Klimaschutz VW plant neues E-Auto-Werk

In der Nähe des Wolfsburger VW-Stammwerks, aber nicht auf dessen Gelände, soll eine neue Fabrik für das Elektroauto Trinity ents
In der Nähe des Wolfsburger VW-Stammwerks, aber nicht auf dessen Gelände, soll eine neue Fabrik für das Elektroauto Trinity entstehen.

Während Volkswagen ankündigt, wo das neue Elektromodell Trinity gebaut werden soll, beteiligt sich Deutschland nicht an einer Initiative von über 30 Ländern und mehreren Autoherstellern, die auf ein Enddatum für Verbrenner-Autos abzielt. Grund dafür ist ein Streit um synthetische Kraftstoffe.

Für sein neues Elektromodell Trinity will VW in der Nähe des Stammsitzes in Wolfsburg ein separates Werk errichten. Das Auto soll 2026 auf den Markt kommen. Das Vorhaben gilt als einer der entscheidenden Punkte in der Investitionsstrategie für die kommenden fünf Jahre. Der Aufsichtsrat muss der neuen Produktionsstätte noch zustimmen. Die endgültige Entscheidung fällt möglicherweise bis zum 9. Dezember – an diesem Tag soll die mittelfristige VW-Investitionsplanung abgeschlossen werden.

Kernmarkenchef Ralf Brandstätter sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, auf dem Wolfsburger Werksgelände gebe es keine großen ungenutzten Flächen. Trinity werde ein Auto neuen Typs mit wenigen Varianten und einer schlanken Produktion. „Die nötigen Umbaumaßnahmen könnten wir in der vorhandenen Struktur bei laufendem Betrieb nur mit kostenintensiven Maßnahmen realisieren. Deshalb halten wir eine neue Fabrik im Umland für die beste, weil wirtschaftlichste Lösung“, erläuterte der VW-Manager. Im Stammwerk in Wolfsburg würden weiter Autos gebaut. „In den nächsten Jahren werden das vor allem Golf und Tiguan sein“, sagte Brandstätter. Auf zwei Linien würden weiterhin Verbrenner gefertigt. Auf den frei gewordenen Flächen wolle man eine weitere Trinity-Variante produzieren.

Breite Allianz für Ende des Verbrennungsmotors

Deutschland beteiligt sich zunächst nicht an einer Allianz von 33 Staaten und sechs Autoherstellern, die ein Enddatum für den Verkauf von Benzin- und Dieselautos festsetzen wollen. Zu den beteiligten Autobauern zählen GM, Ford, Mercedes, Volvo, der chinesische Konzern BYD und Jaguar/Land Rover. Angeschlossen haben sich auch 39 Städte und Regionen sowie 13 Investoren. Zu den beteiligten Ländern zählen unter anderen Großbritannien, Indien, Österreich, Polen, Kanada, Kenia und die Türkei.

Wie der britische Gastgeber des Klimagipfels am Mittwoch mitteilte, wollen die an der Allianz beteiligten Regierungen „darauf hinarbeiten, dass alle Verkäufe von neuen Pkw und leichten Nutzfahrzeugen bis zum Jahr 2040 weltweit und in den führenden Märkten bis spätestens 2035 emissionsfrei sind“. Die Autokonzerne sollen demnach anstreben, spätestens 2035 in führenden Märkten nur noch emissionsfreie Autos und Vans zu verkaufen.

Dissens zwischen zwei deutschen Ministerien

Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums sagte am Mittwoch auf der Weltklimakonferenz in Glasgow, Deutschland werde die Erklärung zu Null-Emissions-Autos „heute nicht unterzeichnen“. Das sei das Ergebnis der regierungsinternen Prüfung. Weiter sagte er, es bestehe innerhalb der Bundesregierung zwar Konsens, dass ab spätestens 2035 nur noch Null-Emissionsfahrzeuge zugelassen werden sollen. „Allerdings besteht nach wie vor keine Einigkeit zu einem Randaspekt der Erklärung, nämlich der Frage, ob aus erneuerbaren Energien gewonnene E-Fuels in Verbrennungsmotoren Teil der Lösung sein können.“ Das Umweltministerium halte E-Fuels in Pkw mit Blick auf Verfügbarkeit und Effizienz „genau wie die Unterzeichnerstaaten nicht für zielführend“.

Hintergrund ist der Widerstand des noch geschäftsführenden Bundesverkehrsministers Andreas Scheuer (CSU). Die Erklärung berücksichtige den Antrieb mit synthetischen Kraftstoffen nicht, sagte er. Deshalb sei sein Ministerium dagegen. Für den Einsatz von E-Fuels in Autos mit Verbrennungsmotor plädiert im Namen der Technologieoffenheit auch die FDP.

Keine Zeit für Spiel auf Zeit

x