Unternehmen RHEINPFALZ Plus Artikel BASF hält Dividende wohl stabil

BASF-Chef Martin Brudermüller: Eine attraktive Ausschüttung hat für den Vorstand „hohe Bedeutung“.
BASF-Chef Martin Brudermüller: Eine attraktive Ausschüttung hat für den Vorstand »hohe Bedeutung«.

Der Ludwigshafener Chemiekonzern bewegt sich geschäftlich durch schwierige Zeiten. Der Kurs des BASF-Papiers dümpelt vor sich hin. Ein Lichtblick für die Aktionäre ist allerdings die Dividendenrendite. Warum der Konzern vermutlich nicht an der Ausschüttung für 2023 rütteln wird.

Für die BASF ist das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 am Ende schlechter gelaufen, als es der Konzern selbst noch Anfang des vierten Quartals vorhergesagt hatte. Unterm Strich standen 2023 als Ergebnis nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen gerade mal 225 Millionen Euro zu Buche. Analysten hatten für diesen Wert im Durchschnitt 2,247 Milliarden Euro erwartet. Auch wenn es für die BASF nicht so gut gelaufen ist, so betont der Chemiekonzern dennoch, dass er an seiner Dividendenpolitik festhalten will. Die sieht seit Langem vor, dass die Ausschüttung an die Anteilseigener, wenn nicht schon erhöht, so doch zumindest konstant gehalten wird. Was der Konzern unterm Strich verdient hat, spielt dabei eine Nebenrolle.

„Finanzielle Stärke“

Für das Geschäftsjahr 2022 wurden im Frühjahr des vergangenen Jahres 3,40 Euro pro Aktie ausgeschüttet. In Summe gingen dabei etwas mehr als 3 Milliarden Euro an die BASF-Aktionäre. Vorstand und Aufsichtsrat hatten der Hauptversammlung die gleiche Ausschüttung wie für 2021 vorgeschlagen.

Das war dem Konzern so wichtig, dass er sich auch nicht dadurch davon abhalten ließ, dass die BASF 2022 unterm Strich mit minus 627 Millionen Euro in die roten Zahlen gerutscht war. Das vor allem weil sie nicht zahlungswirksame Wertberichtigungen auf Vermögenswerte mit Russlandbezug von Wintershall Dea in Höhe von 6,5 Milliarden Euro vornehmen musste.

Wenig attraktiv entwickelt sich seit Längerem der Kurs der BASF-Aktie. Deutliche Kritik von Aktionärsvertretern, Fondsmanagern und Aktionären daran hatte es schon zur Hauptversammlung Ende April 2023 gegeben. Die BASF schreibe hier schon länger keine Erfolgsgeschichte mehr, war damals zu hören. Ein Aktionärsvertreter sprach vom „stillen Leiden der Aktionäre“ am Kurs der BASF-Aktie. Besser geworden ist es seither nicht. Im vergangenen Jahr bewegte sich das Papier zwischen 40 und 54 Euro. Was sich allerdings noch sehen lassen kann, ist die Dividendenrendite. Sie lag gemessen am Durchschnittskurs 2023 von 46,71 Euro bei einem Wert von fast 7,3 Prozent.

Es dürfte für die BASF sehr wichtig sein, wenigstens hier für die Aktionäre attraktiv zu bleiben. Trotz der schwierigen Geschäftslage hatte BASF-Chef Martin Brudermüller noch Anfang November bekräftigt: Eine attraktive Ausschüttung habe für den Vorstand „hohe Bedeutung“. Dies gelte auch in herausfordernden Zeiten. Daher bleibe es bei der Vorgehensweise der vergangenen Jahre, die Dividende zumindest auf dem Niveau des Vorjahres zu halten. Ihre starke Bilanz gebe der BASF dafür „die notwendige finanzielle Stärke“.

Auf einer Investorenkonferenz der BASF betonte Brudermüller Anfang Dezember 2023 erneut, die BASF sei in den vergangenen zehn Jahren ein starker „Cash-Generator “gewesen. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit habe im Jahresdurchschnitt 7,7 Milliarden Euro erreicht, der Free Cashflow 3,4 Milliarden Euro. Letzteres bezeichnet die Summe der Barmittel, die einem Unternehmen am Ende einer Periode nach Abzug von Ausgaben und Investitionen zur freien Verfügung stehen.

Brudermüller sagte damals: Ihre starke Bilanz, hohe Eigenkapitalquote und guten Kreditratings geben der BASF die notwendige finanzielle Stärke, um ihre Praxis umzusetzen, die Dividende mindestens auf der Höhe des Vorjahres zu halten. Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit hat nach vorläufigen Angaben der BASF im abgelaufenen Jahr 8,1 Milliarden Euro erreicht und liegt damit sowohl über dem Vorjahreswert von 7,709 Milliarden Euro als auch über dem langjährigen Mittel.

Seit 2010 fast nur aufwärts

Alles in allem ist stark davon auszugehen, dass die BASF für 2023 der Hauptversammlung keine Erhöhung, aber erneut eine unveränderte Dividende in Höhe von 3,40 Euro pro Aktie vorschlagen wird. Damit rechnen wohl auch die meisten Finanzbeobachter. Die BASF gibt den Tiefstwert der Analysten-Erwartungen mit 3,40 Euro an und den Durchschnitt mit 3,41 Euro. Das heißt, keiner der erfassten Analysten rechnet mit weniger als dem Vorjahreswert, und kaum einer mit mehr.

Historisch hat der Ludwigshafener Chemiekonzern seit 2010 tatsächlich entweder immer die Dividende erhöht oder zumindest gleich gehalten. Würde die BASF bei der anstehenden Bilanzpressekonferenz am 23. Februar – wie zu erwarten – erneut eine unveränderte Dividende vorschlagen, dann wäre das das dritte Jahr in Folge mit unveränderter Ausschüttungshöhe. Das hat es seit Jahrzehnten nicht gegeben.

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