Unternehmen BASF steigt aus Windparks aus
Die BASF hat eigenen Angaben zufolge 2024 rund 11 Milliarden Euro (2023: mehr als 10 Mrd. Euro) mit Produkten erwirtschaftet, die in den vergangenen fünf Jahren auf den Markt gekommen und durch Forschung und Entwicklung entstanden sind. 2024 meldete die BASF 1159 (Vorjahr: 1046) neue Patente an, wie sie am Dienstag mitteilte. Bei Anzahl und Qualität ihrer Patente zählt sich der Konzern zu den führenden Unternehmen in der chemischen Industrie.
Die Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) lagen 2024 bei 2,061 Milliarden Euro (2023: 2,130 Mrd Euro). Damit belegt die BASF nach eigenen Angaben im Branchenvergleich einen Spitzenplatz. 2022 hatten die Investitionen in F&E allerdings noch 2,298 Milliarden Euro erreicht. Für 2025 sei ein ähnlich hohes Budget für Forschung und Entwicklung eingeplant wie 2024.
Weniger Forscher
Die Anzahl der Mitarbeiter in Forschung und Entwicklung beziffert die BASF mit weltweit unverändert rund 10.000. Größter Forschungsstandort ist weiterhin Ludwigshafen. Dort arbeiteten Ende 2024 nach Konzernangaben 3941 (2023: 4029) Beschäftigte in Forschung und Entwicklung. Der Personalstand hier verringerte sich in den vergangenen Jahren stetig. 2022 arbeiteten noch 4229 Menschen in F& E, 2018 waren es noch 4434.
Die BASF gab am Dienstag außerdem bekannt, dass sie ihren 49-prozentigen Anteil an den Windparks Nordlicht 1 und 2 zurück an den schwedischen Energieversorger Vattenfall verkauft. Die BASF werde aber weiter mit Vattenfall zusammenarbeiten, indem sie sich eine langfristige Versorgung mit erneuerbarem Strom für die chemische Produktion in Europa sichere. Der Schritt zeige den „disziplinierten Ansatz“ der Kapitalverwendung in der neuen Konzernstrategie, die im September 2024 vorgestellt wurde. Die Transaktion führe zu einem nicht zahlungswirksamen Abgangsverlust von rund 300 Millionen Euro, der im Ergebnis der BASF im ersten Quartal 2025 verbucht werde, teilte der Konzern mit. Die BASF betonte, sie bleibe ihren CO 2 -Reduktionszielen verpflichtet. Im vergangenen Jahr sei der Anteil von Strom aus erneuerbaren Energien am gesamten Stromverbrauch der BASF weiter auf 26 Prozent (2023: 20 Prozent) gestiegen.
1,6 Gigawatt Leistung
Die BASF hatte im April 2024 den Kauf von 49 Prozent der Anteile des Vattenfall-Windparkprojektes Nordlicht 1 und 2 bekanntgegeben. Das Projekt entsteht ohne staatliche Förderung in der deutschen Nordsee und ist mit zusammen 1,6 Gigawatt installierter Leistung das größte Offshore-Windpark-Projekt, das Vattenfall realisiert. Der schwedische Konzern entwickelt und baut die Nordlicht-Standorte. Die BASF will nach damaligen Angaben knapp die Hälfte des Stroms für die Versorgung ihrer Chemieproduktionsstandorte in Europa, insbesondere in Ludwigshafen, einsetzen. Das Windparkgebiet Nordlicht befindet sich 85 Kilometer nördlich der Insel Borkum in der deutschen Nordsee und besteht aus zwei separaten Standorten: Nordlicht 1 mit einer Leistung von 980 Megawatt und Nordlicht 2 mit 630 Megawatt. Nach der vollständigen Inbetriebnahme soll die Stromproduktion voraussichtlich zusammen sechs Terawattstunden pro Jahr betragen. Das entspricht den Angaben zufolge rechnerisch dem Stromverbrauch von 1,6 Millionen deutschen Haushalten.
Der Baubeginn für Nordlicht 1 und 2 ist für das kommende Jahr vorgesehen, die Inbetriebnahme für 2028. Finanzielle Details der Transaktion waren 2024 nicht bekanntgegeben worden. Nordlicht war das zweite große Offshore-Windprojekt von Vattenfall, an dem sich die BASF als Partner beteiligt hat. 2021 hatte die BASF ebenfalls knapp die Hälfte der Anteile am Offshore Windpark Hollandse Kust Zuid in der niederländischen Nordsee übernommen. Diese Beteiligung besteht weiterhin.
