Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Betze-Geflüster: Friedhelm Funkel wünscht sich gegen Düsseldorf ein Unentschieden

Friedhelm Funkel hat sowohl den 1. FC Kaiserslautern als auch Fortuna Düsseldorf trainiert.
Friedhelm Funkel hat sowohl den 1. FC Kaiserslautern als auch Fortuna Düsseldorf trainiert.

Friedhelm Funkel hat elf verschiedene Profivereine trainiert. Vier davon sind ihm besonders ans Herz gewachsen: Eintracht Frankfurt, der 1. FC Köln, Fortuna Düsseldorf und der 1. FC Kaiserslautern. Wenn die Fortuna am Samstag (20.30 Uhr) auf den FCK trifft, sitzt Funkel auf der Tribüne.

Er will keinen seiner Lieblingsclubs verlieren sehen

„Ich bin für ein Unentschieden. Ich habe auch bei Düsseldorf gegen Köln unentschieden getippt. So ging’s auch aus“, sagt Friedhelm Funkel. Das 2:2 am 21. September – ein Wunschergebnis. Funkel wollte und will keinen seiner Lieblingsclubs verlieren sehen. Er kam im März 2016 als Nachfolger von Marco Kurz zur Fortuna, die in der Zweiten Liga in Abstiegsgefahr schwebte. 2018 führte Funkel die Düsseldorfer zurück ins Oberhaus, der Aufsteiger überraschte mit Platz zehn, Funkel verlängerte seinen Vertrag um zwei Jahre bis 2021, wurde im Januar 2020 von Uwe Rösler abgelöst, als die Mannschaft eine Ergebniskrise erlebte. Düsseldorf stieg mit Rösler ab, Funkel erklärte seine Trainer-Karriere nach seinem Aus bei der Fortuna für beendet. Mitte April 2021 wurde er rückfällig. Er erhörte den Notruf seiner alten Kölner Liebe, rückte mit dem FC als Nachfolger von Markus Gisdol von Platz 17 auf Rang 16 vor und schaffte mit dem Geißbock-Club in der Relegation gegen Holstein Kiel den Klassenverbleib. Drei Jahre später, kurz nach seinem 70. Geburtstag, dann das sensationelle zweite Comeback Friedhelm Funkels. Er trat als Nachfolger von Dimitrios Grammozis die Mission Ligaverbleib beim 1. FC Kaiserslautern an, wurde als Retter gefeiert und ging nach dem mit 0:1 verlorenen DFB-Pokalfinale gegen Bayer Leverkusen erneut in Ruhestand. Dass er die Rentnerbank ein drittes Mal verlässt und nochmals auf der Trainerbank Platz nimmt, schließt Funkel nicht aus.

Vom Nervenspiel am Abgrund gut erholt

Der FCK – das war, das ist eine große, alte Fußball-Liebe Funkels. Von 1980 bis 1983 trug er das Trikot der Roten Teufel, schoss in 66 Bundesligaspielen 24 Tore, war einer der Helden beim legendären 5:0 gegen Real Madrid. Einmal FCK-Trainer zu werden, war ein frommer Wunsch des jungen Fußball-Lehrers, den er beim Spaziergang vom damaligen Dorint-Hotel zu Platz 4 auf dem Betzenberg verriet. „Hat ein bisschen länger gedauert …“, sagte Friedhelm Funkel schmunzelnd, als er den Retter-Job 28 Jahre später angenommen hatte. Er führte die Mannschaft mit all seiner Erfahrung und unglaublichen Ruhe ans rettende Ufer. Ausgemusterte Profis wie Daniel Hanslik und Ben Zolinski wurden unter Funkel zu Schlüsselfiguren im Abstiegskampf.

Vom Nervenspiel am Abgrund zeigt sich der Trainer-Ruheständler prächtig erholt. „Ich bin total entspannt, völlig relaxed“, sagt Funkel, der auch am 23. Oktober 2023 beim spektakulären 4:3 der Düsseldorfer nach 0:3-Rückstand gegen den FCK vor Ort war. Das war der Krimi, bei dem Ragnar Ache Opfer eines Flaschenwurfs wurde. Die folgende Talfahrt weiß bis heute keiner wirklich zu erklären. Dirk Schuster kostete sie den Trainerjob. Das Rückrundenspiel gegen Fortuna verloren die Lauterer am 30. März 2024 unter Funkels Regie 1:3. „Frankfurt, Köln, Düsseldorf und der FCK sind mir besonders ans Herz gewachsen. Zu den Verantwortlichen dieser Vereine habe ich ein sehr gutes Verhältnis“, betont der Routinier, der in Fortuna Düsseldorf „aufgrund der Stabilität“ einen ernsthaften Anwärter auf die Plätze 1 bis 3 sieht. „Fortuna hat gegen den HSV 3:0 verloren, war aber die bessere Mannschaft“, urteilt der Ex-Trainer, der den HSV gefestigt auch auf einem der drei vorderen Plätze erwartet. Funkel: „Ein bisschen enttäuscht bin ich bisher vom 1. FC Köln, der einen sehr guten Kader hat. Zu beachten sind die Karlsruher, die schon eine sehr gute Rückrunde spielten. Christian Eichner macht das dort schon seit Jahren sehr, sehr gut.“

„Der FCK wird nichts mit dem Abstieg zu tun haben“

Um „seinen“ FCK macht sich Funkel keine ernsthaften Sorgen: „Der FCK wird nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Ich sehe den FCK mit seinem augenblicklichen Leistungsvermögen zwischen dem achten und dem zwölften Platz. Alles andere wäre ein Traum. Das 3:0 zuletzt gegen Paderborn, egal ob glücklich oder verdient, war ganz, ganz wichtig.“ Erfreulich nennt er die Tatsache, dass mit Leon Robinson ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs half, die Führung gegen Paderborn zu verteidigen. „Leon hätte auch bei mir seine Einsätze bekommen. Im Abstiegskampf wollte ich dem jungen Spieler diese Verantwortung aber nicht aufbürden. Der Weg mit den Spielern aus dem eigenen Nachwuchs ist für den FCK ganz wichtig. Ich sehe auch bei Shawn Blum, den ich schon im Kader hatte, großes Potenzial.“

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

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