1. FC Kaiserslautern Ab in den Schnee

Miriam Welte gehörten in Apeldoorn die Sympathien, und sie gab sie herzlich gerne dem Publikum zurück.
Miriam Welte gehörten in Apeldoorn die Sympathien, und sie gab sie herzlich gerne dem Publikum zurück.

«KAISERSLAUTERN.» Und nun, du frischgekürte Doppel-Weltmeisterin? „Ich gehe jetzt erst mal Ski fahren und rühre zwei Wochen kein Rad an“. Zusammen mit der Speyerer Judosportlerin Barbara Bandel, mit der sie die Ausbildung zur Polizeikommissarin absolvierte, will Miriam Welte Abstand im Schnee finden, runterkommen vom Triumphzug in Apeldoorn.

Seit 3. Januar war die nun sechsfache Bahnrad-Weltmeisterin quasi ununterbrochen unterwegs, schlief in den zwei Monaten harten Trainings gerade mal zwei Nächte im eigenen Bett. Jetzt kam sie, nach ihrem so natürlichen Auftritt im SWR-„Flutlicht“ , todmüde um 1.15 Uhr in der Nacht zum Montag wieder daheim an. Im Gepäck: zwei Goldmedaillen, ein großes Stück Genugtuung und viele herzliche Glückwünsche. „Ich war so müde, dass ich gar nicht die kleinen Banner sah, die Jockel Faulhaber an unser Garagentor hängte, aber die Weltmeisterfahne ist mir dann doch aufgefallen“, sagte sie gestern. „Herzlich willkommen, du Goldstück“ oder „Egal, ob zu zweit oder allein, stets mit locker Bein“ stand da drauf – der befreundete Radsportfreak Jockel war einmal mehr in seinem Element. Heute noch schnell bei RPR1 in Ludwigshafen als Athletin des rheinland-pfälzischen Top-Teams den Fördervertrag mit dem LSB unterzeichnen – und dann ab in den Schnee. „Es war Wahnsinn in Apeldoorn. Einfach grandios. Dafür arbeitet man ein ganzes Jahr. Jetzt genieß’ ich den Urlaub“. So fasst „Miri“ Welte ihr Gefühlswelt zwei Tage nach ihrer Solo-Triumphfahrt zusammen. Nach 2014 in Cali schaffte sie im wunderschönen, sehr stimmungsgeladenen Radstadion von Apeldoorn erneut das Double. Erst holte sie das Regenbogentrikot im Teamsprint („Die drei Läufe waren schon eine Riesenbelastung und die Kraft wurde im Finale zum Problem“), das sie für das 500 Meter Zeitfahren beflügelte. Endlich wieder dieser ausgeklügelte Sieg in ihrer Paradedisziplin. Oft liegen ja nur Millimeter oder Hundertstelsekunden zwischen Gold und Blech, jetzt aber passte alles zusammen. Der Radwechsel – vom neu gebauten Zeitfahr-Spezialrad in der Qualifikation, auf dem sie aber aus Zeitgründen nicht viel trainierte, zum Sprintrad, mit dem sie auch den Teamsprint fuhr –, zahlte sich total aus. Für diesen Coup, der auch Konkurrentin Daria Schmelowa unter Druck setzte, hatte ein kurzes Vier-Augen-Gespräch nach der Qualifikation (33,40 Sekunden) zwischen ihr und ihrem Trainer Frank Ziegler gereicht. Das Ergebnis war die WM-Bestzeit von 33,10 Sekunden. Seit den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro hatte sich einiges in ihrer Einstellung als Leistungssportlerin verändert. Sie geht nun lockerer ran im Training. „Ich denke nicht mehr: ich muss, sondern ich denke: ich will oder ich kann“. Diesen Spaßfaktor spürt vor allem auch Frank Ziegler, der sie zu dem formte, was sie ist: eine Weltklasseathletin. „Ihre Athletik ist einzigartig. Sie hat eine so gute Grundlage, sie ist im Kopf völlig frei“, sagt Ziegler, der von einer unglaublichen Spannung in Apeldoorn spricht. Jetzt ist erst mal Pause angesagt. Dann heißt es, das Regenbogentrikot auch den Fans zu zeigen. Auf die deutschen Meisterschaften auf ihrer Hausbahn in Dudenhofen vom 11. bis 15. Juli freut sich Miriam Welte am meisten.

An dieser Stelle finden Sie ein Video via Glomex.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Der Newsletter wird jeden Freitag verschickt.

Noch mehr FCK gibt es hier:

Pokalsieger, Absteiger, Wiederaufsteiger, Meister: Der 1. FC Kaiserslautern ist wie kaum ein zweiter deutscher Fußballverein in der Region verankert. Unsere Redaktion ist dicht dran am FCK und bietet exklusive Einblicke in den legendärsten Club aus der Pfalz. Alle wichtigen Infos, Hintergründe und Neuigkeiten gibts für Fans auch in unserem Newsletter und dem Podcast Lautre!

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netzwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

x