Energie Wärmepumpen: 52 Prozent mehr Absatz erwartet

Teil einer Wärmepumpen-Anlage vor einem Wohnhaus.
Teil einer Wärmepumpen-Anlage vor einem Wohnhaus.

Die Bundesregierung will bis 2030 sechs Millionen Wärmepumpen in Deutschland installiert haben. Die Wachstumsraten der Branche sind immens. Doch es gibt Hürden.

Trotz Material- und Handwerkermangels geht die Wärmepumpenbranche auch für das kommende Jahr von einem starken Wachstum aus. Rund 350.000 Geräte sollen gebaut und installiert werden, wie der Bundesverband Wärmepumpe mitteilte. Ausgehend von prognostizierten 230.000 Neugeräten in diesem Jahr wäre das ein Plus von 52 Prozent. Hersteller und Handwerk erweiterten laufend ihr Angebot, hieß es vom Verband.

Schon 2022 verzeichnete die Branche ein prognostiziertes Absatzplus von rund 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Maßgeblicher Treiber sei die befürchtete Gaskrise in Folge des Kriegs in der Ukraine. „Die gewünschte Unabhängigkeit vom Import fossiler Energieträger spielt eine entscheidende Rolle bei der Wahl des Heizungssystems.“

Wartezeit bis zu einem Jahr

Ab 2024 sollen nach dem Willen der Bundesregierung jährlich 500.000 Wärmepumpen installiert werden. Bis 2030 sollen sechs Millionen Geräte in Deutschland installiert sein. Materialmangel und Engpässe bei Handwerkern könnten aus Sicht des Verbands den Hochlauf ausbremsen. Schon jetzt gibt es Wartezeiten zwischen einem halben und einem Jahr.

„Wir kommen aus einer Produktionskapazität, die vorher für einen Markt von 150.000 ausgerichtet war. Die Nachfrage läuft aber jetzt eigentlich schon auf die 500.000 hinaus“, sagte der Leiter Politik des Verbands, Björn Schreinermacher. Die Industrie habe aber deutlich gemacht, dass ein schneller Ausbau möglich sei.

Der Zentralverband der Deutschen Elektro- und Informationstechnischen Handwerke (ZVEH) hält das Sechs-Millionen-Ziel der Bundesregierung für realistisch. Es müsse aber an mehreren Stellschrauben gleichzeitig gedreht werden: Neben einem Aufbau von Fachkräften und Effizienzsteigerungen durch Digitalisierung brauche es mehr Anreize vonseiten der Bundesregierung. Die hohen Strompreise und rückläufige Förderungen seien perspektivisch betrachtet Hemmnisse.

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