Kreis Südwestpfalz
Landrätin Ganster punktet bei Bürgernähe und Sympathie
Ein Landkreis regiert sich nicht nebenbei. Da versteht es sich von selbst, dass ein Landrat oder eine Landrätin über bestimmte Qualifikationen verfügen sollte. Einmal im politischen Spektrum, aber auch auf der zwischenmenschlichen Ebene – und bisweilen gehen diese beiden Bereiche nahtlos ineinander über.
Am 23. Februar konkurrieren Susanne Ganster (CDU) und Peter Spitzer (SPD) um die Spitzenposition im Landkreis. Im Vorfeld dieser Wahl hat das Marktforschungsinstitut CMR für die RHEINPFALZ eine repräsentative Studie erstellt. Die Teilnehmer wurden gefragt, inwiefern sie bestimmte Eigenschaften mit der Landrätin und ihrem Herausforderer verbinden.
Konkret fragten die Interviewer nach folgenden vier Eigenschaften: Bürgernähe, Sympathie, Führungsstärke und wirtschaftspolitische Kompetenz.
Fast jeder zweite Befragte verbindet mit Landrätin Ganster, dass sie bürgernah ist. Das sehen sogar 44 Prozent der Menschen so, die angaben, bei der Wahl für Peter Spitzer stimmen zu wollen und zwei Drittel der Menschen, die bei der Bundestagswahl ihr Kreuz bei der CDU machen wollen. Umgekehrt scheint die Bürgernähe nicht ganz so weit verbreitet zu sein: Nur jeder Dritte bewertet Spitzer als bürgernah. Unter den Ganster-Wählern ist es nur jeder vierte. Und während vielerorts oftmals die Grünenwähler den Sozialdemokraten nahe stehen, ist es in der Südwestpfalz anders. Knapp die Hälfte der Grünenwähler findet Ganster bürgernah, während es bei Spitzer nicht mal 20 Prozent sind. Klarer Vorteil Ganster beim Thema Bürgernähe.
Sie wird zudem von knapp der Hälfte der Studienteilnehmer als sympathisch empfunden. Bei Spitzer sieht das nur ein gutes Drittel der Befragten so. Und genau wie beim Thema Bürgernähe punktet die Landrätin sogar bei den Männern und Frauen, die Peter Spitzer wählen wollen. 49 Prozent von ihnen empfinden sie als sympathisch. Klarer Vorteil Ganster auch in puncto Sympathiewerte.
Wie sieht es mit der Führungsstärke aus? Wer ist in der Lage, eine Behörde zu leiten und den Kreis politisch voranzubringen? Hier liegen die beiden Bewerber nicht ganz so weit auseinander, aber Ganster hat mit 40 Prozent leicht die Nase vor Peter Spitze, dem jeder Dritte Führungsstärke attestiert. Es lohnt sich, bei diesem Thema, einen Blick darauf zu werfen, wie Wähler der AfD die beiden Kandidaten bewerten. Sie schreiben Spitzer mit 43 Prozent eine deutlich höhere Führungsstärke zu als der Landrätin (17 Prozent). Aber alles in allem liegt Ganster auch hier vorne.
Es bleibt das Feld der wirtschaftspolitischen Kompetenz. Hier trauen die Befragten beiden Kommunalpolitikern keine überwältigenden Fähigkeiten zu. Letztlich sind es sowohl bei Ganster als auch bei Spitzer gerade mal rund ein Drittel der Studienteilnehmer, die davon überzeugt sind, dass die beiden Bewerber etwas von Wirtschaftspolitik verstehen. Wenn man nun noch die 15 Prozent dazu zählt, die angeben, dass keiner von beiden auf diesem Feld punkten kann, sollte das beiden Kandidaten zu denken geben. Vor allem, weil 69 Prozent der Studienteilnehmer zu Protokoll gaben, dass sie dieses Themenfeld in der Kreispolitik für besonders wichtig erachten.
Gerade für die CDU, die im Bundestagswahlkampf mit ihrer Wirtschaftspolitik überzeugen will, dürften die Werte hier für Ganster eher ernüchternd sein. Bei den eigenen Parteien sind die Werte immerhin etwas besser. Jeder zweite SPD-Wähler traut Spitzer wirtschaftspolitische Kompetenz zu. Ähnlich verhält es sich bei der CDU und Ganster. Fazit: Einen wirklichen Gewinner gibt es in diesem Bereich nicht. Die Werte für Ganster wie für Spitzer sind bescheiden.
Das sagt der Experte
Werner Dieing ist Vorstand des Instituts für Communication- & Marketing-Research (CMR) mit Sitz in Mannheim, das die Umfrage zur Landratswahl im Auftrag der RHEINPFALZ durchgeführt hat. Dieing hat unter anderem politische Wissenschaft in Mannheim studiert und war im Anschluss zwei Jahre in den Vereinigten Staaten. Nach einer Station in einem mittelständischen Marktforschungsunternehmen hat sich Dieing mit seiner heutigen Frau vor mehr als 30 Jahren selbstständig gemacht. In seinem Fazit zu diesem Teil der Umfrage kommt Werner Dieing zu folgendem Schluss: „Ganster wird in allen Kategorien positiver wahrgenommen als Spitzer, insbesondere bei Sympathie und Bürgernähe. Allerdings gibt es auch hohe Unsicherheiten bei den Befragten („weiß nicht“), was Raum für beide Kandidaten lässt, ihr Profil zu schärfen.“
