Göcklingen
Wichtige Säule im Dorfleben: Gute Stube wird aufgemöbelt
Dorfgemeinschaftshallen kommt eine zentrale Bedeutung zu. In gewisser Weise prägen sie das Ortsbild und dienen vielen Zwecken. Deshalb passt auch der Begriff Mehrzweckhalle, denn die Bürger kommen dort zu ganz unterschiedlichen Begebenheiten zusammen. Kurzum lässt sich sagen: Die Hallen dienen Bürgern zur Zusammenkunft, sie sind eine wichtige Säule im Dorfleben. Insbesondere auch von Vereinen und Privatpersonen werden die Räumlichkeiten gerne für ihre Aktivitäten, Feiern oder andere Veranstaltungen genutzt.
Das ist auch bei der Göcklinger Kaiserberghalle so. Sonnenstrahlen spiegeln sich in ihren Fenstern. In gut zwei Jahren wohl in noch stärkerem Glanz, denn die Halle, die schon mehr als 40 Jahre an Ort und Stelle steht, wird saniert, auf Vordermann gebracht. Sie wurde damals mehr oder minder genau auf der ehemaligen Panzersperre platziert, einer Höckerlinie des Westwalls, deren Reste noch zu sehen sind. Unhandlich und unverrückbar sehen diese Höcker aus Stahlbeton aus, die in mehreren Reihen platziert wurden und über ein Fundament miteinander verbunden waren. Sie sollten das Einfahren feindlicher Panzer verhindern.
Kein leichtes Unterfangen
Einfach war es nicht, den Weg für den Hallenbau frei zu machen, das weiß auch Ortschefin Manuela Laub. Aber 1980 war das Werk vollbracht, die Halle wurde offiziell ihrer Bestimmung übergeben. Die Idee dazu war schon knapp zehn Jahre davor aufgekommen. Schnee von gestern. Manuela Laub blickt nach vorne. Bis Ende 2025 soll die Sanierung der Kaiserberghalle abgeschlossen sein. 1,33 Millionen Euro – 50 Prozent davon gefördert – werden laut der Ortsbürgermeisterin in den Erhalt der guten Stube fließen. Kürzlich sei der Bewilligungsbescheid für den zweiten Bauabschnitt eingetrudelt.
Wenn der älteste männliche Mitbürger des Ortes, Hermann Frech, auf die Kaiserberghalle schaut, geht der Blick zurück in die Vergangenheit – in seine eigene, aber auch die der Ortsgemeinde Göcklingen. Dem heute 95-jährigen Ehrenbürger kommen dann in strukturierter Abfolge die Bilder aus längst vergangenen Tagen wieder in den Sinn, als er selbst im Gemeinderat saß, davon 20 Jahre als Beigeordneter, und für den Bau der Halle stimmte.
„Das wird nie was“, hatten einige Pessimisten behauptet, aber dann wurde es doch was und er war hautnah dabei als die Halle errichtet wurde, die auch dem damaligen Ortsbürgermeister Otto Brauner ein wichtiges Anliegen gewesen war. „Otto hat viel Positives für unsere schöne Gemeinde bewirkt. Er war immer optimistisch“, sagt der Göcklinger. „Das waren nicht nur in der Schule ganz andere Zeiten. Für den Ort war dieser Bau ein wichtiger Schritt. Vorher hatten wir keine eigene große Halle“, erinnert sich der ehemalige Rektor der damaligen Grund- und Hauptschule in Billigheim-Ingenheim. Er selbst habe viele Stunden in der Halle verbracht, etwa bei Chorkonzerten oder Seniorenmittagen.
Auch für andere Dörfer interessant
Aufgrund der Größe der Halle wurde sie auch gerne von anderen Orten genutzt, ergänzt der ehemalige Bürgermeister Fritz Garrecht. Der 69-Jährige war als Lehrer lange Jahre an der Landauer Pestalozzischule tätig und ist vor allem sportlich mit der Halle verbunden, die von zwei Fußballplätzen eingesäumt ist. Er spielte von 1965 bis 2013 beim SV Göcklingen in verschiedenen Mannschaften. „Die sportliche Nutzung der Halle kam erst später dazu, nachdem ein richtiger Hallenboden verlegt wurde. Vorher war der Boden aus Beton, da konnte man keinen Sport drauf machen.“
Fritz Garrecht erinnert sich auch noch gut daran, dass die Halle aufgrund ihrer Größe seit jeher auch gerne von anderen Ortsgemeinden genutzt wurde, um dort Veranstaltungen zu platzieren. „Ein DJ hat aus der Halle immer mal wieder eine ,Disco’ gemacht.“ Gut im Gedächtnis sind Garrecht auch noch die Faschingspartys der Silzer Schnecketreiwer, die für ihr Treiben ebenfalls gerne in der Halle zu Gast waren. „Das hat sich angeboten, da wir hier auch sehr gute Parkmöglichkeiten haben.“
Dann lässt Hermann Frech seinen Blick bedächtig über den Sportplatz vor der Kaiserberghalle wandern und schaut rüber zu einem „alten Bekannten“, dem acht Jahre jüngeren Günter Löhlein, ebenfalls Ehrenbürger und langjähriger Ortsbürgermeister Göcklingens (von 1989 bis 2004). Auch er hat einen besonderen Bezug zur Kaiserberghalle und genau wie Herrmann Frech war er in seinem Berufsleben Lehrer, später gar Konrektor an der Alfred-Grosser-Schule in Bad Bergzabern. Günter Löhlein begleitete die erste Sanierung der Halle Ende der 1990er-Jahre. „Wir hatten damals noch keine Gaststätte, diese Räumlichkeiten kamen dann erst dazu. Heute sind wir froh drüber“, erzählt er. Insgesamt eine Million D-Mark sei damals in die Sanierung geflossen.
Heimische Wirtschaft soll profitieren
Jetzt, mehr als 20 Jahre später, steht die nächste Sanierung vor der Tür. Das wird gemacht: neue Fenster, auch wird der Hallenboden erneuert. Der Brandschutz, die Beschallung und die Hallenbeleuchtung werden ebenfalls verbessert. Darüber hinaus erhält die Halle einen neuen Anstrich. Im Sporttrakt werden die Heizung, die Duschräume und die Toilettenanlagen erneuert, teilt Ortsbürgermeisterin Laub mit. Sie hebt hervor, dass insbesondere regional angesiedelte Firmen den Zuschlag für einzelne Gewerke erhielten, sodass auch die heimische Wirtschaft von dem Auftrag profitiere. Mit den Arbeiten soll in den kommenden Wochen begonnen werden