Meinung RHEINPFALZ Plus Artikel Wirecard: Ballast für den Kanzlerkandidaten in spe Olaf Scholz

Olaf Scholz.
Olaf Scholz.

Erwiesen ist bisher nichts. Der Wirecard-Skandal schadet Olaf Scholz’ Kanzlerambitionen aber so oder so.

Ein solches Drehbuch hätte er sich selbst kaum ausdenken können. Olaf Scholz schien ein politisches Auslaufmodell zu sein, nachdem seine SPD dem Vizekanzler die Gefolgschaft verweigert und ihm das Duo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans an der Parteispitze vorgezogen hatte. Dann kam die Corona-Krise, in der sich der Finanzminister als Krisenmanager mit sozialdemokratischer Ausgabenfreude präsentieren konnte. Seine Umfragewerte schossen in die Höhe. An ihm, so schien es, käme niemand vorbei, wenn die Genossen nach der Sommerpause ihren Kanzlerkandidaten ausrufen. Ob der Wirecard-Skandal diese Pläne durchkreuzt, steht ebenso wenig fest wie die Antwort auf die Frage, ob der Vorwurf ministerieller Untätigkeit überhaupt haltbar ist.

Aber allein die Tatsache, dass Scholz so früh von Unregelmäßigkeiten wusste und die ihm unterstellte Finanzaufsicht nicht weiterkam, macht ihn angreifbar. Für seine Gegner ist der Vorgang ein gefundenes Fressen. Wenn Scholz Kandidat würde, trüge er künftig politischen Ballast mit sich herum – erst recht, wenn ein Untersuchungsausschuss das Thema am Köcheln hielte.

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