BASF
Wirtschaft spürt Corona-Folgen
Die für Ende April geplante Automesse in Peking werde verschoben, teilte der Veranstalter am Montag mit. Die Messe ist für die deutschen Autobauer ein wichtiger Termin, weil China für Volkswagen, BMW oder Daimler der weltweit größte Einzelmarkt ist.
Die Auswirkungen auf Aktivitäten des Ludwigshafener Chemiekonzerns BASF in China seien weiter „begrenzt“, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Die BASF beobachte die Situation aufmerksam und prüfe laufend mögliche Folgen. China ist einer der wichtigsten Absatzmärkte des Konzerns. Die BASF beschäftigt dort 9300 Mitarbeiter in 27 Produktionsstätten. Den 2005 gestarteten Verbundstandort Nanjing betreibt die BASF zusammen mit dem chinesischen Partner Sinopec. In den Standort Nanjing mit 1900 Beschäftigten wurden bisher rund 4,5 Milliarden Euro investiert.
Nach einer Umfrage der US-Handelskammer ist fast jedes zweite Unternehmen in den Regionen Shanghai, Suzhou, Nanjing und im Jangtse-Delta von Beeinträchtigungen durch fehlendes Personal im eigenen Betrieb oder bei Lieferanten betroffen. Befragt wurden von der American Chamber of Commerce (AmCham) gut 100 amerikanische Unternehmen. Knapp die Hälfte gab an, Betriebsschließungen in China hätten sich auf ihre globalen Lieferketten ausgewirkt. Es fehlten die Arbeitskräfte, weil sie nicht reisen dürften oder unter Quarantäne stünden, erklärte AmCham-Präsident Ker Gibbs. „Das wird schwerwiegende Folgen für die globalen Lieferketten haben.“
So verschob Volkswagen den Produktionsstart seines chinesischen Gemeinschaftsunternehmens mit dem Partner SAIC auf den 24. Februar. Eigentlich sollte der Betrieb am Montag anlaufen.
In ganz China sind Städte seit Ende Januar abgeriegelt, während im ganzen Land Reiseverbote und Quarantäneanordnungen erlassen wurden, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Die Hauptstadt Peking kündigte am Freitag eine 14-tägige Selbstquarantäne für alle an, die in die Stadt zurückkehren. Wer sich weigert, wird bestraft. Die Provinzregierung von Jiangxi hob jedoch die Quarantänebestimmungen für Mitarbeiter auf, die an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, mit Ausnahme derer, die aus Hubei – dem Epizentrum des Virusausbruchs - oder anderen schwer betroffenen Gebieten kommen.