Bahnverkehr RHEINPFALZ Plus Artikel Weniger Staus dank 9-Euro-Ticket

Das 9-Euro-Ticket sorgt für viel Betrieb an den Bahnhöfen – wie hier in Mannheim.
Das 9-Euro-Ticket sorgt für viel Betrieb an den Bahnhöfen – wie hier in Mannheim.

Das 9-Euro-Ticket ist ein voller Erfolg: Seit dem Verkaufsstart Ende Mai sind bis Donnerstag rund 21 Millionen dieser Tickets verkauft worden. Der Verkehrsdatenspezialist Tomtom sieht einen Zusammenhang mit einem Rückgang von Staus in 23 von 26 untersuchten Städten.

Millionen Menschen haben im ersten Gültigkeitsmonat das 9-Euro-Ticket gekauft – und damit wohl auch den Berufsverkehr auf den Straßen entlastet. Im ersten Monat mit 9-Euro-Ticket war nämlich auf den Straßen messbar weniger los: Eine Analyse des Verkehrsdatenspezialisten Tomtom für die Deutsche Presse-Agentur zeigt für 23 von 26 untersuchten Städten einen Rückgang des Stauniveaus im Vergleich zur Zeit vor der Ticket-Einführung. Die Daten „lassen vermuten, dass dieser Rückgang in Zusammenhang mit der Einführung des 9-Euro-Tickets steht“, sagte Tomtom-Verkehrsexperte Ralf-Peter Schäfer. „Pendler haben bei der Fahrt mit dem Auto in die Arbeit und nach Hause in fast allen untersuchten Städten im Juni weniger Zeit verloren als noch im Mai.“

Konkret verglichen die Experten die Staus im Berufsverkehr an Werktagen in den Kalenderwochen 20 (ab 16. Mai) und 25 (ab 20. Juni). Die Zeiträume wurden so gewählt, um Auswirkungen von Ferien und Feiertagen zu umgehen. Das Ergebnis: „In den ersten Tagen nach Einführung des 9-Euro-Tickets haben die Daten von Tomtom noch kaum Auswirkungen der Maßnahme auf den Autoverkehr gezeigt. Mittlerweile lässt sich jedoch in fast allen untersuchten Städten in Deutschland ein positiver Effekt auf den Verkehrsfluss feststellen“, sagte Tomtom-Verkehrsexperte Ralf-Peter Schäfer.

21 Millionen 9-Euro-Tickets verkauft

Dem Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) zufolge wurden bundesweit rund 21 Millionen der Sonderfahrkarten verkauft. „Zusammen mit den etwa zehn Millionen Abonnentinnen und Abonnenten, die das vergünstigte Ticket automatisch erhalten, ist damit die vorher von der Branche kalkulierte Zahl von 30 Millionen Tickets pro Monat nicht nur erreicht, sondern sogar leicht überschritten worden“, teilte VDV-Präsident Ingo Wortmann mit. Die Zahlen beziehen sich auf den Juni. Umfragen des VDV zufolge haben die Menschen aber auch für Juli eine ähnlich hohe Kaufbereitschaft signalisiert. Das Ticket berechtigt Käufer, für jeweils 9 Euro in den Monaten Juni, Juli oder August im Nahverkehr durch ganz Deutschland zu fahren.

Abonnenten wie die in der Pfalz besonders zahlreichen Besitzer einer Jahreskarte des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar (VRN) wie Job-Ticket, Karte ab 60 oder Rhein-Neckar-Ticket können ihre Fahrkarten wie ein 9-Euro-Ticket bundesweit nutzen und bekommen die Differenz für die drei Monate erstattet oder gar nicht erst abgebucht.

Städtetag fordert Nachfolgeregelungen

Die Verkehrsunternehmen und der Deutsche Städtetag forderten Nachfolgeregelungen für die Zeit nach dem Auslaufen des Tickets. VDV-Präsident Ingo Wortmann betonte, die Mehrheit der Kundinnen und Kunden nutze das 9-Euro-Ticket nicht für Ausflugs- oder Urlaubsfahrten, sondern im Alltag. „Damit tritt bei diesen Fahrgästen auch die von der Bundesregierung erhoffte Entlastungswirkung bei den alltäglichen Mobilitätskosten ein.“

Wortmann forderte von der Bundesregierung erneut „Finanzierungssicherheit“ für die Zeit ab September, wenn das 9-Euro-Ticket ausläuft. Die Kosten der Verkehrsunternehmen „explodieren“ durch die steigenden Strom- und Dieselpreise, wie er sagte. „Wenn hier keine Lösungen gefunden werden, dann reden wir entweder über notwendige deutliche Preissteigerungen oder über Angebotseinschränkungen“ im öffentlichen Personennahverkehr. Auch der Deutsche Städtetag mahnte: „Wir müssen wissen, wie es nach dem Sommer weitergeht“, sagte Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy der „Rheinischen Post“ vom Donnerstag. Es gehe darum, ob man „aus dem Hype eine Verkehrswende macht oder ihn verpuffen lässt“.

9-Euro-Ticket sorgt für massive Probleme

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