1. FC Kaiserslautern
Überfüllte Blöcke in der Westkurve: FCK greift nun durch
40.717 Karten sind bislang für das Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Hansa Rostock in der Zweiten Fußball-Bundesliga am Samstag verkauft worden (ab 13 Uhr, Liveblog auf rheinpfalz.de). Es werden bis zum Anpfiff noch mehr. Die Besucher werden allerdings ein Novum in dieser Saison erleben. Das Vorgehen des FCK hat einen ganz bestimmten Grund. Dazu Fragen und Antworten.
Was ist das besondere am Heimspiel des FCK gegen Rostock?
Der Verein schränkt die Bewegungsfreiheit der Zuschauer stark ein. Es gibt eine Sektorentrennung – erstmals in dieser Saison. Konkret bedeutet das, dass sich die Zuschauer vor und während des Spiels nur noch in dem Sektor aufhalten dürfen, für den sie eine Karte haben. Also: Fans in der Westkurve dürfen sich nur dort aufhalten, Anhänger auf der Südtribüne nur im Sektor Süd. „Die Sicherheit unserer Zuschauer steht über allem“, betont Thomas Hengen, Geschäftsführer des FCK. In der Vergangenheit schmuggelten sich immer mehr Fans in die Westkurve, obwohl sie keine Karte dafür hatten. Zwar hatte der FCK Ende Februar einen Zaun gebaut, um dieses Treiben zu unterbinden – und um die Sicherheitsproblematik zu entschärfen. Groß gefruchtet hat das wohl nicht.
Was ist der Grund für diesen drastischen Schritt?
„Wir machen das nicht aus Jux und Tollerei“, sagt Hengen. Beim FCK häuften sich die Beschwerden über „Wildpinkler“ und überfüllte Blöcke in der Westkurve. „Wir haben dem Wunsch der Fans entsprochen, keine Tickets zu personalisieren, aber wir bauen nun auf das Verständnis, das Vertrauen der Fans. Wir reden immer von Werten, die wir hier beim FCK vorleben. Die Leute sollen sich bitte so benehmen wie sie es zu Hause auch tun. Ein Stadion ist kein rechtsfreier Raum“, sagt Hengen.
Was heißt das für die Fans in Zukunft?
Die Sektorentrennung gilt zunächst einmal nur für das Heimspiel gegen Hansa Rostock. Danach wird der Verein den Ablauf analysieren und beurteilen, wie die Fans den Schritt aufgenommen haben. Klar ist: An diesem Spieltag ist die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Das FCK-Museum ist geschlossen. Die FCK-Fanshops vor dem Stadion kann jeder besuchen, in jenen in der Arena können nur die Fans im entsprechenden Sektor. Nach dem Spiel können sich die Zuschauer wieder frei bewegen. Sollte sich das Problem verschärfen, bleiben dem FCK weitere Möglichkeiten – unter anderem die Kartenpersonalisierung, Drehkreuze, Blocktrennung in der Westkurve oder mehr Kontrollen. Für mehr Kontrollen jedoch bedarf es zusätzliches Personal. Das führt zu Mehrkosten und längeren Wartezeiten vor den Toren. Deshalb appelliert Hengen an die Eigenverantwortung der Fans. „Das ist keine Maßnahme gegen die Fans“, stellt Hengen klar.
Fortuna Düsseldorf preschte am Mittwoch mit Freikarten für die Zuschauer vor. Plant der FCK so etwas auch?
„Für mich kommt das überraschend. Warum geschieht das jetzt, und warum ist Fortuna Düsseldorf der erste Verein?“, fragte FCK-Trainer Dirk Schuster am Donnerstag in der Pressekonferenz. Er betonte indes, dass er sich mit der Materie nicht intensiv beschäftigt habe, da er am Donnerstag um 8 Uhr mit dem Trainerteam einen Halbmarathon gelaufen sei. Thomas Hengen wolle das Projekt, wie viele andere Manager der Profiklubs, erst einmal beobachten. „Jeder Verein hat andere Strukturen, andere örtliche Gegebenheiten. Wir müssen schauen, was für uns der beste Weg ist“, betonte Hengen.
Wie ist die Personalsituation?
Nicolai Rapp trainiert nach seinem Muskelfaserriss wieder mit. Er wird im Kader stehen, sollte es keinen Rückschlag geben. Nicolas de Préville und sehr wahrscheinlich auch Kenny Prince Redondo fehlen. Mit de Préville rechnet Schuster nach seinem Muskelfaserriss vermutlich erst im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld am 13. Mai wieder. Hinter Redondos Einsatz gegen Hansa stehe aufgrund muskulärer Probleme ein „dickes, großes, fettes“ Fragezeichen.
Wie lautet die Marschroute gegen Hansa Rostock?
Schuster erwartet selbstbewusste Rostocker. In Alois Schwartz haben sie einen alten Hasen mit FCK-Vergangenheit als Trainer,
