Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Windpark zwischen Kusel und der Burg geplant

Wer zwischen Quirnbach und Hüffler auf der Autobahn über die Bergkuppe fährt, hat einen Blick bis zur Burg Lichtenberg.
Wer zwischen Quirnbach und Hüffler auf der Autobahn über die Bergkuppe fährt, hat einen Blick bis zur Burg Lichtenberg.

Mehr als zehn Windräder sind für das Gebiet zwischen Kusel und der Burg Lichtenberg geplant. Eine Sorge: Eine optimale Flächenausnutzung werde durch den Wettstreit der Firmen verhindert. Offenbar keine Sorge mehr: Die Rotorblätter könnten den Weitblick zur Burg stören.

Ein größerer Windpark soll im Südwesten von Kusel entstehen. Der Projektierer Pionext und der Energieparkentwickler UKA kooperieren bei dem Projekt unter dem Titel Windpark Bledesberg, zu dem bis zu neun Anlagen gehören sollen. Als weiterer Anbieter will Juwi dort bauen.

Betroffen sind die Gemeinden Kusel, Pfeffelbach, Ehweiler, Albessen und Ruthweiler. Bei dem Gebiet am Rande des Pfeffelbacher Bergrückens nördlich der A62 bis nach Bledesbach handelt es sich nach Angaben von UKA und Pionext um ein ausgewiesenes Sondergebiet Wind im Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan. Wie die Unternehmen in einer gemeinsamen Pressemitteilung mitteilen, kooperieren sie seit einem Jahr bei der Entwicklung des Windparks Bledesberg.

Zunächst sieben von Pionext und UKA bis Ende 2025

Geplant seien zunächst sieben Windräder mit einer Nabenhöhe von 165 Metern und einer Gesamthöhe von 250 Metern. Die Leistung der Siemens-Gamesa-Anlagen solle je 6,6 Megawatt betragen. Die Inbetriebnahme werde Ende 2025 angestrebt. Für das Genehmigungsverfahren sei die Einreichung des Antrags im dritten Quartal dieses Jahres vorgesehen.

Einen wichtigen Schritt für das Projekt ist der Stadtrat Kusel kürzlich vorangegangen. Er hob die bisher geltende Höhenbeschränkung für Windräder für das Gebiet der Stadt auf. Notwendig war dies, da ursprüngliche Pläne vorsahen, am Bledesberg zwei Anlagen mit einer maximalen Höhe von insgesamt 100 Metern zu errichten. Doch solch „kleine“ Anlagen werden heute nicht mehr gebaut, argumentierte der Stadtrat bei der Aufhebung des Bebauungsplans. Zwar sei eine Projektierung versucht worden, doch die Entwicklung hin zu größeren Anlagen sei so rasch verlaufen, dass Investoren kein Interesse mehr hatten, erläuterte Stadtbürgermeister Jochen Hartloff. Schon vor Jahren hätten Investoren nachgefragt, ob der Bebauungsplan aufgehoben werden könnte.

Genaue Prüfung jeder Anlage

Damals habe es intensive Diskussionen gegeben, ob die Anlagen den Blick auf die Burg von der A62 aus stören würden. „Ich habe es simulieren lassen. Sie stehen nicht im Weg“, sagte Hartloff. Natürlich würden sie sozusagen neben der Burg sichtbar sein, aber das seien die Freisener Anlagen im Hintergrund auch, so der SPD-Politiker. Er betonte, dass durch die Aufhebung des Bebauungsplans keine „Rechte unter die Räder“ kämen. Es werde bei jeder Anlage genau geprüft, sagte er mit Blick auf die aufwendigen Verfahren. Hartloff: „Wenn das Vorrangfläche ist, sollte auch die Möglichkeit geschaffen werden, dass sie genutzt werden kann.“

Die derzeit geplanten sieben Anlagen sollen laut Philip Müller, Projektleiter bei Pionext, pro Jahr rund 91 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen und können damit rechnerisch etwa 26.000 Drei-Personen-Haushalte mit Wind-Strom versorgen. Einen Vorteil ihrer Kooperation sehen die Bielefelder Firma UKA und Pionext in der räumlichen Nähe zwischen dem neu eröffneten UKA-Büro in Mainz und dem Hauptsitz von Pionext in Alzey.

Drei von Juwi bei Pfeffelbach

Auch die Firma Juwi plant in diesem Gebiet. Wie Juwi-Mitarbeiter Sebastian Brockes berichtet, sei der Wörrstadter Projektierer seit längerer Zeit in Abstimmung mit der Ortsgemeinde Pfeffelbach, die drei Anlagen auf der Gemarkung beschlossen habe. Die Juwi-Gruppe plane die Errichtung und den späteren Betrieb von zwei Windrädern westlich der Ortslage Pfeffelbach, im Bereich zwischen der Autobahn A62 und der Landesgrenze zum Saarland.

Der Standort der dritten Anlage befinde sich südöstlich der Ortslage in Richtung der Gemarkungsgrenzen zu Ehweiler und Diedelkopf. Nach Angaben von Juwi sollen Windräder mit einer Leistung von je sechs bis 7,5 Megawatt und einem Rotordurchmesser von etwa 160 bis 180 Metern entstehen. Die Nabenhöhe betrage etwa 170 bis 180 Meter, sodass die Anlagen auf eine Gesamthöhe bis zur Blattspitze bis 270 Metern kommen. Brockes sagte der RHEINPFALZ, „die Konkurrenz hat sich Ehweiler und Bledesbach gesichert“.

„Wettrennen der Projektierer“

In diesem Zusammenhang sprach Hartloff von einem Wettrennen der Projektierer. Ein gemeinsamer Vertrag mit UKA und Pionext sei mit Juwi nicht gelungen. Hartloff zufolge haben sich die beteiligten Bürgermeister und der Wirtschaftsförderer der Verbandsgemeindeverwaltung, Marcel Keidel, intensiv um eine Zusammenarbeit bemüht. Es seien Blockaden entstanden, da die Projektierer sich unterschiedliche Grundstücke durch Vorverträge gesichert hatten.

UKA und Pionext hätten – Synergieeffekte im Blick – daraufhin kooperiert. Ein Angebot an Juwi, ebenfalls zu kooperieren, sei jedoch abgelehnt worden. Stadtbürgermeister Jochen Hartloff findet das „äußerst ärgerlich“. Es führe dazu, dass die Geländefläche nicht optimal ausgenutzt werden könne. Er hoffe, dass Juwi später möglicherweise noch hinzustoße. Brockes sagte dazu, es seien noch Abstimmungen notwendig. Die VG arbeite an einem Gesamtkonzept.

Es soll eine Infoveranstaltung geben

Die Gemeinde Ruthweiler hat selbst kein Windrad und werde aktuell auch keines erhalten, erläuterte Ortsbürgermeister Sven Dick. Allerdings sei die Gemeinde beim Windpark Bledesberg mit im Spiel, da sie durch die Rotorblätter betroffen sei. In Albessen hatte der Gemeinderat nach einer ursprünglichen Ablehnung grünes Licht für ein zweites Windrad auf der Gemarkung gegeben. Allerdings nur, wenn dies der schon fortgeschrittenen Entwicklung eines Solarparks nicht im Weg steht.

Unterdessen sind Pionext und UKA weiter im Austausch mit den betroffenen Gemeinden. Die Stadt Kusel und die Ortsgemeinden stünden vollständig hinter der Entwicklung des Windparks Bledesberg, ließen die Entwickler mitteilen. Mindestens eine Infoveranstaltung für alle sei vorgesehen.

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