Küchentratsch
Zimt – würzige Baumrinde in der Hühnersuppe
With cocoa oder cinnamon?“ – mit Kakao oder Zimt? Diese Frage hört der Reisende häufig, wenn er in Ländern wie Irland, Neuseeland oder Australien einen Cappuccino oder Flat White bestellt. Mit Milchschaum gekrönten Kaffee bestäubt der Barista dort gerne mit Kakao- oder Zimtpulver. Letzteres kommt für manchen nur zur Weihnachtszeit in Frage, dabei schmeckt Zimt das ganze Jahr über, und das nicht nur im Apfelkuchen, Milchreis oder Müsli. Auch in einigen herzhaften Speisen macht er sich gut.
Zimt wird bereits seit Jahrtausenden als Gewürz genutzt. Eine Legende besagt etwa, dass der römische Kaiser Nero nach dem Tod seiner Frau ihr zu Ehren Zimtfeuer entfacht haben soll. Ursprünglich stammt echter Zimt, auch Ceylon-Zimt genannt, aus Sri Lanka. Der immergrüne Baum gehört zu den Lorbeergewächsen; seine Rinde wird abgeschält, zusammengerollt und getrocknet – so entstehen die typischen Zimtstangen.
Angeboten wird heute allerdings nicht nur Ceylon-Zimt, sondern häufig Cassia-Zimt, auch bekannt als chinesischer Zimt. Wer oft Gerichte mit Zimt würzt, sollte beim Einkauf aufpassen, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung: Denn der Aromastoff Cumarin ist im Cassia-Zimt in größeren Mengen enthalten als im Ceylon-Zimt. Bei empfindlichen Menschen können laut der Behörde schon geringe Mengen Cumarin die Leber schädigen. Ein Blick auf die Verpackung lohnt sich also. Bei Zimtstangen kann man die beiden Sorten optisch unterscheiden: Beim Cassia-Zimt ist die Rinde dicker, die Stange hat in der Mitte einen Hohlraum. Auch geschmacklich gibt es Unterschiede: Cassia-Zimt schmeckt kräftiger als der milde Ceylon-Zimt.
Auch zum Grillfleisch
Im Winter begeistert Zimt nicht nur in Plätzchen, auch ein wärmendes Chili con carne schmeckt mit dem asiatischen Gewürz noch besser: zum Beispiel kombiniert mit frischem Koriander oder mit Kreuzkümmel und Oregano. Wichtig: Dem Chili ausreichend Zeit geben, es kann gerne ein bis zwei Stunden im Bräter schmoren.
Zimt in der Hühnersuppe? Diese Kombination löst bei manchem irritierte Blicke und ungläubiges Kopfschütteln aus – das passt doch nicht. Und ob! Kocht man Möhren in der Suppe, harmoniert ein feiner Hauch Zimt bestens mit der Süße des Wurzelgemüses.
Da wir gerade beim Huhn sind: Im Sommer kann man Zimt als Grillgewürz testen, zum Beispiel in einer Marinade für Hähnchenbrustfilet oder Hähnchenschenkel: Dazu wird Öl mit einem Schuss hellen Balsamico-Essig, einer fein gehackten, roten Zwiebel und zwei gepressten Knoblauchzehen vermischt und mit Salz, Zucker, Sambal Oelek, edelsüßer Paprika, Zimt und ungesüßtem Kakao abgeschmeckt. Das Fleisch lässt man mindestens zwei Stunden ziehen, ehe es auf den Grill wandert.