FCK-Kolumne
Böhms Betze: Als die Welt stillstand und der FCK nicht aufzuhalten schien
11. September. 9/11. Ein jeder, der an diesem Tag 2001 mindestens ein paar Jahre auf der Lebensuhr hatte, wird sich entsinnen, wo er war oder was er tat, als in New York die Zwillingstürme kollabierten und Tausende Menschen infolge eines Terroranschlags starben. Wer am 11. September Geburtstag hat, wie Boris Tomiak zum Beispiel, wird jährlich daran erinnert, ob er mag oder nicht, und sei es, weil Mitmenschen ihn fragen, ob er nicht oft darauf angesprochen werde, an solch einem einschneidenden Datum auf die Welt gekommen zu sein. Am Tag des infamen Attentats wurde „Bobo“, wie Mitspieler den Defensivmann rufen, drei Jahre alt. Er selbst hat davon einst nichts mitbekommen.
Zeitenwende. Die Welt schien stillzustehen. Und musste sich weiterdrehen. Dies führte zu solch absurden Begebenheiten wie jener, dass am Abend des Anschlags der Rubel – Verzeihung, der Ball – in der Champions League rollte. Unter anderem empfing Schalke 04 Panathinaikos Athen. Die Partie endete 0:2. Sie hätte nie stattfinden dürfen. Auch der Bundesliga-Betrieb ging weiter.
Der 1. FC Kaiserslautern erlebte einst eine Phase, die bis heute nicht wiederkam. Vier Tage nach der Tragödie in New York siegten die Roten Teufel beim 1. FC Nürnberg durch Tore von Lincoln und Tomasz Klos 2:0. Es war der sechste Sieg im sechsten Spiel. Eine Woche später folgte mit dem 4:1 gegen Hertha BSC Erfolg Nummer sieben. Solch eine Startserie glückte in der Bundesliga-Geschichte nur mehr dem FC Bayern, dreimal gleich, und Mainz 05. Im achten Spiel erwischte es den FCK, er zog beim VfL Wolfsburg mit 0:2 den Kürzeren. Als der Oktober sich langsam gen Ende neigte, büßte die Pfälzer Combo ihre Premiumposition in der Tabelle ein. Im Endklassement war ihr Platz sieben beschieden.
Auch in diesem Jahr spielte der 11. September eine Rolle. Im Fritz-Walter-Stadion erinnerten Feuerwehrleute beim „9/11 Stair Climb“ an ihre beim Anschlag auf die Zwillingstürme verstorbenen Kollegen. Sie liefen 2071 Stufen nach oben. So viele hatten auch die Twin Towers.
Unser Autor
Andreas Böhm, 57, war einst Fan der Generation „Kalli, lass die Teufel raus“. Seit 1995 ist er zum Glück der journalistischen Neutralität verpflichtet; seit 2013 FCK-Reporter für diese Zeitung.
