Unternehmen RHEINPFALZ Plus Artikel BASF: Sehr gute Aussichten fürs Stammwerk

BASF-Vorstandsmitglied Katja Scharpwinkel: klares Bekenntnis zum Standort Ludwigshafen.
BASF-Vorstandsmitglied Katja Scharpwinkel: klares Bekenntnis zum Standort Ludwigshafen.

BASF-Vorstandsmitglied Katja Scharpwinkel begegnet einer Verunsicherung bei den Mitarbeitern im Ludwigshafener Stammwerk mit Zuversicht. Der Standort befinde sich auf dem richtigen Weg und habe eine sehr positive Perspektive.

Das Stammwerk des Chemiekonzerns in Ludwigshafen soll schlanker, aber stärker werden, so formuliert die BASF das Ziel für ihren mit Abstand größten Standort weltweit. Dazu soll ein ehrgeiziges Sparprogramm beitragen, das Anfang dieses Jahres ausgerufen wurde und zu dem auch ein nicht geringer Stellenabbau in bislang unbekanntem Umfang gehört. Um 1 Milliarden Euro sollen die jährlichen Kosten am Standort Ludwigshafen gesenkt werden, der 2023 tief in die roten Zahlen gerutscht war.

Wie sich das Sparprogramm auf die Stimmung im Stammwerk auswirke, bewege sie sehr, sagte Katja Scharpwinkel, am Freitag im Gespräch mit Journalisten in Ludwigshafen. Sie ist seit 1. Februar dieses Jahres Mitglied des BASF-Vorstands und Arbeitsdirektorin des Stammwerks. Sie spüre auch Verunsicherung bei den Mitarbeitern, das ließe sich nicht vermeiden. Ihr sei es wichtig, dem mit einer transparenten, wertschätzenden Kommunikation und mit Zuversicht zu begegnen.

Positiver Trend erkennbar

Sie spüre aber auch, sagt Scharpwinkel, dass es Verständnis dafür gebe, dass sich etwas ändern müsse am Standort. Sie wollte auf Nachfrage zwar nicht sagen, ob das Stammwerk auch im laufenden Geschäftsjahr erneut rote Zahlen schreiben wird. Aber soviel: Es sei ein positiver Trend zu sehen und der Standort sei auf dem richtigen Weg.

Für die Transformation des Stammsitzes gebe es zwei Perspektiven, sagte Scharpwinkel weiter. Eine kurzfristige, bei der es um Kosteneinsparung, Anlagenschließungen und auch Stellenabbau gehe. Und ja, bei der angestrebten Kostensenkung um 1 Milliarde Euro werde Stellenabbau ein wesentliches Element sein. Den Umfang des Arbeitsplatzabbaus wollte sie allerdings nicht beziffern. Es gebe aber auch eine langfristige, sehr positive Perspektive für den Standort, der auf die großen Vorteile des Verbunds setzt. Also auf die enge und effiziente Vernetzung der rund 200 Anlagen. Das Ziel für Ludwigshafen sei, der führende, nachhaltige Chemiestandort für Europa zu sein, ein starker Eckpfeiler für den Erfolg des gesamten Konzerns. Das sei ein klares, langfristiges Bekenntnis zum Standort, erläuterte Scharpwinkel. Dafür investiere die BASF jedes Jahr rund 2 Milliarden Euro in Ludwigshafen.

1000 Mitarbeiter pro Jahr in Ruhestand

Ein erstes, europaweites Sparprogramm, das Anfang 2023 aufgesetzt wurde, bedeutet für Ludwigshafen einen Abbau von 1800 Arbeitsplätzen. Davon seien rund 80 Prozent umgesetzt, sagte Scharpwinkel. Dabei helfe auch, dass derzeit jährlich rund 1000 Mitarbeiter des Stammwerk in Ruhestand gingen. Dieses Niveau werde noch einige Jahre anhalten. Die BASF-Vorstandsfrau sagte weiter, dass in den kommenden Tagen die Verhandlungen mit der Arbeitnehmervertretung über einen neuen Standortvertrag aufgenommen würden. Der aktuelle Vertrag schließt betriebsbedingte Kündigungen im Stammwerk bis Ende 2025 aus.

Die Arbeitsdirektoren verriet außerdem, sie sei leidenschaftliche Anhängerin des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund. Das ist damit zu erklären, dass sie im Ruhrgebiet aufgewachsen ist. Und betont, sie fühle sich wohl in der Metropolregion Rhein-Neckar, die Lebensart hier gefalle ihr gut. Die promovierte Chemikerin fand nach eigenen Angaben unter anderem auch durch einen Chemiebaukasten in jugendlicher Zeit zu ihrer Disziplin. Nach dem Studium sei sie aber nicht in die Forschung gegangen, weil sie gemerkt habe, dass sie Menschen mehr interessierten als Moleküle. Deshalb habe sie im Vertrieb gearbeitet, erst bei den Spezialchemiekonzernen Ciba und Cognis. 2010 kam sie mit der Übernahme von Cognis zur BASF.

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