Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Eisstadion am Friedrichspark: Abriss erst ab Herbst? (Bildergalerie und 360-Grad-Bilder)

Die großen Tage sind vorbei: Das Friedrichspark-Stadion, die Kultstätte des Mannheimer Eishockeys, dämmert seinem Abriss entgege
Die großen Tage sind vorbei: Das Friedrichspark-Stadion, die Kultstätte des Mannheimer Eishockeys, dämmert seinem Abriss entgegen.

Die Tage des Eisstadions am Friedrichspark in Mannheim sind gezählt. Die legendäre Sport- und Kulturstätte, in der die Mannheimer Adler zur festen Eishockey-Größe wurden, soll Neubauten der benachbarten Universität weichen. Wann das geschieht, ist allerdings noch unklar – der vorgesehene Abrisstermin wurde nach hinten verschoben.

Das alte Eisstadion am Mannheimer Friedrichspark wird aller Wahrscheinlichkeit nach noch nicht im Sommer diesen Jahres abgerissen. Das hat das Amt Mannheim-Heidelberg des baden-württembergischen Landesbetriebs für Vermögen und Bau auf RHEINPFALZ-Anfrage mitgeteilt. Anstelle des 1939 in seiner ursprünglichen Form eröffneten Stadions sollen Erweiterungsgebäude für die Universität errichtet werden. Der geplante Abrisstermin im Sommer lässt sich aber laut dem Landesbetrieb nicht halten. Der Grund: Artenschutz.

Auf dem Gelände haben sich Eidechsen angesiedelt. Diese müssten vor einem Abriss erst umgesiedelt werden, erklärt der Leiter der Abteilung Hochbau des Mannheimer Landesbetrieb-Ablegers, Johannes Gürlich. Noch komplizierter wird der Abriss dadurch, dass in der Dachkonstruktion des alten Stadions Zwergfledermäuse vermutet werden. Einen Nachweis dafür, dass die seltenen Tiere sich hier niedergelassen haben, gebe es nicht, doch allein die Möglichkeit bedinge, dass man hier beim Rückbau mit besonderer Vorsicht und in Anwesenheit eines Experten vorgehen müsse, so Gürlich.

Um zu verhindern, dass Schmutz und Laub ins Stadioninnere geweht werden, wurden Gaze-Vorhänge angebracht - die mittlerweile nich
Um zu verhindern, dass Schmutz und Laub ins Stadioninnere geweht werden, wurden Gaze-Vorhänge angebracht - die mittlerweile nicht mehr viel bewirken.
Die Eisfläche verschwand schon kurz nach dem letzten Spiel der »Adler«. Seitdem wurde im Friedrichspark-Stadion nur noch gelegen
Die Eisfläche verschwand schon kurz nach dem letzten Spiel der „Adler“. Seitdem wurde im Friedrichspark-Stadion nur noch gelegentlich Sport gemacht.
Seit Sommer 2021 ist das Stadion samt umliegendem Gelände endgültig durch Bauzäune abgesperrt.
Seit Sommer 2021 ist das Stadion samt umliegendem Gelände endgültig durch Bauzäune abgesperrt.
In den letzten Jahren hielten Amateursportler, die hier die Sportarten Inline-Hockey und Roller Derby ausübten, das Stadion eini
In den letzten Jahren hielten Amateursportler, die hier die Sportarten Inline-Hockey und Roller Derby ausübten, das Stadion einigermaßen sauber. Seit der Sperrung ist es endgültig ein „Lost Place“ - eine morbide-romantische Zivilsationsruine.
Die Kabine für die Stadiontechnik ...
Die Kabine für die Stadiontechnik ...
... hier beklebt mit einem Plakat, das für eine Großleinwand-Übertragung von Spielen der Fußball-EM 2016 wirbt. Das war eine der
... hier beklebt mit einem Plakat, das für eine Großleinwand-Übertragung von Spielen der Fußball-EM 2016 wirbt. Das war eine der letzten großen Veranstaltungen im Stadion am Friedrichspark.
Der ehemalige Haupteingang ist heute so verrammelt wie der Rest des Stadions.
Der ehemalige Haupteingang ist heute so verrammelt wie der Rest des Stadions.

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Das Gelände, auf dem das Eisstadion steht, ist Landeseigentum. Es war seit den 1930-er Jahren an die Stadt verpachtet. 1938/39 war ein nicht überdachtes Eisstadion für den damals gerade erst gegründeten Mannheimer Eis- und Rollsportclub (MERC) errichtet worden. Im Krieg stark beschädigt, wurde das Stadion 1949 wiedereröffnet und zwischen 1959 und 1969 nach und nach mit einem Dach für Ränge und Spielfeld versehen.

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Nach drei Seiten offen war das Stadion allerdings immer – das Wetter spielte immer mit. Die Mannheimer Adler, 1994 als eigenständige Profi-Eishockey-Abteilung aus dem MERC hervorgegangen, spielten hier bis 2005 und zogen dann um in die neu errichtete SAP-Arena vor den Toren der Stadt. Genutzt wurde das Eisstadion aber auch für einige legendäre Konzerte, bevor es die Möglichkeit dazu auf dem Maimarkt-Gelände gab, beispielsweise einen Auftritt der Rolling Stones im Jahr 1973.

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Nach dem Weggang der Adler und dem Abtauen der Eisfläche wurden im Stadion noch eine Weile die Sportarten Inline Hockey und Roller Derby ausgeübt; 2016 wurden hier Spiele der Fußball-EM auf Großleinwand gezeigt. Mittlerweile ist das Stadion allerdings deutlich baufällig, die ehemalige Eisfläche ist stark verschmutzt, die Wirtschaftsgebäude zur Uni hin sind vermüllt und im Verfall begriffen.

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Das Gelände wurde deshalb mit Bauzäunen abgesperrt. Gelegentliche Besucher hält das offenbar nicht ab. An den unteren Sitzplatz-Reihen haben sich Souvenirjäger Teile „ihrer“ früheren Stammplätze abgesägt. Offiziell genutzt wird das Eisstadion derzeit nur noch von der Polizei, die hier einmal in der Woche mit ihren Hunden trainiert.

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Der Landesbetrieb hofft nun auf einen Beginn des Rückbaus im Herbst diesen Jahres. Die Arbeiten sollen rund ein Vierteljahr dauern. Gebaut werden soll dann, so die derzeitigen Planungen, etwa ab den Jahren 2025 oder 2026. Der künftige Bebauungsplan sieht drei Einzelgebäude vor, von denen zunächst zwei errichtet werden sollen. Wie die Umgestaltung des Geländes vor sich gehen soll – ob beispielsweise die Vertiefung, in der die ehemalige Eisfläche liegt, aufgefüllt werden soll – ist laut Gürlich noch nicht festgelegt. Auf jeden Fall soll bei der künftigen Bebauung weniger Fläche versiegelt werden, als es bisher durch das Eisstadion der Fall ist.

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