1. FC Kaiserslautern Das Ende eines Trauerspiels
Letztes FCK-Heimspiel in Liga zwei gegen Heidenheim. Hans Werner Moser bleibt U21-Coach.
Am Sonntag gegen 17.20 Uhr fällt der Vorhang. Ende eines Trauerspiels! Schlusslicht 1. FC Kaiserslautern ist abgestiegen, der FCK verabschiedet sich aus der Zweiten Fußball-Bundesliga. Welch eine Blamage! Spieler werden vom FCK nicht verabschiedet. Nicht nur, weil nicht klar ist, wer alles geht, wer gehen muss. Fritz Walters Erbe ist zerstört. Die Ehrung Spieler des Jahres, seit 18 Jahren vom Verein und der RHEINPFALZ veranstaltet, fällt aus. Die Tabelle sagt warum! Der 1. FC Heidenheim, derzeit Tabellenelfter, der letzte Gast in dieser Horror-Saison auf dem Betze, kämpft noch um den Klassenerhalt. Die Elf von Trainer-Dauerbrenner Frank Schmidt hat 41 Punkte und wird ganz bestimmt alles dafür tun, sich am letzten Spieltag ein Endspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth zu ersparen. Das Kleeblatt, Drittletzter, ist mit 38 Punkten auf Tuchfühlung.
Frontzeck: Keine Experimente am Sonntag
FCK-Trainer Michael Frontzeck möchte am Sonntag auf Experimente verzichten. „Wir sind absolut in der Pflicht, uns mit einem guten Heimspiel zu verabschieden“, sagt der Coach: „Die Zuschauer haben sich in den drei Monaten, in den denen ich hier bin, fantastisch verhalten.“ Da mehr als die halbe Liga in den Abstiegskampf verwickelt ist, wollen Frontzeck und FCK-Sportvorstand Martin Bader sich keine Wettbewerbsverzerrung vorwerfen lassen und die bestmögliche Elf nominieren. Rotgesperrt fehlt Benjamin Kessel nach dem Sündenfall auf der Bielefelder Alm. Nach zehn Gelben Karten ist auch Phillipp Mwene außen vor. „Die komplette rechte Seite fehlt“, sagt Frontzeck auch mit Blick auf Brandon Borrello, der nach einem Kreuzbandriss „erfolgreich operiert wurde“. „Wenn man das alles hier sieht, die Fans, die Mitarbeiter, das Stadion, auch wie die Mannschaft in den meisten Rückrundenspielen aufgetreten ist, wenn man diesen Verein kennen lernt, dann fragt man sich schon, wie es passieren konnte, dass der FCK absteigt“, rätselt Bader, der am Drittliga-Kader bastelt. „Wir haben, auch mit einem Teil unserer Spieler, sehr gute Gespräche geführt, aber ich verkünde erst etwas, wenn – wie man so schön sagt – die Tinte auf den Verträgen trocken ist.“ Das ist im Fall von U21-Coach Hans Werner Moser (52) der Fall, der einen neuen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben hat. Mit Co-Trainer Alexander Bugera (39) wird über eine langfristige Bindung gesprochen. „Mit Micha läuft es gut, wir verstehen uns gut“, signalisiert Bugera.
Zu lange keine Abwehr, zu viele Patienten
„Es ist ein Witz, dass diese Mannschaft absteigt“, sagte Frontzeck nach dem unglücklichen 2:3 in Bielefeld, womit der Abstieg besiegelt war. Stimmt. Mit einem 10,5 Millionen Euro-Etat darf man nicht absteigen! Aber der FCK hatte lange keine Abwehr, der FCK hatte zu viele Patienten verpflichtet, der FCK ist in der Defensive leicht verwundbar. Dass es zwischen Mannschaft und Trainer Norbert Meier nicht stimmte, wurde zu lange ignoriert. Die Mannschaft hatte konditionelle Defizite, die Meier-Erbe Jeff Strasser aufarbeitete. Er selbst sagte nachdem das 4-4-2 unter Frontzeck funktionierte: „Vielleicht hätte ich früher umstellen müssen ...“ Auf der folgenden RHEINPFALZ-Seite findet Ihr alle Informationen zum 1. FC Kaiserslautern.
