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Esskastanien: Gehaltvoll, süß und einfach lecker
Esskastanien enthalten viele Kohlenhydrate (rund 40 Prozent) und im Gegensatz zu anderen Nüssen fast gar kein Fett (zirka zwei Prozent). Sie sind reich an Phosphor, Kalium und Linolsäure. 100 Gramm der frischen Kastanien haben 200 Kilokalorien, 25 Gramm Stärke, bis zu fünf Gramm Proteine und etwa fünf Gramm Zucker. Sie sind glutenfrei und somit für Allergiker geeignet.
Edelkastanien waren in der Antike und auch im Mittelalter hoch geschätzt. In manchen Regionen sicherten sie das Überleben der Menschen bei Ernteausfällen und Hungersnöten. Im 18. Jahrhundert verdrängte die Kartoffel sie mehr und mehr, auch Getreideernten konnten immer zuverlässiger eingebracht werden. Pflanzenkrankheiten wie die Tintenkrankheit und der 1938 aus Amerika nach Europa eingeschleppte Kastanienrindenkrebs sorgten ebenfalls dafür, dass die Esskastanien immer mehr aus den Küchen verschwanden.
Früchte wachsen in Fruchtbechern
Doch mittlerweile haben Esskastanien es wieder auf die Speisekarte geschafft. Wer sie genießen will, muss sie zunächst von den ungenießbaren Rosskastanien unterschieden. Die Blätter der Esskastanien, die botanisch „Edelkastanien“ (Castanea sativa) heißen, sind im Gegensatz zu den eher tropfenförmigen Blättern der Gewöhnlichen Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) deutlich langgezogener. Die Früchte wachsen in Fruchtbechern mit vielen sehr feinen Stacheln, bei der Gewöhnlichen Rosskastanie sind die Stacheln grob und vereinzelt.
Speisen profitieren von nussigem Aroma
Besonders große Esskastanien, vornehmlich aus südlichen Ländern, werden auch gerne als „Maronen“ bezeichnet. Meist handelt es sich um weitergezüchtete Sorten mit einem intensiven und süßlichen Aroma. Beim Kauf frischer Maronen und beim Selbersammeln sollte darauf geachtet werden, dass die Nüsse schön glatt und glänzend aussehen. Eingeschrumpelte oder gar mit kleinen Insektenlöchern versehene Exemplare sind ungeeignet. Wer ganz auf Nummer sicher gehen möchte, kann die Esskastanien zu Hause in kaltes Wasser geben. Nur Nüsse, die untergehen, werden als Beilage zu Wildgerichten oder auch in Salaten verwendet. Gehaltvolle Suppen, Pürees und Soßen profitieren ebenso wie Süßspeisen, ja sogar Liköre, von ihrem ganz speziellen süßlichen und nussigen Aroma.
Als gesunden Snack die Maronen an ihrer spitzen Seite kreuzförmig einschneiden, bei 200 Grad Celsius (Umluft: 175 Grad Celsius) im Backofen 20 bis 30 Minuten lang rösten. Ein feuerfestes Schälchen mit Wasser verhindert, dass die Esskastanien im Backofen zu sehr austrocknen.