Wirtschaft Siemens: Konzernforschung neu ausgerichtet

Placeholder-Image

Siemens justiert seine Konzernforschung neu. Rund eine halbe Milliarde Euro geben die Münchner dafür im Jahr aus. Diese Summe werde ab sofort auf 14 statt bisher 50 Zukunftstechnologien von herausragender Bedeutung konzentriert, kündigte gestern der seit Dezember auch als Technologiechef amtierende Siemens-Vorstand Roland Busch in München an.

„Mehr Ausstoß mit dem gleichen Geld“, lautet die Devise. Mit den Kerntechnologien sollen rund 250 für Siemens relevante Märkte bedient werden und für Innovationsführerschaft ebenso wie für neues Umsatzwachstum sorgen. Zu den Hoffnungsträgern zählen die in China angesiedelte Robotik oder Cybersicherheit und künstliche Intelligenz, wo der Siemens-Forschungsschwerpunkt in den USA liegt. Die neue Konzentration der Forschung führe aber nicht zu einer Abwanderung aus Deutschland, betonte Busch. Von den konzernweit 33.000 Forschern und Entwicklern arbeiteten 13.000 Experten hierzulande und das solle auch so bleiben. Auffallend ist aber, dass viele der künftigen Forschungsschwerpunkte um Zentren jenseits deutscher Grenzen kreisen, wie die Software-Entwicklung in Indien. Gemessen am Umsatz zählt Siemens schon heute zu den zehn größten Softwarekonzernen weltweit. Beispiele für die 36 von Bedeutungsverlust betroffenen Forschungsfelder wollte Busch auch auf mehrmalige Nachfrage nicht nennen. Aus den betroffenen Technologien steige Siemens nicht sofort oder komplett aus. Sie erhielten aber geringere Budgets. Zu den bleibenden Hoffnungsträgern der Konzernforschung zählen 3D-Druck, verteilte Energiesysteme, Blockchain oder die Erstellung digitaler Fabrik-Zwillinge. Die jetzigen Veränderungen bei Siemens betreffen ein Zehntel der jährlichen Ausgaben für Forschung und Entwicklung im Umfang von zusammen 5 Milliarden Euro. Aktienchart

x