielleicht ja doch nicht allzu lange ausfallen werde. Schon einen Tag später wurde auch Torsten Lieberknecht eines Schlechteren belehrt.
Dass der seit Wochen und Monaten keine Rolle mehr spielende Frank Ronstadt nun plötzlich zu großer Stärke erwacht und die Vakanz beseitigt, würde einem Wunder gleichen. Jean Zimmer hat seine Profilaufbahn beendet, agiert nun in der U21. Drei Möglichkeiten bleiben: einen positionsfremden Profi umschulen und zum neuen rechten Schienenspieler machen; schauen, was der Transfermarkt hergibt; oder Zimmer reaktivieren. Der 31-Jährige bräuchte keine Eingewöhnungszeit, er ist fit. Aber auch willens? Beim Heimspiel gegen den FC Schalke 04 wurde er unlängst tränenreich verabschiedet. Eine Kehrtwende käme überraschend. Allerdings hat Zimmer sich schon immer in den Dienst des Klubs gestellt.
Zur Einfalt kommt ein schwerer Fehler
Die Wechselperiode endet am 1. September. Viel Zeit bleibt nicht mehr für Sportchef Marcel Klos, einen Asta-Ersatz ausfindig zu machen. Die Anforderungen für die defensive Außenbahn sind hoch. Es braucht viel Tempo, großes taktisches Verständnis, Zweikampfstärke und im besten Fall die Fähigkeit, bei offensiven Vorstößen vernünftige Flanken zu schlagen.
Auch ohne die Problematik auf der rechten Seite umweht den Betzenberg ein Hauch von Krise. Nach drei Spielen stehen drei Punkte zu Buche, kein Auftritt war überzeugend. Die beiden selbst erzielten Treffer resultierten aus Strafstößen. Im Kreieren von Chancen regiert die Einfalt. Hinzu kommen immer wieder schwere Fehler. In Elversberg patzten Torwart Julian Krahl und Maxwell Gyamfi im Duett, Folge war das 0:1. Den Löwenanteil daran verbuchte Krahl. Für eine Mannschaft mit derartigen Ambitionen sind die Auftritte mehr als ernüchternd.
Die Spieler des FCK suchten nach besiegelter Niederlage in Elversberg keine Ausflüchte. Am deutlichsten bilanzierte Krahl das traurige Treiben. „Das war heute von allen zu wenig. Wir haben uns teilweise vorführen lassen, sind hinterhergelaufen. So wirst du in der Zweiten Liga nicht bestehen“, murrte er. „Da kann ich auch verstehen, dass die Fans sauer sind. Dann brauchst du die Woche auch nicht trainieren, dir den Arsch aufreißen, wenn du so ’nen Haufen Scheiße auf dem Platz lässt.“
Ein Positivum namens Tachie
Als einzige positive Ausnahme war Richmond Tachie auszumachen. Nach seiner Hereinnahme in der 72. Minute nahm dem Spiel des FCK mehr Fahrt auf. Schließlich war es auch Tachie, der per Elfmeter zum 1:1 traf. Dass er sich den Ball auf den Kreidepunkt legte, war nicht unbedingt zu erwarten gewesen. „Ich habe den Anspruch, Verantwortung zu übernehmen“, sagte Tachie, „also gehe ich hin und schieße ihn rein.“ Wenn doch immer alles so einfach wäre.
Am nächsten Sonntag gastiert der SV Darmstadt 98 auf dem Betzenberg. Bisherige Bilanz der „Lilien“: drei Spiele, sieben Punkte, Tabellenplatz zwei. Torsten Lieberknechts Ex-Klub könnte das Rumoren in Kaiserslautern noch lauter werden lassen.
