Kommentar
Spieler ernst- und nicht nur ausnehmen
Der Umsatz mit In-App- und In-Game-Käufen ist in Deutschland erneut leicht gewachsen. Laut dem Branchenverband der Videospielindustrie sind 2022 4,46 Milliarden Euro mit Zusatzinhalten und Abo-Gebühren für einzelne Online-Games erwirtschaftet worden, 2021 waren es 4,38 Milliarden. Zusätzliche Inhalte für Spiele und Apps sind ein lukratives Geschäft. Die Bandbreite reicht dabei von Outfits für die Spielfigur über neue Spielinhalte und Glücksspielelemente bis hin zu handfesten Vorteilen für die eigene Spielfigur.
In der Spieleentwicklung steht leider zu selten die Frage an oberster Stelle, wie der Spielspaß verbessert werden kann. Stattdessen treibt die Hersteller um, wie sie mehr verdienen können. In-App-Käufe in Mobilspielen sind da längst etabliert. Doch selbst in Vollpreisspielen – für die Kunden bis zu 80 Euro bezahlen – sind oft In-Game-Shops zu finden.
Wer Gaming als Hobby liebt, der sollte sich die Zeit nehmen, Spiele von unabhängigen Entwicklerstudios, sogenannte Indie-Games, auszuprobieren. Die bieten nämlich, was großen Spieleserien zunehmend fehlt: spannende Spielkonzepte, innovative Grafikstile und das Gefühl, als Spieler ernstgenommen zu werden – und nicht nur ausgenommen.
