Wissen
Warum Wasservögel auch bei Gewitter auf dem Wasser bleiben
„Auch Wasservögel sollten bei Gewitter das Wasser verlassen, denn sie ragen aus dem Wasser heraus und werden genau wie der Mensch vom Blitz getroffen“, sagt der Umweltmeteorologe Günther Heinemann von der Uni Trier. „Nur hat sich dieses Verhalten nicht bei ihrer Evolution ausgeprägt, da es für die Vögel anscheinend keine Lernmöglichkeit dafür gibt.“ Außerdem lauern für Wasservögel die größten Gefahren ohnehin außerhalb des Wassers, erklärt Vogelkundler Wolfgang Fiedler vom Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell: „Für einen spezialisierten Wasservogel wie einen Haubentaucher (Bild) ist alles gefährlicher, als auf dem Wasser sitzen zu bleiben. Auf dem Land ist er völlig hilflos, da er kaum laufen kann, in der Luft besteht im Gewittersturm hochgradige Kollisionsgefahr.“ Auch Schwäne seien an Land nicht sicherer als auf dem Wasser, weil sie dort beispielsweise vom Fuchs geschnappt werden könnten.
Wie häufig Wasservögel durch Blitzschlag zu Tode kommen, weiß man allerdings nicht: „Wir haben in unserer Datenbank markierter Wasservögel, die irgendwie zu Tode kamen, nicht einen Fall von Blitzschlag“, so Fiedler. „Die Todesursache „im Sturm mit Bäumen oder anderen Hindernissen kollidiert“ ist dagegen gar nicht so ungewöhnlich.“