Wirtschaft Thyssen-Betriebsrat fordert Ende der Fusionsgespräche

«Duisburg.»Die Arbeitnehmervertreter der Stahlsparte von Thyssen-Krupp haben ein Ende der Fusionsgespräche mit dem Konkurrenten Tata Steel gefordert.
„Der Spuk muss ein Ende haben“, sagte Stahl-Betriebsratschef Günter Back gestern nach einer Betriebsversammlung in Duisburg. Die Beschäftigten seien verunsichert und forderten Klarheit. Thyssen-Krupp will mit Tata Steel den zweitgrößten Stahlkocher Europas nach Arcelor Mittal schmieden. Ein Hindernis sind jedoch die milliardenschweren Pensionslasten von Tata in Großbritannien. Betriebsratschef Back zufolge hatte Finanzchef Guido Kerkhoff für den Sommer eine Entscheidung darüber angekündigt, ob es zu der Fusion kommt oder nicht. Die Betriebsräte fürchten, dass bei einer Fusion Arbeitsplätze in Deutschland abgebaut und Standorte geschlossen werden. Die Stahlsparte beschäftigt rund 27.000 Mitarbeiter. Der Konzern war vor einigen Jahren durch Fehlinvestitionen im amerikanischen Stahlgeschäft an den Rande des Ruins geraten. Thyssen-Krupp hat angekündigt, unabhängig von einer Fusion die unter Überkapazitäten, Preisdruck und Billigimporten aus Asien leidende Stahlsparte neu aufzustellen. In den nächsten drei Jahren sollen 500 Millionen Euro eingespart werden. Die Arbeitnehmervertreter befürchten, dass rund 4000 Jobs gestrichen werden. In seiner Sparte Anlagenbau plant der Konzern weitere Stellenstreichungen.