Wolfstein RHEINPFALZ Plus Artikel Toter in Wohnung: Polizei nimmt 20-Jährigen fest – Gerüchteküche in Wolfstein brodelt

Der junge Mann wurde mit einem messer tödlich verletzt.
Der junge Mann wurde mit einem messer tödlich verletzt.

Ein junger Mann getötet, ein anderer schwer verletzt und ein dritter in Untersuchungshaft: Am Samstagabend ist es in Wolfstein zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen. Bewohner des Städtchens an der Lauter sind schockiert.

Wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts ermitteln die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern und das Polizeipräsidium Westpfalz gegen einen Mann aus der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein. Ihm wird laut Pressemitteilung vorgeworfen, einem 23-Jährigen am Samstagabend in einer Wohnung in Wolfstein tödliche Stichverletzungen zugefügt zu haben. Ein 19-Jähriger kam mit schweren Stichverletzungen ins Krankenhaus, auch dafür soll der 20-Jährige verantwortlich sein. Einsatzkräfte der Polizei nahmen ihn noch am Abend fest.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft ordnete ein Ermittlungsrichter die Untersuchungshaft wegen Flucht- und Verdunklungsgefahr sowie wegen der Schwere der Tat an. Gegenüber dem Gericht machte der 20-Jährige von seinem Schweigerecht Gebrauch. Der Verdächtige wurde in eine Jugendstrafanstalt gebracht. Nach ersten Erkenntnissen kannten sich die Beteiligten. Zu den Gründen oder dem Ablauf des Abends in der Wohnung wurden noch keine Angaben gemacht. Die Ermittlungen zu Tathergang und Motiv dauern an. Die Leiche des Verstorbenen wird obduziert. Die Staatsanwaltschaft hat angekündigt, über das Ergebnis der weiteren Ermittlungen „zu gegebener Zeit“ zu berichten, die Polizei macht keine über die Mitteilung hinausgehenden Angaben.

„Jeder hat etwas anderes gehört oder gesehen“

„Wir sind geschockt und fassungslos, dass so etwas bei uns im Städtchen passiert“, sagt Stadtbürgermeister Christian Nickel. Wie er schildert, waren Beamte der Kriminalpolizei auch am Montag noch in Wolfstein unterwegs, hätten unter anderem Außenaufnahmen des Hauses gemacht, in dem sich die Tat ereignet hat.

Der Polizeieinsatz am späten Samstagabend sei in den vergangenen Tagen natürlich Thema Nummer eins gewesen, wie Nickel der RHEINPFALZ erzählt: „Da war schon so einiges an Gerüchten unterwegs, jeder hat etwas anderes gehört oder gesehen. Da sind die dollsten Sachen aufgeschlagen.“ Die Pressemitteilung der Polizei habe dazu beigetragen, die Gespräche zu versachlichen. Nun gelte es, abzuwarten, was die Ermittler zu dem tragischen Fall herausfinden. Soweit er das einordnen könne, sei die Tat weder politisch noch religiös motiviert gewesen.

Vonseiten der Stadt wünscht Nickel den Angehörigen des tödlich verletzten Opfers „viel, viel Kraft“ und dem Verletzten im Krankenhaus eine baldige Genesung: „Ich hoffe, dass er wieder auf die Beine kommt.“ Bedenklich findet Nickel, dass offenbar gleich ein Messer im Spiel war. Er fragt: „Wo ist da die Hemmschwelle?“

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