Wissen RHEINPFALZ Plus Artikel Nils erklärt: Wie sich die Libelle startklar macht

Gespannt wartet Ellen, ob die Libelle von ihrer Hand losfliegt.
Gespannt wartet Ellen, ob die Libelle von ihrer Hand losfliegt.

Eine hübsche Libelle hält die siebenjährige Ellen aus Bad Dürkheim auf ihrer Hand. Das Insekt breitet seine zarten Flügel aus, aber es rührt sich nicht von der Stelle. Warum fliegt es nicht los?

Libellen sind doch sehr geschickte Fluginsekten! Vielleicht hast du schon beobachtet, wie rasend schnell sie dahinschwirren können. Dabei schlagen sie sogar Haken oder bleiben an einer Stelle in der Luft „stehen“. Die Libelle auf Ellens Hand schafft das aber noch nicht, und das hat mit ihrer Entwicklung zu tun.

Wenn diese Insekten ihr Dasein als Larve abschließen, beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt. Dann verlassen sie ihren bisherigen Lebensraum, das Wasser. Meistens kriechen sie dazu an einem Pflanzenstängel hoch und halten sich gut daran fest. Dann durchbricht die Libelle ihre Larvenhülle und schlüpft langsam aus einer Öffnung am Rücken. Zuerst ist sie noch weich. Sie muss ihren Körper mit Flüssigkeit aufpumpen und festigen.

Das gilt auch für den „Vierfleck“ auf Ellens Hand. So heißt diese Libelle wegen der Flecken auf ihren Flügeln. Wenn du dort sogar acht Flecken siehst: Für den Namen spielen die dunklen Felder an den äußeren Enden keine Rolle. Diese sogenannten Flügelmale kommen auch bei anderen Libellen vor, weil dort verdickte und stärker durchblutete Adern sitzen. Der Vierfleck hat seinen Namen von vier auffallenden Flecken, jeder mitten auf einer Flügelkante.

Libellen besitzen vier Flügel.

Wie du vielleicht weißt, besitzen Libellen vier Flügel. Diese schillernden Wunderwerke sind durchzogen von einem dichten Adernetz. Es macht die Flügel stabil, stark und dehnbar zugleich. Aber bevor das Tier flugfähig ist, muss es die erst noch weichen und schlaffen Flügel strecken und aushärten.

Nicht immer gelingt das. Ein Problem ist zum Beispiel schlechtes Wetter. Bei starkem Wind kann die schlüpfende Libelle ins Wasser geweht werden oder ihre noch kraftlosen Flügel können zerknicken. Wenn es lange und stark regnet, werden die Flügel nicht fest genug. Und dann gibt es ja noch Fressfeinde, die das noch nicht flugfähige Tier erbeuten können.

Der Vierfleck auf Ellens Hand hat aber gute Chancen, den kommenden Sommer zu erleben. Falls du dich wunderst, wieso das Mädchen keine Angst vor ihm hat: Libellen sind harmlose Tiere. Sie beißen nicht und stechen nicht und giftig sind sie auch nicht. Gefährlich sind sie nur für ihre Beute, nämlich für andere Insekten.

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