Unternehmen RHEINPFALZ Plus Artikel BASF: Stellenabbau in Ludwigshafen geht weiter

BASF-Chef Martin Brudermüller hält weitere entschlossene und tiefgreifende Maßnahmen am Standort Ludwigshafen für dringend notwe
BASF-Chef Martin Brudermüller hält weitere entschlossene und tiefgreifende Maßnahmen am Standort Ludwigshafen für dringend notwendig, um dort die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern.

Der Chemiekonzern kündigt ein zusätzliches Sparprogramm für seinen Heimatstandort an. Dabei wird es zu einem weiteren Arbeitsplatzabbau in bislang unbekanntem Umfang kommen. Außerdem überdenkt der BASF-Vorstand die Rolle des Stammwerks.

Ein neues Einsparprogramm soll die jährlichen Kosten am Standort Ludwigshafen um eine weitere Milliarde Euro senken, kündigte der Ludwigshafener Chemiekonzern BASF am Freitag an. Mit dem Programm werde „leider auch ein weiterer Stellenabbau verbunden sein“, sagte BASF-Chef Martin Brudermüller. Wie viele Arbeitsplätze im Stammwerk und am Standort Ludwigshafen wegfallen sollen, könne man noch nicht sagen, betonte Brudermüller. Struktur und Umfang des Abbaus würden zu einem späteren Zeitpunkt mitgeteilt, so der BASF-Chef. Details würden derzeit erarbeitet. Die Arbeitnehmervertreter würden in den weiteren Prozess „wie üblich“ eng mit einbezogen. Die Kosten sollen sowohl in der Produktion als auch in Bereichen außerhalb der Produktion eingespart werden.

Die BASF hatte bereits im Februar 2023 „ambitionierte“ Sparmaßnahmen in Europa angekündigt, zu denen auch ein Personalabbau und Anlagenschließungen am Standort Ludwigshafen gehören. Unterm Strich werden dadurch 2600 Stellen ersatzlos gestrichen. Auf Ludwigshafen entfallen davon 1800. Zudem legt der Konzern elf Anlagenkomplexe im Stammwerk still, deren Betrieb nicht mehr aussichtsreich erscheint. Betroffen davon sind weitere rund 700 Mitarbeiter, für die aber eine andere Beschäftigung gefunden werden sollte. Eine Standortvereinbarung für das Stammwerk schließt betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2025 aus. Die bisherigen Sparprogramme sollen jährliche Kostensenkungen von 1,1 Milliarden Euro erreichen, das neue Sparprogramm noch einmal eine Milliarde Euro pro Jahr. Weitere Anlagenschließungen seien möglich.

Brudermüller kündigte zudem an, der Vorstand werde „das Zielbild und die längerfristige Positionierung des Standortes Ludwigshafen aktualisieren“. Details werde der Vorstand in der zweiten Jahreshälfte kommunizieren. Brudermüller begründete die erneuten Sparmaßnahmen mit dem „deutlich negativen Ergebnis der BASF SE“. Die BASF SE ist weitgehend deckungsgleich mit dem Stammwerk Ludwigshafen. Brudermüller betonte aber am Freitag auch: „Ludwigshafen wird natürlich der größte Standort der BASF bleiben, ein Drittel der Mitarbeiter weltweit sind in Ludwigshafen beschäftigt.“

Die BASF hatte im Stammwerk Anfang Dezember 2023 auch strukturelle Veränderungen angekündigt. Damit soll die Wettbewerbsfähigkeit erhöht werden. Der Chemiekonzern will die Bereiche Agrarchemie, Coatings (Lacke) und Batteriematerialien aus der Stammgesellschaft BASF SE heraustrennen, um ihnen geschäftlich „mehr Raum“ zu geben. Sie sollen in eigenständige Gesellschaften überführt werden. Betroffen davon sind 2390 Mitarbeiter in Ludwigshafen. Brudermüller beteuerte damals, die Bereiche blieben „ganz fest integriert“ in der BASF-Gruppe. Die Gewerkschaft IG BCE dagegen nannte den Schritt eine „Ausgliederung“. Die Befürchtungen von Gewerkschaft und Betriebsrat zeigen sich in ihren Forderungen: Arbeitsverträge müssten mit gleichen Konditionen fortgeführt werden; die BASF solle auf einen Verkauf der Einheiten verzichten. Kommentar; Wirtschaft

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