Pirmasens RHEINPFALZ Plus Artikel Landtagswahl: Südwestpfälzische SPD nominiert Markus Keller als Kandidaten

Die Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner gratuliert MArkus Keller. Im Hintergrund ist Alexander Fuhr zu sehen.
Die Bundestagsabgeordnete Angelika Glöckner gratuliert MArkus Keller. Im Hintergrund ist Alexander Fuhr zu sehen.

Die SPD zieht im Wahlkreis Pirmasens mit Markus Keller in den Landtagswahlkampf. Der 42-Jährige bewarb sich bei seiner Nominierung mit einer leidenschaftlichen Rede.

25 Minuten bei knapp 30 Grad zu sprechen, ohne dass die Zuhörer sich gedanklich verabschieden, das muss man erst mal leisten. Markus Keller hat das am Dienstag geschafft. Bei seiner Nominierungsrede streichelte der Bobenthaler die Seele der Sozialdemokraten, gab sich angriffslustig und hoch motiviert.

Der SPDler präsentierte sich bei der Nominierungsversammlung in der Jugendherberge als ein Arbeiterkind (die Eltern arbeiteten in der Schuhindustrie), das sich nach oben gearbeitet hat. Er sei der erste in seiner Familie mit Abitur gewesen, erzählte Keller. Der Verwaltungswissenschaftler ist mittlerweile beim Landesrechnungshof in Speyer tätig. Sein Vater habe ihm mit auf den Weg gegeben, dass er Verantwortung übernehmen müsse und sich einsetzen solle.

Chorsänger und Feuerwehrmann

Die Leidenschaft seiner Rede war der Lautstärke entsprechend, mit der Keller den Genossen seine Standpunkte erklärt. Diese vergleichsweise starke und nicht gerade leise Stimme kommt Keller wohl auch andernorts zu Gute: bei seinen Auftritten als Chorsänger. Keller ist verheiratet, Vater einer Tochter und ein vielseitig engagierter Mensch. Er ist seit 13 Jahren Bürgermeister seiner Heimatgemeinde am äußersten Zipfel des Landkreises, sitzt in mehreren kommunalpolitischen Gremien, engagiert sich in der katholischen Kirche, bei der Feuerwehr, spielt Theater und übernimmt Hüttendienste beim Pfälzerwaldverein im Hirzeckhaus. „Nah bei de Leit ist bei mir keine Floskel“, versichert Keller seinen Parteifreunden und spielte dabei auf eine Redewendung des ehemaligen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) an.

Er habe Verantwortung nie gescheut und sei Teil seiner Heimat, nicht nur Ehrengast. In Mainz wolle er als Landtagsabgeordneter eine starke Stimme für die Region sein, versprach Keller. Er wolle sich dort unter anderem für den ländlichen Raum einsetzen.

Lob für Fuhr

In Mainz sitzt aus der südwestpfälzischen SPD derzeit noch Alexander Fuhr (Dahn) im Landesparlament. Er hat jedoch angekündigt, nicht mehr antreten zu wollen. Der Schatzmeister der SPD in Rheinland-Pfalz, Daniel Stich, lobte Fuhr für dessen politische Arbeit. Er sei eine starke Stimme für die Region gewesen. Nicht laut, aber immer da, wenn es darauf angekommen sei. Fuhr selbst lobte Keller in höchsten Tönen und attestierte ihm, dass er alle Eigenschaften mitbringe, die „ein guter Abgeordneter“ brauche.

Keller wurde mit 100 Prozent der Stimmen aufs Schild gehoben. Zum Ersatzkandidaten wählten die Sozialdemokraten Christian Zehfuß, der seit ein paar Wochen den Pirmasenser Stadtverband leitet.

Zum Landtagswahlkreis Pirmasens gehören nicht nur die Stadt, sondern auch die Verbandsgemeinden Pirmasens-Land, Rodalben, Hauenstein und Dahner Felsenland. Das Direktmandat holte zuletzt Christof Reichert (CDU). Er kandidiert bei der Wahl im Frühjahr erneut.

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