FCK-Kolumne
Böhms Betze: Wenn Marlon Ritter zu scherzen beliebt
Marlon Ritter hat dieses Lausbubenantlitz. Er könnte, und das ist nicht despektierlich gemeint, in einem Remake der Siebzigerjahre-Filmreihe „Die Lümmel von der ersten Bank“ eine Rolle übernehmen, wäre er noch etwas jünger. Der Part eines Oberschlingels stünde ihm herrlich zu Gesicht. Der fußballerisch sehr begabte und längst auch des Malochens fähige Ritter redet auf dem Platz gern mal, wie ihm der Schnabel gewachsen ist. Nicht immer jugendfrei und schon mit der Absicht, sein Gegenüber zur Weißglut zu treiben.
Auch schriftlich erlaubt er sich Spitzen, wobei es nicht überliefert ist, ob es sich bei der folgenden um ein liebevolles Piesacken handelt oder eine bitterböse Pointe. Seinen Instagram-Post nach dem 4:1 gegen Schalke versah der „Schluri“ mit dem Hashtag „weitergehtsaberohnelachs“. Der besseren Lesbarkeit wegen: Weiter geht es, aber ohne Lachs. Für all jene, die sich nicht mehr erinnern mögen: Ein gewisser Terrence Boyd hatte „Weiter geht der Lachs“ zu seinem Markenzeichen gemacht und längst auch einen Podcast mit selbigem Titel aus der Taufe gehoben.
Nächster Halt: Altglienicke
Apropos Plauderlaune: Marvin Pourié parliert auch gerne, am liebsten Klartext. Zumindest war der ehemalige Kaiserslauterer der Ansicht, dass es sich um solchen handelt. Andere dachten eher, der heute 33-Jährige habe mal wieder den Schnabel zu weit aufgerissen und nach Ausreden gesucht, wenn er sich nicht gewürdigt fühlte. Pourié hat Qualitäten, die ein Torjäger braucht, doch er eckt immer wieder an und bleibt nirgends lange.
Zu Beginn der Woche ploppte die Nachricht auf, dass Pourié den niederländischen Zweitligisten Roda Kerkrade verlässt, nach nur einem halben Jahr und 145 Minuten Einsatzzeit. Kerkrade war die 16. Station Pouriés in seiner Profilaufbahn. Bei den Junioren hatte er unter anderem für Borussia Dortmund und den FC Liverpool gespielt. Er galt als Sturmhoffnung. Ein Wandervogel wurde er. Aus der Lachs? No. Nächster Halt: VSG Altglienicke .
Unser Autor
Andreas Böhm, 57, war einst Fan der Generation „Willst du bequem nach Hause laufen, musst du Roschy-Schuhe kaufen“. Seit 1995 ist er zum Glück der journalistischen Neutralität verpflichtet; seit 2013 FCK-Reporter für diese Zeitung.
