Wirtschaft Wie viel Geld müssen Paare für eine gelungene Hochzeit einplanen?
«Köln». Manche haben nur ein kleines Budget zur Verfügung. Andere können Summen ausgeben, für die man einen gehobenen Mittelklassewagen bekommt. Doch wie viel Geld müssen Paare für eine gelungene Hochzeit denn nun einplanen?
Es soll der schönste Tag oder zumindest einer der schönsten Tage des Lebens werden. Die Realisierung jedoch kostet. Wie viel Geld in eine Hochzeit fließen soll, kann die Gemüter erhitzen. In einer Umfrage sieht ein Drittel der Befragten bei der Budgetfrage „hohes Streitpotenzial“. Wie so oft helfen auch hier vor allem ein kühler Kopf und Kalkulation. Welche Kosten Paare für ihre Traumhochzeit einplanen sollten, hängt maßgeblich davon ab, wie sie sich diesen Traum eigentlich vorstellen.
Meist 1000 bis 50.000 Euro
Nach der Erfahrung von Sonja Schulz von der Internetseite Hochzeitsportal24 reicht die Spanne der investierten Summe von rund 1000 bis 50.000 Euro, wobei viele Paare beziehungsweise deren Eltern 10.000 bis 20.000 Euro in die Hand nehme. Pauschale Aussagen seien schwierig, betont Nikola Stiefelhagen, die Vorsitzende des Bunds deutscher Hochzeitsplaner. „Brautpaare, die mit uns ihre Hochzeit planen, investieren meist ab rund 25.000 Euro bis sogar etwa 350.000 Euro.“ Aber auch mit kleineren Budgets lassen sich schöne Hochzeiten verwirklichen. Stiefelhagen empfiehlt Paaren, sich bei der Planung frühzeitig einen Überblick über Budget und Kosten zu verschaffen. Das verhindert Konflikte. Sonja Schulz beschreibt, was mit verschiedenen Budgets möglich ist: 1000 Euro: Dass mit dieser Summe keine Sause mit 100 Gästen auf einem feinen Anwesen am See drin ist, ist klar. Doch man kann eine kleine intime Hochzeit auf die Beine stellen. „Man nimmt ein schickes Kleid und einen Anzug, den man schon hat“, sagt Schulz. Nach der Trauung im Standesamt geht das Paar mit Familie und Trauzeugen noch schick essen. Für eine individuelle Note kann man ein besonders schönes Standesamt wählen und für die Trauung Lieblingslieder auf CD mitbringen. 15.000 Euro: Mit rund 80 Gästen könnten Paare mit diesem Betrag eine Hochzeit gehobenen Standards feiern. Dennoch müssen Prioritäten gesetzt werden. Legt man zum Beispiel Wert auf schöne, professionell angefertigte Fotos, muss eventuell das Catering ein wenig abgespeckt werden. 50.000 Euro: Wer den Gegenwert eines gehobenen Mittelklasseautos investieren kann und will, darf sich auch Extravaganzen leisten. Um beim Beispiel einer 80-Personen-Feier zu bleiben, könnte das Paar in dem Fall etwa mit einem Helikopter einfliegen oder für die anwesenden Kinder eine Hüpfburg aufbauen lassen. Auch ein besonderes Brautkleid oder hochwertiges Essen sind drin. Schulz: „Hier hat man Spielraum.“
Gäste haben gleich mehrmals Hunger
Die Liste der Posten, die rund um eine Hochzeit Geld kosten, kann sehr lang sein: Miete für den Veranstaltungsort, Hochzeitskleid, Anzug, Ringe, Essen, Getränke, Fotograf, DJ, Deko, Einladungen, Geschenke für die Gäste, Tanzkurs für den Hochzeitswalzer, Feuerwerk, Flitterwochen. Eine Aufzählung ohne Anspruch auf Vollständigkeit ... Gerne unterschätzt wird laut Hochzeitsplanerin Nikola Stiefelhagen, dass eine Hochzeitsfeier in der Regel länger dauert als ein normales Essen und die Gäste die ganze Zeit verköstigt werden wollen – also auch nachmittags beim Kaffee oder abends bei der Party. Die Miete für den Veranstaltungsort ist ebenfalls oft höher, als es die Paare bei der Budgetplanung veranschlagen, hat sie beobachtet.
Sparpotential
An ganz vielen Stellen lässt sich aber sparen. Einige Beispiele: Cocktails und Schnäpse von den Getränken ausschließen, einen DJ statt einer Band buchen oder Bastelarbeiten für die Dekoration selbst übernehmen. Der eigene Anspruch ist hier die einzige Richtschnur. Das größte Sparpotenzial finde sich bei der Anzahl der Gäste – logisch. Wer mit kleinem Budget arbeiten muss, kann den Freundeskreis darauf abklopfen, ob jemand etwas Besonderes beisteuern könnte, rät Schulz. „Vielleicht gibt es jemanden, der gut singen kann? Oder ein Bekannter hat ein attraktives Auto, dass man für die Hochzeit nutzen darf?“
Kosten für das Standesamt
Unumgänglich sind die Gebühren für das Standesamt. Sie sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich, so Beate Tripp vom Bundesverband der Deutschen Standesbeamtinnen und Standesbeamten. Doch unterschiede gibt es auch in den Bundesländern selbst, so auch in Rheinland-Pfalz. Ein Beispiel aus der Verbandsgemeinde Maxdorf: Die Eheschließung „innerhalb der Dienstzeit“ wird mit 55 Euro veranschlagt, „außerhalb der Dienstzeit“ werden 80 Euro fällig. Und zuvor sind für die Bearbeitung des Antrags auf Eheschließung (Ehefähigkeitszeugnis ) 44 Euro zu bezahlen, wie es auf der Homepage der Verwaltung heißt. Anders dagegen handhabt es zum Beispiel die Stadt Frankenthal: Für Trauungen unter der Woche fällt eine Gebühr von 40 Euro an, die Gebühr für Trauungen am Samstag beläuft sich dagegen auf 115 Euro. Und für die Anmeldegebühr wurden 48 Euro festgesetzt.