Wissen Wie man eine Maske näht
Ein Anblick, den man bisher vor allem aus Asien kannte, wird in der Corona-Krise auch in Deutschland immer häufiger: Menschen, die mit einer Gesichtsmaske zum Einkaufen, auf die Arbeit oder zum Spaziergang gehen. Aber Maske ist nicht gleich Maske: Lediglich FFP-Masken verhindern, wenn man sie richtig, das heißt luftdicht, aufsetzt, für eine gewisse Zeit das Eindringen von Viren. Solche Masken werden vor allem in Krankenhäusern, Kliniken, Arztpraxen und in Pflegeeinrichtungen benötigt, um das medizinische Personal und Patienten zu schützen. Im Allta g braucht man sie nicht.
Dass Masken aus Stoff den Träger vor einer Infektion bewahren, dafür gibt es laut Bundesgesundheitsministerium und Robert-Koch-Institut (RKI) bisher keine wissenschaftlichen Belege. Die Masken können laut RKI jedoch einen Beitrag zum Fremdschutz leisten. Denn: Nicht jeder, der mit dem Coronavirus infiziert ist, bemerkt das, kann aber andere anstecken. Trägt der Betroffene zum Beispiel beim Einkauf oder auf der Arbeit eine Maske, könnten Tröpfchen, die man beim Sprechen oder Husten ausstößt, zumindest zum Teil abgefangen werden. Beim Niesen werden Studien zufolge keine Coronaviren freigesetzt.
Auch mit Maske auf Hygiene und Abstand achten
Wichtig ist das Tragen der Maske in Innenräumen; draußen auf der Straße kann man sich besser aus dem Weg gehen und in der frischen Luft gibt es so gut wie keine Viren. Das alles könne das Risiko, andere anzustecken, reduzieren, so das RKI. Zudem bilde die Maske eine Barriere, die verhindere, dass man sich ins Gesicht fasst und Erreger über die Schleimhäute überträgt, schreibt das Bundesgesundheitsministerium.
Die Maske sollte laut dem Robert-Koch-Institut eng anliegend über Mund und Nase getragen und bei Durchfeuchtung gewechselt werden. Aber: Auch wer eine Maske aufhabe, dürfe auf keinen Fall auf die Einhaltung von Hygieneregeln verzichten. Das heißt: Abstand halten (mindestens 1,5 Meter), in die Armbeuge husten oder niesen und sich regelmäßig und gründlich die Hände waschen – letzteres auch, bevor man seine saubere Maske aufsetzt und nachdem man sie abgesetzt hat, für den Fall, dass Erreger darauf haften. Aus diesem Grund sollte man die Außenseite der Maske möglichst nicht berühren, während man sie trägt.
Inzwischen bieten zahlreiche Internetshops Behelfsmasken zum Verkauf an. Wer etwas Erfahrung beim Nähen hat, kann solch eine Maske aber auch leicht selbst nähen. Ein Modell hat Anna Eberts, Schneidermeisterin und Inhaberin der Grünstadter Stofflounge, entworfen. Die Maske kommt ohne Filter aus und ist daher etwas einfacher in der Herstellung, muss aber häufiger gereinigt werden.
Das braucht man für die Maske:
Für die Maske eignet sich am besten engmaschiger Baumwollstoff, der kochfest ist, um die Maske nach Gebrauch heiß waschen zu können. Um zu testen, ob der gewählte Stoff die Atmung nicht behindert, kann man ihn doppellagig eng vor Nase und Mund halten und mehrmals ein- und ausatmen. Handelt es sich um Stoffreste, sollte man sie vor der Verarbeitung auskochen.
Außerdem benötigt man eine Kordel (Durchmesser ca. 5 Millimeter) von 140 Zentimetern Länge, einen dazu passenden Kordelstopper mit zwei Löchern, Stecknadeln und eine Wende- oder Sicherheitsnadel. Und natürlich eine Nähmaschine oder Nadel und Faden.
Und so geht’s:
Das Stoffstück schneidet man auf ein Rechteck mit den Maßen 34 mal 21 Zentimeter zu (siehe rechts, Schritt 1). Anschließend faltet man den Stoff in der Mitte (Schritt 2). Die drei offenen Seiten werden zugenäht (Schritt 3), wobei an einer kurzen Seite in der Mitte eine etwa 5 Zentimeter breite Öffnung freigelassen wird, um den Stoff wenden zu können.
Durch diese Öffnung wird der Stoff nun auf rechts gedreht, erklärt Anna Eberts. Anschließend klappt man den Stoff an den kurzen Seiten jeweils einen Zentimeter breit ein und pinnt das mit Stecknadeln fest (Schritt 4), ehe man den Stoff absteppt (Schritt 5). So erhält man an den Seiten einen Tunnelzug (Schritt 6), durch den man die Kordel ziehen kann, und zwar so, dass auf der einen Seite eine Schlaufe entsteht. Dabei hilft eine Wende- oder Sicherheitsnadel (Schritt 7).
Zum Schluss bringt man noch den Kordelstopper an die losen Kordel-Enden an (siehe fertige Maske). Die Schlaufe wird hinter ein Ohr gesetzt und die Maske mithilfe des Kordelstoppers hinter dem anderen Ohr fixiert. Wer keinen Kordelstopper hat, kann die Enden auch fest verknoten, wenn er die Maske aufsetzt.
Benutzung auf eigene Gefahr. Vor dem Waschen die Kordel herausnehmen.
Eine Video-Anleitung zur Maske hat Anna Eberts auch auf ihrer Homepage und auf Instagram veröffentlicht:
www.stofflounge.de
www.instagram.com/stofflounge/?hl=de