Homburg
Nach Ekel-Vorwurf: Kaufland plant modernste Filiale im Saarland
Die Undercover-Reporter des „Team Wallraff“ aus dem Hause RTL und Stern berichteten Anfang April, dass im Homburger Kaufland-Lager Mäusekot und tote Mäuse gefunden worden seien. Ebenso wurde berichtet, dass die Homburger Filiale stark sanierungsbedürftig sei – Kühlschränke seien defekt, Kühltruhen undicht. Insgesamt wurden von „Team Wallraff“ 50 Filialen unter die Lupe genommen, zwei Reporterinnen arbeiteten verdeckt in den Kaufland-Märkten und sammelten belastendes Material. Einen Tag, nachdem die Reportage im April ausgestrahlt worden ist, hat die Supermarktkette unter anderem die Homburger Filiale geschlossen. Am Eingang verwies ein Zettel auf die Schließung, die Kaufland-Pressestelle zeigte sich erschüttert.
Direkt nach der Schließung hieß es, dass die Filiale saniert werden soll. Nun teilt Kaufland mit, dass der Homburger Markt mit einer Verkaufsfläche von rund 4500 Quadratmetern im Herbst wieder aufmachen soll. Kaufland-Sprecher Michael Strothoff sagt der RHEINPFALZ: „Das genaue Eröffnungsdatum werden wir in den kommenden Wochen bekannt geben.“ Nach dem Umbau soll der Homburger Markt die modernste Kaufland-Filiale im Saarland sein.
Kaufland investiert zweistelligen Millionenbetrag
Davor gibt es aber noch einiges zu tun. Schon verlegt worden ist ein neuer Fußboden im gesamten Markt. Demontiert wurde zudem die alte Rolltreppe in der Mitte des Ladens; das ist ein Relikt aus früheren Tagen, als dort noch ein Real-Markt untergebracht war. „Aktuell werden unter anderem die technischen Anlagen in der Filiale erneuert, Nebenräume im Lager- und Personalbereich entweder neu aufgebaut oder saniert und die WC-Anlagen modernisiert“, so Strothoff.
Insgesamt investiere Kaufland in die Sanierung des Homburger Marktes einen zweistelligen Millionenbetrag. Auch ohne „Wallraff“-Reportage hätte der Laden saniert werden sollen – nur wurde die Schließung aufgrund der Bilder des Beitrags vorgezogen, hieß es im April.
Bislang hat kein Mitarbeiter gekündigt
Nachdem der Markt im April von heute auf morgen geschlossen worden ist, wurden sämtliche Artikel im Markt von unabhängigen Lebensmittelhygiene-Sachverständigen untersucht, sagt Strothoff. „Einen Großteil der Artikel konnten wir anschließend auf umliegende Filialen verteilen. Nur ein vergleichsweise kleiner Anteil wurde vorsorglich entsorgt.“
Die Mitarbeiter der Homburger Filiale sollen auch nach der Modernisierung in dem Markt weiterarbeiten. Bis zu dessen Eröffnung hätte das Personal die Möglichkeit, in umliegenden Filialen eingesetzt zu werden. Laut Strothoff hat keiner der Homburger Mitarbeiter gekündigt, allerdings werde es eine neue Filialleitung in Homburg geben.
Schulungen in Sachen Frische und Sicherheit
Die Homburger Kaufland-Filiale wurde 2022 als ehemaliger Real-Markt von Kaufland übernommen. Im April schrieb Kaufland-Sprecherin Verena Müller-Väth: „Aufgrund des Alters der Immobilie haben wir im Vorfeld geprüft, ob wir das Gebäude abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Dies hätte jedoch eine langfristige Schließung zur Folge gehabt.“
Damit in Zukunft die Hygienestandards in den Einkaufsmärkten sichergestellt ist, schule Kaufland seit einiger Zeit sein Personal in Sachen Frische und Sicherheit. Im April kündigte Müller-Väth zudem an, dass sämtliche Filialen deutschlandweit noch einmal umfassend grundgereinigt werden sollten. Von der Stadt Homburg hieß es im Frühjahr, dass bereits am 15. Oktober vergangenen Jahres eine anonyme Verbraucherbeschwerde telefonisch beim Gewerbeamt eingegangen sei. „Die Lebensmittelkontrolle des Landesamtes für Verbraucherschutz wurde in einem Telefonat unmittelbar ohne jeglichen weiteren Zeitverlust über die Beschwerde in Kenntnis gesetzt und das weitere Vorgehen besprochen“, hatte uns Stadt-Pressesprecher Jürgen Kruthoff im April berichtet. Mit der Weiterleitung der Angelegenheit war die Sache für die Stadt dann erledigt.