Verbraucher-Tipp
Was jeder gegen die Schweinepest tun kann
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hat Deutschland erreicht. Sie ist für Menschen ungefährlich – aber jeder kann etwas gegen die Verbreitung der Seuche tun. „Wir raten dringend zu Vorsichtsmaßnahmen. Das gilt auch für Verbraucher in Rheinland-Pfalz, nicht nur in Brandenburg“, sagt Waltraud Fesser, Fachbereichsleiterin Lebensmittel und Ernährung der Verbraucherzentrale in Mainz.
In Brandenburg nahe der deutsch-polnischen Grenze ist der erste ASP-Fall in Deutschland im Kadaver eines toten Wildschweins nachgewiesen worden. Experten befürchten, dass das ASP-Virus auf Hausschweine übertragen werden könnte. Schweinezucht-Betriebe fürchten um ihre wirtschaftliche Existenz.
Was können Verbraucher tun?
Die Virus-Übertragung erfolgt in erster Linie direkt von Tier zu Tier. Es gibt aber auch indirekte Verbreitungswege, vor allem über Fleisch und Fleischwaren sowie Speiseabfälle. „Reisende sollten Reiseproviant, insbesondere Salami, Schinken und alle Rohwurst-Erzeugnisse und gekühltes Fleisch, in denen das Virus monatelang überleben kann, keinesfalls offen entsorgen. Die Abfälle können von Wildschweinen gefressen und das ASP-Virus auf diesem Weg übertragen werden“, erläutert Expertin Fesser. Ihr Rat: Speisereste grundsätzlich in geschlossenen Behältern entsorgen.
Gilt das auch für den Privathaushalt?
Die Verbraucherzentrale hält entsprechende Vorkehrungen auch für zu Hause und beispielsweise beim Wandern für geboten. „Wildschweine können an Fleisch und Wurst drankommen, die offen in der Mülltonne entsorgt werden und möglicherweise das Virus enthalten. Das betrifft auch das weggeworfene Butterbrot auf der Wanderung und den Wurstrest an der Grillstelle im Wald“, betont Verbraucherschützerin Fesser. Speise- und Küchenabfälle dürften deshalb auch nicht an Haus- und Wildschweine verfüttert werden.
Ist Brandenburg nicht weit weg?
Dass der erste ASP-Fall in Deutschland an der deutsch-polnischen Grenze festgestellt wurde, spiele keine Rolle, so die Verbraucherzentrale. „Über Transport- und Reisewege kann das Virus überall auftreten. Außerdem gab es ASP-Fälle nicht nur östlich von Deutschland, sondern beispielsweise auch bereits drei Fälle in Belgien, also in direkter Nachbarschaft zu Rheinland-Pfalz“, erläutert Fesser: Tierische Lebensmittel aus von ASP betroffenen Staaten sollten zur Sicherheit nicht eingeführt werden. Tipp: Das bundeseigene Friedrich-Löffler-Institut berichtet regelmäßig über die aktuelle Anzahl der ASP-Fälle in den Staaten Europas (www.fli.de).
Was ist auf Auslandsfahrten zu beachten?
Da das Virus außerordentlich lange ansteckungsfähig bleibt, kann es nach Auskunft des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung (BMLE) auch durch Gegenstände übertragen werden, etwa über das Schuhwerk, die Kleidung, Werkzeuge oder Transportfahrzeuge. „Deshalb sollten Reisende und Transporteure sich besonders vorsichtig und verantwortungsvoll verhalten und Hygienemaßregeln beachten“, so das Ministerium.