Sportartikel RHEINPFALZ Plus Artikel Umsatzeinbußen bei Mannheimer Hockeyausrüster TK

Alleine im Verkaufsraum: Axel Schröder in den Räumen der TK Sports GmbH in Mannheim.
Alleine im Verkaufsraum: Axel Schröder in den Räumen der TK Sports GmbH in Mannheim.

2020 war ein schwieriges Jahr für die TK Sports GmbH in Mannheim. Der Hockeyausrüster, dessen Markenzeichen zwei Elefanten enthält, muss aufgrund des zweiten Lockdowns den Ausfall einer ganzen Sportart verkraften. Doch Geschäftsführer Axel Schröder ist für die Zukunft optimistisch. Sofern die Sportler bald wieder zum Krummstock greifen dürfen.

Es ist voll in den Räumen der TK Sports GmbH in der Mannheimer Gutenbergstraße. Das liegt in Zeiten von Corona und Lockdown selbstverständlich nicht daran, dass sich die Kunden in dem Verkaufsraum drängen. Zum einen geht das zurzeit ja gar nicht. Der Laden ist zu. Und zum anderen liegt das daran, dass eine gesamte Sportart in diesem Winter Pause hat: Hallenhockey. Immerhin: Die Belegschaft darf zum Arbeiten kommen.

Voll sind daher die Lagerräume, weil in diesem Winter mit Bedarf für Hallenhockey – Schläger, Bälle, Bekleidung – kein Staat zu machen war. „Wir haben in diesem Winter vielleicht 10 Prozent von dem verkauft, was wir in einem normalen Winter hätten verkaufen können“, sagt Axel Schröder. Der Frankenthaler hat Mitte vergangenen Jahres die Geschäftsführung der TK Sports GmbH übernommen. Dass in diesem Winter aufgrund des zweiten Lockdowns mit Hallenhockey eine komplette Sportart ausfalle, sei dramatisch.

Umsatzeinbußen von rund 50 Prozent

Für 2020 rechet der ehemalige Bundesliga- (TG Frankenthal) und Nationalspieler mit Umsatzeinbußen von rund 50 Prozent. Auf 2,2 Millionen Euro beziffert Schröder den Umsatz für das vergangene Jahr. Für dieses Jahr „müssen wir draufpacken. Die 3 soll schon vorne stehen. Damit könnten wir gut arbeiten.“ In Spitzenzeiten habe man 6 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. In diesen Bereich wolle man langfristig wieder vorstoßen. Was fehle, seien Trainings- und Spielbetrieb im Jugendbereich. „Der Kunde kauft natürlich nur, wenn auch ein Wettbewerb stattfindet. Für einfach nur zum Trainieren kauft sich keiner neues Material“, sagt Schröder.

Vor allem der direkte Kundenkontakt fehle derzeit, hadert Schröder. Natürlich könne er den Händlern über Zoom neue Produkte wie zum Beispiel die neue Schlägerkollektion für die Feldsaison vorstellen. „Aber dann gibt es kaum Feedback“, berichtet er. Denn auch seine Händler kämpften aufgrund der Pandemie ums Überleben. Weshalb er sich auch wegen seiner Vertriebswege Sorgen machen müsse, erläutert Schröder. „Wie kommen die Produkte zum Kunden, wenn der Fachhandel weg ist?“ Ja, jede Krise sei auch eine Chance, sich zu hinterfragen. „Aber im Moment sieht man kaum noch das Licht am Ende des Tunnels.“

TG Frankenthal und Österreich unter Vertrag

Etwa 40 Vereine hat die TK Sports GmbH unter Vertrag. In der Pfalz gehören die beiden Flaggschiffe TG Frankenthal und Dürkheimer HC dazu. Aber auch der HC Ludwigsburg, der TSV Mannheim, der HTC SW Neuss und die österreichische Nationalmannschaft sind vertraglich an den Mannheimer Ausrüster gebunden. Mit dem Hamburger Poloclub sei man kurz vor der Vertragsunterschrift, erzählt Schröder. „Das ist ein aufstrebender Klub. Damit setzen wir ein Zeichen.“ Aber natürlich hätte er auch gerne den Mannheimer HC im Portfolio, und auch ein Verein in der Hauptstadt stehe noch auf dem Wunschzettel.

16 Mitarbeiter hat die TK Sports GmbH. Zehn davon sind in Mannheim beschäftigt. Sie kümmern sich darum, dass auch die internationalen Märkte mit Schlägern, Taschen und Textilien rund um Hockey versorgt sind. Zwei der größten dieser Abnehmer sind laut Schröder Südafrika und Argentinien. In Südamerika seien im Januar 2020 die Container mit der neuen Ware angekommen. „Aber dann durfte dort wegen der Pandemie nichts verkauft werden. Da fällt uns dann ein komplettes Verkaufsjahr weg.“

Hoffen auf Feldhockeysaison

Schröder nennt eine weitere Auswirkung der Krise: „Wir hatten bei einem Produzenten ein Reservelager an Taschen, also Schlägertaschen, Rucksäcke oder Torwarttaschen, zwischengelagert. Doch jetzt sind alle Märkte im Lockdown. Die Ware wurde nicht abverkauft. Also haben wir sie nach Deutschland bringen lassen. Dort blockiert sie jetzt Liquidität und Platz.“

Axel Schröder hofft nun auf die Feldhockeysaison. Und da wenn möglich auf einen frühen Start, vielleicht schon Mitte März. Doch auch das wird wohl eine Gleichung mit einigen Unbekannten. Derzeit werden die neuen Jugendmannschaften zusammengestellt. „Doch warum sollte ich für ein Team etwas kaufen, wenn ich nicht weiß, ob gespielt wird?“, fragt Schröder.

Hauptverkaufsmonate Februar, März, April

Die Hauptverkaufsmonate in Deutschland für die Feldhockeysaison seien Februar, März und April. Der Februar sei ernsthaft in Gefahr, sagt Axel Schröder. Die Hoffnung liege auf März und April. Und auf dem Hochsommer. Denn im Juli und August werden die internationalen Märkte bedient, zum Beispiel die Niederlande oder Belgien.

Im Mannheimer Lager liegen derzeit laut Schröder Waren im Wert von rund 800.000 bis 900.000 Euro. „Und vom Hersteller sind noch Sachen im Wert von 300.000 Euro unterwegs. Alles bezahlt. Und ich habe keine Einnahmen. Meine Gelder liegen im Regal. Und eine verpasste Saison, hole ich nicht mehr auf“, verdeutlicht der Geschäftsführer. Produziert wird in China, Indien, Pakistan, Tschechien und Portugal.

Fokus auf soziale Medien und Elefanten

Doch den Kopf will Schröder selbstverständlich nicht in den Sand stecken. „Wir wollen noch mehr wahrgenommen werden“, betont Axel Schröder. Viel soll in den und über die sozialen Medien passieren. Im Klubgeschäft wolle man sich noch stärker positionieren. „Wir wollen interessant sein und die richtigen Produkte anbieten.“ TK soll als Hockeymarke mit den beiden Elefanten mit Schlägern statt Rüsseln in den Fokus rücken. Corona habe der Firma die Gelegenheit gegeben, sich neu aufzustellen.

Eine wichtige Änderung: „In der Vergangenheit ist die neue Kollektion immer zum 1. Januar rausgekommen. Jetzt wollen wir neue Produkte, sobald sie fertig sind, einführen“, kündigt Axel Schröder an. Das habe den Vorteil, dass langfristig immer etwas Neues auf den Markt komme. Dabei werde es nicht nur ein neues Design geben. „Wir wollen auch das Material weiterentwickeln.“ Damit werde man einer immer dynamischer werdenden Sportart Rechnung tragen.

„Wir haben im Winter vielleicht 10 Prozent von dem verkauft, was wir in einem ,normalen’ Winter hätten verkaufen können“, sagt A
»Wir haben im Winter vielleicht 10 Prozent von dem verkauft, was wir in einem ,normalen’ Winter hätten verkaufen können«, sagt Axel Schröder.
Im Lager in Mannheim ist Ware von 800.000 bis 900.000 Euro.
Im Lager in Mannheim ist Ware von 800.000 bis 900.000 Euro.
Die Elefanten mit den gekreuzten Hockeyschlägern sind das Logo von TK.
Die Elefanten mit den gekreuzten Hockeyschlägern sind das Logo von TK.
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