Contwig Braucht es die noch? Leser sagen ihre Meinung zur alten B10

 Die alte B10 ist in einem erbärmlichen Zustand.
Die alte B10 ist in einem erbärmlichen Zustand.

Braucht Contwig die alte B10 als Umleitung? Das wollten wir von unseren Lesern wissen. Das Ergebnis ist eindeutig. Gemeldet haben sich nicht nur Leser aus Contwig selbst.

Ist die alte B10 eine wichtige Ausweichstrecke? In unserer Telefon- und E-Mail-Aktion baten wir die RHEINPFALZ-Leser, uns ihre Meinung zu sagen. 14 haben sich direkt bei uns gemeldet. Auf Facebook fanden über 340 Nutzer mit einem Daumen hoch, dass Contwig die alte B10 braucht.

„Die Straße war schon immer schlecht, wird aber auch immer schlechter“, sagt Edith Nagel aus Ixheim. Dass der Zweibrücker Stadtrat die alte B10 aus ihrer Sicht vernachlässigen, jetzt sogar den Ausbau aus dem Haushalt gestrichen haben, stört sie. Seit vielen Jahren schon fährt Nagel regelmäßig mit dem Fahrrad über die alte B10 ins Contwiger Schwimmbad. „In letzter Zeit fahre ich im Stehen auf dem Rad, anders geht das gar nicht mehr“, erzählt sie mit Blick auf die zahlreichen Schlaglöcher. Ein Ausbau ist für sie absolut notwendig. Die finanzielle Begründung kann Nagel nicht nachvollziehen. „In Zweibrücken werden so viele unnötige Sachen gemacht. Jetzt wollen sie den Alexanderplatz grüner machen. Das ist unnütz. Das Geld könnte man lieber in die alte B10 stecken.“

Risse im Asphalt und Flickstücke

Rosemarie Bärmann fordert ebenfalls einen Ausbau der alten B10. „Ich habe Angst, dass es ohne Umleitung im Ernstfall zu lange ins Krankenhaus dauert“, befürchtet die Contwigerin. Gäbe es die alte B10 nicht mehr und wäre dann noch die L471 − also die Direktverbindung zwischen Contwig und der Dorndorf-Kreuzung − oder der Bahnübergang dicht, könnte es viel zu lange dauern, bis ein Rettungswagen übers Outlet nach Contwig kommt, sagt Bärmann. „Dann stirbt man im Zweifel noch im Krankenwagen.“ Dass der Bahnübergang dicht ist, beobachtet Bärmann oft. Wer dann von der einen Seite Contwigs auf die andere will, ist ohne die alte B10 schnell aufgeschmissen. „Ich bin wirklich sauer auf die Stadt Zweibrücken“, wettert Bärmann über den vorerst aufgeschobenen Ausbau.

An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

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„Viele Contwiger fahren die Strecke“, sagt Frank Scherthan. Gerade jene, die auf der Truppach-Seite der Bahnstrecke wohnen, nutzen laut dem Contwiger die alte B10 auf dem Weg nach Zweibrücken, so haben sie Ampeln gespart: die in Contwigs Dorfmitte und je nach Fahrtrichtung auch die an der Dorndorf-Kreuzung. Für Scherthan ist die alte B10 eine wichtige Ausweichstrecke − und zwar nicht nur, wenn die L471 etwa wegen eines Unfalls gesperrt ist: „Gerade morgens ist die L471 stark befahren.“ Zudem ist die L471 laut dem Contwiger auch nicht mehr die beste Strecke, stellenweise gibt es Risse im Asphalt, andernorts Flickstücke: „Das heißt also, dass die L471 irgendwann auch mal ausgebaut werden muss.“

Keine Laster mehr auf neuer B10

„Wir sind für einen Ausbau“, sagt auch Annemarie Schlachter. Mehrmals pro Woche fährt sie über die alte B10 nach Zweibrücken, ist von den Schlaglöchern genervt. Manchmal werde sie auf der Schlaglochpiste dann noch überholt, dann fliege der Straßenbelag nach oben und treffe ihr Auto. „Das haben wir jetzt auch schon mehrmals erlebt.“ Die alte B10 ist für die Contwigerin eine wichtige Ausweichstrecke: „Ich finde wirklich, dass man sie braucht. Über Oberauerbach oder den Flughafen ist das ein riesiger Umweg.“

„Ich finde, man sollte die Strecke unbedingt erhalten“, sagt Gerhard Wild. Der Zweibrücker spricht sich für den Ausbau aus. Auf einer sanierten alten B10 sollten dann aber keine Laster mehr fahren dürfen, sondern nur noch Anlieger, Rettungsdienste und Fahrradfahrer. Die Befürchtung, dass ein Ausbau die Stadtkasse stark belasten könnte, teilt Wild nicht. „Ein einfaches Abfräsen und Erneuern des Straßenbelags genügen.“

Asphaltierter Wanderweg ist keine Alternative

Ewald Preiml aus Contwig schreibt in einer E-Mail an DIE RHEINPFALZ: „Meiner Meinung nach ist die alte B10 eine wichtige Verbindungsstraße, die man nicht so einfach fallenlassen kann.“

„Die Sanierung der alten B10 auf Zweibrücker Gemarkung ist dringend notwendig. Ich denke dabei vor allem an die Radfahrer“, schreibt Karin Klein aus Dellfeld. Sie fährt wegen des schlechten Zustands der Straße dort nicht mehr mit dem Rad entlang: „Als wir vor einiger Zeit das letzte Mal fuhren, kam uns eine ältere Dame auf dem Rad entgegen gehoppelt, die vor sich hinschimpfte.“ Mit dem Fahrrad über den asphaltierten Wanderweg parallel zur L471 zu fahren, ist für Klein keine Alternative zur alten B10: „Man muss die Straße in Contwig queren, um ihn zu erreichen, quetscht sich dann zwischen parkenden Autos durch die Contwigerhangstraße, quert an der Dorfdorfkreuzung noch mal die L471, um auf den Rosenweg zu gelangen.“

Auch andere Straßen brauchen Sanierung

Gerhard und Renate Maurer aus Contwig fordern ebenfalls eine Sanierung: „Ich finde, die alte B10 ist sehr wohl erhaltenswert. Sie wird als Ausweichstrecke mehr denn je gebraucht. Im Falle eines Unfalls im Bereich der Bahnlinie hätten ohne diese Straße die Rettungskräfte erhebliche Probleme.“

„Es tut einem echt leid, dass diese Straße so vernachlässigt wurde“, findet Helga Burkhardt aus Rieschweiler-Mühlbach. Die alte B10 ist für sie aber nicht die einzige Straße im Zweibrücker Land, die eine Sanierung gut vertragen könnte: „Die Straße zwischen Contwig und Zweibrücken haben wir früher gerne mit dem Auto oder im Sommer oft mit dem Fahrrad benutzt. Mittlerweile unmöglich, so schlecht wie die Straße im Wallhalbtal.“

Zusätzliche Fahrradspur gewünscht

Würden die Stadtratspolitiker, die gegen den Ausbau waren, in Contwig wohnen, wäre deren Haltung eine ganz andere, meint Manfred Albrecht. „Als Contwiger habe ich mich schon des Öfteren über den tollen Zustand gefreut. Ich bin als Motorrad- beziehungsweise Mountainbike-Fahrer auch schon sehr masochistisch veranlagt, um diese Strecke überhaupt freiwillig zu fahren“, merkt er sarkastisch an.

„Bis vor fünf Jahren war ich der Meinung, man bräuchte die alte B10 nicht mehr. Mittlerweile bin ich für die Sanierung“, schreibt Marcel Dupré. Die Landstraße zum Outlet ist für ihn keine „wirkliche Alternative“, wenn die L471 gesperrt ist − „zumal die Truppach-Strecke mittlerweile auch mal erneuert werden muss“. Zudem könnte die alte B10 als Ausweichroute für mehr Verkehrssicherheit sorgen, denkt der Contwiger. Voraussetzung sei eine Sanierung: „Für Traktoren, die 45-km/h-Autos aber auch Rettungsfahrzeuge ist die alte B10 ideal. Durch den Streckenverlauf würde es weniger rasant auf der Straße zugehen.“ Sollte die Straße irgendwann doch mal ausgebaut werden, dann wünscht sich Dupré zusätzlich eine Fahrradspur.

B10 ist „gefährliche Rappelpiste“

Nur weil man eine Straße selbst nicht fährt, ist sie nicht gleich unnötig, findet Hans-Jörg Müller. Die alte B10 ist für ihn eine wichtige Ausweichroute, vor allem mit Blick auf die irgendwann anstehende Sanierung der Truppach-Landstraße und der Contwiger Straße nach Oberauerbach. „Damit fallen zwei Umleitungen für einige Zeit aus.“

Die alte B10 ist eine „gefährliche Rappelpiste“, sagt Kurt Liebmann. Der Zweibrücker wünscht sich bei einem möglichen Ausbau, dass der Fokus auf Fahrradfahrern liegt. Die Niederländer machen es vor, sagt er. Dort gibt es auf fast jeder Landstraße links und rechts eine Fahrradspur.

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