Telefon-Tipp RHEINPFALZ Plus Artikel So spart man richtig, wenn man aufs Handy oder ins Ausland telefoniert

Wer beim Telefonieren auf ein Handy oder ins Ausland sparen will, hat viele Möglichkeiten. Sowohl Apps als auch Callthrough-Dies
Wer beim Telefonieren auf ein Handy oder ins Ausland sparen will, hat viele Möglichkeiten. Sowohl Apps als auch Callthrough-Dieste machen das Telefonieren günstiger.

Günstig aufs Handy oder ins Ausland zu telefonieren, ist nicht immer leicht. Mit einem Dienst ist es möglich, pro Minute bis zu 15 Cent zu sparen. Preiswerter geht es natürlich auch – dann aber übers Internet und verschiedene Apps.

Telefonate vom Festnetz zu Handys und ins Ausland sind meist teuer. Sparen können Kunden, die das sogenannte „Callthrough“ anwenden, was auf Deutsch so viel wie „Anruf-Durchleiten“ oder „Anruf-Durchstellen“ bedeutet. Das Verfahren ist nicht allzu bekannt. Aber das könnte sich ändern – denn eine beliebte andere Sparmöglichkeit entfällt: Mit den Billig-Vorwahlen des „Call-by-Call“ ist zum Jahresende Schluss.

Worum geht es genau?
Nahezu alle Festnetzkunden haben eine Flatrate für Internet und Telefon. Die Pauschale deckt aber nicht alle Anrufe ab, sondern meist nur solche zu anderen Festnetz-Anschlüssen in Deutschland. Extra bezahlt werden müssen in der Regel Telefonate zu Handys sowie Gespräche ins Ausland. Daher lohnt es sich, die Tarifpreise des eigenen Festnetz-Anbieters mit denen von spezialisierten Dienstleistern zu vergleichen, die entweder per „Call-by-Call“ oder „Callthrough“ erreichbar sind. Bei beiden Verfahren werden Billig-Vorwahlen eingesetzt.

Der Unterschied: Während Call-by-Call ausschließlich Verbraucher mit Telekom-Anschluss nutzen können, steht Callthrough allen Festnetz-Kunden zur Verfügung, egal ob sie bei der Telekom oder einem anderen Festnetz-Provider sind. Neu ist, dass die Telekom das Call-by-Call Ende Dezember einstellen wird. Das Unternehmen hat diese Sparvariante seit einigen Jahren nur noch freiwillig angeboten, nachdem es früher aufgrund einer regulatorischen Vorschrift dazu gezwungen war. Vor Kurzem kündigte der Telefonriese nun das endgültige Aus von Call-by-Call an.

Wie funktioniert Callthrough?
Um das Verfahren zu nutzen, wählt der Kunde zunächst die Vorwahl eines Callthrough-Dienstes. Das ist meistens eine 0180er-Nummer oder eine normale Festnetznummer. Der Dienstleister nimmt den Anruf mittels Sprachcomputer an und fordert zur Eingabe der Rufnummer des gewünschten Gesprächspartners auf. Der Anrufer macht das, drückt die Rautetaste – und fertig: Der Anruf wird zur gewählten Festnetz- oder Mobilnummer durchgestellt.

Bei einer Variante des Verfahrens, genannt ,,Callback“, legt der Kunde nach der Eingabe der Billig-Vorwahl des Dienstleisters zunächst auf und erhält dessen Rückruf. Erst dann tippt er die eigentliche Ziel-Rufnummer ein und startet den Anruf damit. Im Internet zu finden sind Callthrough- und Callback-Angebote oft auch unter der Bezeichnung ,,Calling-Card“. Auf diesen Cards (Karten) ist die Vorwahl des jeweiligen Dienstleisters vermerkt.

Wie viel kann ich sparen?
Ein Festnetz-Anruf zu einem Handy in Deutschland kostet bei den günstigsten Callthrough-Anbietern ab 3,9 Cent pro Minute (Stand 21. Oktober). Zum Vergleich: Bei der Telekom zahlen viele Kunden mit DSL-Tarif (Magenta Zuhause) 19 Cent. Geht der Anruf ins EU-Ausland, verlangt die Telekom in fast allen Tarifen (Glasfaser und DSL) sogar 21,9 Cent je Minute, während die billigsten Callthrough-Dienste wie in Deutschland nur 3,9 Cent berechnen. Groß ist der Unterschied auch bei Telefonaten in Nicht-EU-Staaten. Beispiel Türkei: Die günstigsten Callthrough-Dienstleister verlangen 9 Cent pro Minute, die Telekom mehr als das Vierfache – 38,9 Cent. Wer vom inländischen ins ausländische Festnetz anruft, kann ebenfalls sparen. Ein Telefonat in die Türkei kostet ab 4 Cent mit einem Callthrough-Anbieter, bei der Telekom mehr als das Doppelte: 9,9 Cent. Immerhin hat die Telekom im Juli neue Glasfasertarife eingeführt, bei denen im Preis alle Anrufe in deutsche Netze (Festnetz und Mobil) eingeschlossen sind. Gespräche ins Ausland bleiben aber weiter ausgeklammert. Andere Anbieter von Festnetzanschlüssen sind ähnlich teuer wie die Telekom.

Tipp: Das Vergleichsportal Teltarif.de stellt ein unentgeltliches Suchsystem bereit, das die aktuell günstigsten Dienstleister und deren Spar-Vorwahlen für Gesprächsziele im In- und Ausland ausweist (Rubrik Tarife & Handys, Callthrough & Callback).

Worauf muss ich achten?
Mit Callthrough lässt sich in aller Regel nicht ganz so viel sparen wie mit dem bei der Telekom derzeit noch verfügbaren Call-by-Call. Außerdem fällt pro Anruf mindestens der Preis für eine Minute an – „egal ob das Telefonat zum Gesprächspartner durchgestellt werden konnte oder nicht“, warnt Teltarif.de-Experte Alexander Kuch. Wer Pech hat, weil der Angerufene nicht abnimmt, zahlt also einige Cent umsonst. Abgerechnet werden die Anrufe meist über die normale Telefonrechnung des Festnetz-Providers. Bei manchen der Dienste ist es aber auch nötig, für ein Gesprächsguthaben vorab zu bezahlen (Prepaid).

Gibt es Alternativen?
Ja, es bestehen auch andere Sparmöglichkeiten. So haben viele Festnetz-Anbieter Tarif-Optionen für einzelne Länder im Programm. Wer eine solche kostenpflichtige Option zu seinem Tarif dazubucht, bekommt entweder eine bestimmte Anzahl an Gesprächsminuten verbilligt bereitgestellt oder kann sogar endlos zum Fixpreis telefonieren. Ganz ohne Extrakosten können Kunden übers Internet telefonieren, etwa mit Apps und Messenger-Diensten wie Skype oder WhatsApp. Die Nutzer sehen ihre Gesprächspartner sogar dabei. Es gibt allerdings auch Nachteile. So müssen Anrufer und Angerufene über dieselbe App auf ihrem Smartphone, Tablet oder PC verfügen und beim jeweiligen Anbieter angemeldet sein. Außerdem muss die Internetverbindung stabil sein, um ruckelfrei telefonieren zu können.

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